delikt -PodcastLeiche am Klippitztörl: Die Morde des "feschen Ferdl"

August 1977: Am Klippitztörl werden verbrannte Leichenteile gefunden. Die Identität des Opfers ist zunächst völlig unklar, die Ermittler tappen im Dunkeln – bis eine Wäschemarke nach Graz führt. Bald gerät Ferdinand K. unter Verdacht, seine Lebensgefährtin ermordet zu haben. Sie war nicht sein erstes Opfer.

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Nur durch die Akribie der Ermittler am Tatort konnte die Identität des Opfers geklärt werden. © kk
 

Am 5. August 1977 fanden Schwammerlsucher in einem Wald am Klippitztörl verbrannte Leichenteile. Ob es sich bei den sterblichen Überresten um eine Mann oder eine Frau handelte, oder gar um mehrere Leichen, konnte zunächst nicht festgestellt werden. Nicht nur wegen des verkohlten Zustandes, sondern auch weil der Rumpf der Leiche gefehlt hat. Mehrere Anhaltspunkte, die sich aus den Ermittlungen ergaben, führten ins Leere.

Erst zwei Wochen später fand ein Bauer in einem entlegenen Waldstück zwischen den Orten Gallizien und Eberndorf im Bezirk Völkermarkt den Rest der Leiche – ebenfalls fast vollständig verbrannt. Eine kleine Wäschemarke brachte den Durchbruch: Sie führte nach Andritz in Graz und letztendlich zur Feststellung der Identität des Opfers: Erika Zeier (31), Serviererin und Mutter eines Kindes.

Ein fingiertes Schreiben hatte dafür gesorgt, dass sie nicht als abgängig gemeldet worden war. Bald geriet ihr Lebensgefährte unter Verdacht: Ferdinand K. stritt alles ab, aber das Netz um ihn begann sich enger zu ziehen. Er wurde schließlich in Klagenfurt verhaftet. Obwohl K. die Bluttat aufgrund der Beweislage zugeben musste, bestritt er die Mordabsicht.     

Man schaut ihn an, sucht in seinem Gesicht, sucht nach einem „schuldigen Antlitz“. Wie sieht einer aus, der zwei Frauen bestialisch ermordet hat; der eine Frau mit Küchenmessern zerstückelte, ihr Ohren und Nase abschnitt? Welche Augen hat so ein Mensch? Trägt er ein Kainszeichen? Das alles führt irre, er ist äußerlich ein Mensch wie andere auch. Keine besonderen Merkmale.

Ewald Autengruber in der Kleinen Zeitung am 18. April 1978

Doch nicht nur die Mordabsicht konnte ihm nachgewiesen werden, es wurde auch ein alter Mordfall aus dem Jahr 1962 wieder aufgerollt. Ferdinand K. war damals verdächtigt worden, Gerlinde Aigner, eine 20-jährige Textilarbeiterin getötet zu haben und saß dafür sogar mehrere Monate in Untersuchungshaft. Aufgrund fehlender Beweise musste er letztendlich aber laufen gelassen werden. 

Erst 16 Jahre später stand er dafür und für den Mord an Zeier vor Gericht. Letztendlich kamen die wahren Motive des Täters zu Tage, über die er zunächst gelogen hatte, um ein milderes Urteil zu bekommen. Es zeigte sich ein gebrochener Mann – allerdings nicht aufgrund empfundener Reue: K. vergoss viele Tränen aus Selbstmitleid. 

Kriminalreporter Hans Breitegger erzählt in dieser Folge unseres Podcasts delikt im Gespräch mit David Knes von diesem facettenreichen Fall der Kriminalgeschichte der Steiermark beziehungsweise Kärntens. 

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