Cäsium-137Stark verstrahlte Eierschwammerl auf Alm in Oberösterreich gefunden

Beim Menschen lagert sich Cäsium-137, wenn es durch die Nahrung in den Körper gelangt, vor allem in Muskeln ab und kann Genschäden oder Krebs verursachen.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
© APA/BARBARA GINDL
 

Die Umweltorganisation Global 2000 hat in Eierschwammerln von der Stubwiesalm bei Spital am Phyrn (Bezirk Kirchdorf) in Oberösterreich besorgniserregend hohe Werte des Radioisotops Cäsium-137 gefunden, die aus dem Tschernobyl-Fallout vor 35 Jahren resultieren. Gemessen wurden 7.563 Becquerel pro Kilogramm (Bq/kg), das ist mehr als das Zwölffache des in der EU geltenden Grenzwerts von 600 Bq/kg, berichtete Global 2000 am Mittwoch.

Das radioaktive Cäsium ist seit dem Reaktorunfall 1986 zwar von der Bodenoberfläche in darunterliegende Schichten abgesunken, von dort kann es aber zum Beispiel von Pilzen aufgenommen und in ihnen angereichert werden. Tiere, die diese Pilze fressen, können dadurch sehr stark belastet werden. Beim Menschen lagert sich Cäsium-137, wenn es durch die Nahrung in den Körper gelangt, vor allem in Muskeln ab und kann Genschäden oder Krebs verursachen. Die Halbwertszeit beträgt 30,1 Jahre.

Die Umweltorganisation forderte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) auf, klar zu informieren, wo Pilze problemlos genossen werden können und "wo man aus Vorsorgegründen lieber nicht in den Wald auf Schwammerlsuche geht". Denn laut Gesundheitsministerium würden nach wie vor bei rund zwölf Prozent der Eierschwammerl Grenzwertüberschreitungen festgestellt.

Geologische Bundesanstalt beruhigt

Darüber hinaus pocht Global 2000 auf eine Abschaltung des grenznahen AKW Krško. Denn dieses sei nur 71 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt. Tschernobyl, auf das die aktuelle Verstrahlung zurückzuführen ist, sei hingegen 1.000 Kilometer weit weg. Ein Unglück "im altersschwachen Krško-Reaktor im slowenischen Erdbebengebiet" hätte laut Modellen der Universität für Bodenkultur mit hoher Wahrscheinlichkeit "eine sehr starke Kontaminierung Österreichs mit radioaktivem Fallout" zur Folge. Bei einem Fünftel der möglichen Wettersituationen hätte man mit mehr als 37.000 Becquerel Cäsium-137 pro Quadratmeter zu rechnen, so Global 2000.

Die Geologische Bundesanstalt beruhigte am Mittwoch. Man führe seit den 1980er-Jahren Untersuchungen mit hochempfindlichen Gammastrahlenspektrometern durch, mit denen Radioaktivität aus der Luft gemessen wird. Fazit: Der Gehalt von Cäsium-137 sei zwar noch deutlich messbar, aber schon deutlich zurückgegangen. In jüngster Zeit habe man keine bedenklichen Werte festgestellt, hieß es in einer Stellungnahme. Im Vergleich dazu sei die natürliche Strahlung von Gesteinen in Österreich oft um ein Vielfaches höher.

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.

Peterkarl Moscher
0
1
Lesenswert?

Abstrafen

Das ist die Frechheit, den die Öffentlichkeit wird von solchen Tests nicht informiert!

Normal ein Fall für die Staatsanwaltschaft! Aber keiner tut was !!!

anonymus21
10
12
Lesenswert?

Daher

nur mit Geigerzähler Schwammerl klauben :D

SOEDING1956
13
8
Lesenswert?

SO SO......................

deswegen sind die so gelb

vonnixkummtnix
1
41
Lesenswert?

Diese Strahlungskarte gibt es vom BM für Umwelt, Klima und vieles mehr.

Genau dieses Gebiet ist gemeinsam mit dem Gebiet um den Glockner das großflächig am stärksten verstrahlte.
Wen es interessiert, der findet es auch leicht.

calcit
18
19
Lesenswert?

Richtig!

Da wollen sich Global 2000 mit ein bißchen Alarmismus wieder ins Gerede bringen...

derhannes
2
11
Lesenswert?

Wieder ins Gerede bringen?

Dass diese hohen Werte da sind, ist Fakt. Es ist ja geradewegs Pflicht einer solchen Organisation, immer wieder darauf hinzuweisen. Wer das eh weiß, der braucht sich nicht weiter um eine solche Info zu scheren, wer nicht, isst dann halt vielleicht etwas weniger Eierschwammerl oder kauft die aus Litauen ;-)

calcit
3
3
Lesenswert?

Hinzuweisen auf was?

Angstmacherei... niemand isst so viel Schwammerl, dass es annähernd gefährlich werden kann - wenn dann eher durch Verdauungsstörungen oder Koliken... und dann gibt es mehr Probleme durch Pilzvergiftungen... aber bitte...

vonnixkummtnix
0
1
Lesenswert?

@calcit

Ich esse gern und viel Schwammerl/Pilze.
Daher muss ich nicht unbedingt in einem Gebiet wie Spital am Phyrn, wo die Belastung hoch ist, (regelmäßig) suchen gehen (wenn ich dort wohnen würde).

Es ist durchaus legitim, dass Global2000 darauf hinweist und auch auf Gefahren, die von Krsko ausgehen könnten, das ist ja die Funktion dieser Organisation so etwas aufzuzeigen. Dazu braucht es aber keinen Gesundheitsminister.

calcit
1
57
Lesenswert?

Ein bisschen muss man die Kirche schon im Dorf lassen…

… „der Verzehr von 200 Gramm Pilzen mit 3.000 Becquerel Cäsium-137 pro Kilogramm hat eine Belastung von 0,008 Millisievert zur Folge.
Dies entspricht der Strahlenbelastung bei einem Flug von Frankfurt nach Gran Canaria“... also solange msn sich nicht ausschließlich von Pilzen ernährt…

vonnixkummtnix
4
17
Lesenswert?

Das ist aber auch a bisserl ein Schwammerl/Pilz oder Äpfel/Birnen-Vergleich

Über die Schwammerl nimmt man Cäsium in den Körper auf, wo es eingelagert wird und "weiterstrahlt" und mit jedem Schwammerlverzehr wird es mehr.
Dementsprechend ist es nicht mit einem Flug vergleichbar, wo man äußerer (kosmischer) Strahlung ausgesetzt ist. Außer man bekommt eine Fukushima-Pilz-Suppe serviert.

Josef Georg
1
0
Lesenswert?

Äpfel / Birnen

Spielst du dabei als Vergleich auf die Coronapolitik einer bestimmten Fraktion an?

SoundofThunder
1
7
Lesenswert?

Fukushima Fisch Suppe wäre ein besseres Beispiel 😉

Die wollen ihr verstrahltes Wasser "kontrolliert"😏 ins offene Meer ablassen.

KnairolF
4
15
Lesenswert?

Und bei 7563 Bq/kg?

Außerdem endet doch die Bestrahlung nach Ende des Fluges, wohingegen bei der Aufnahme in den Körper die Strahlenquelle erhalten bleibt, oder?

calcit
1
2
Lesenswert?

Aber wenn man Wissenschaft und Bildung mit Apfel/Birnen vergleicht...

...

Pelikan22
2
2
Lesenswert?

Na bitte!

Wer isst schon kiloweis Pilze oder Eierschwammerl? Maronenröhrlinge sollen besonders gefährlich sein! Wennst in der Nacht koa Taschenlampen brauchst, dann solls bedenklich sein, hat mir a Hüttenwirt amol g'sagt!

calcit
2
12
Lesenswert?

Können sie sich ja ausrechnen...

...und übrigens hat Cäsium eine geringe biologische Halbwertszeit, wird im Gegensatz zu Strotium 90 nicht im Knochen eingelagert und nach ca. 110 ist schon die hälfte wieder ausgeschieden... also nach der Pilzsaison... ein bißchen Kenntnis in Strahlenschutz wäre ja nicht so schlecht... statt dauernd dieser Alarmismus...