Halleiner kam Nachbarn zu HilfeAlexander Eisenmann: "Mein Sohn schrie plötzlich: 'Papa, da treibt jemand ab!'"

Der 48-Jährige bemerkte, dass seine Nachbarn beim Hochwasser in Hallein von den Wassermassen davongerissen wurden. Er rannte zu ihnen, um zu helfen. Doch die Strömung war zu stark. Die drei hatten aber Glück - die Fluten spülten sie in einen Hof.

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Alexander Eisenmann kam seinen Nachbarn, die mit den Fluten kämpften, zu Hilfe © KK, Screenshot
 

Gerade einmal drei Jahre war der Halleiner Alexander Eisenmann alt, als er am 10. August 1976 vom Fenster aus das Hochwasser in der historischen Altstadt beobachtete - ausgelöst vom Kothbach.

Von eben jenem Bach also, der Samstagnacht, fast 45 Jahre später am 17. Juli 2021, die Straßen und Plätze von Hallein erneut in einen reißenden Fluss verwandelte. "Es war die erste Erinnerung in meinem Leben, deshalb bin ich ein bisschen ein gebranntes Kind", erzählt Eisenmann der Kleinen Zeitung.

Daher pflege er bei starkem Regen auch stets nach dem Pegelstand des Bachs hinter seinem Haus in der Augustinergasse zu schauen. So auch diesmal - als er schaute, sei das Wasser noch knapp eineinhalb Meter unter der Uferkante gewesen - eine alltägliche Situation. Binnen zehn Minuten sei der Bach dann übergegangen.

Ich war mit meinem Sohn gerade beim Sichern der Haustür - obwohl eh schon Wasser im Haus war, also eigentlich zu spät - da schrie er plötzlich: 'Papa, da treibt jemand ab!'.

"Ich war mit meinem Sohn gerade beim Sichern der Haustür - obwohl eh schon Wasser im Haus war, also eigentlich zu spät - da schrie er plötzlich: 'Papa, da treibt jemand ab!'", berichtet der 48-Jährige. "Dann bin ich halt losgelaufen. Ganz kurz, bestimmt keine Sekunde, habe ich abgewogen, weil mir war die Situation und die Gefahr bewusst. Ich bin ja mit einem Fuß in der Strömung gestanden."

Es sind die Nachbarn des Filialleiters eines Möbelgeschäfts, die da gerade gegen die Fluten kämpfen - ein türkischstämmiges Ehepaar. "Sie haben flüchten müssen, weil ihr Erdgeschoß in kürzester Zeit unter Wasser gestanden ist, denen hat es zwei Fenster eingedrückt", so Eisenmann.

Das Ehepaar wird von den Füßen gerissen, dann gegen eine Hausmauer gespült. Der Mann hat seine Frau gepackt, versucht noch, irgendwo an der Mauer Halt zu finden. Vergeblich, erneut fallen sie nieder. Dann kommt Eisenmann, packt die beiden. Und hat Glück - das Wasser trägt ihn und das Ehepaar in einen Hof.

Ich habe gar nicht viel beitragen können. Man versucht natürlich, ein Ziel anzusteuern, aber der Druck vom Wasser war so stark.

"Ich habe gar nicht viel beitragen können. Man versucht natürlich, ein Ziel anzusteuern, aber der Druck vom Wasser war so stark", schildert der Helfer die gefährlichen Sekunden. "Wenn wir am Hof vorbeigetrieben wären - die nächste Station wäre der Kothbach gewesen. Ich weiß nicht, ob wir das überlebt hätten. Im Nachhinein überlegt man - warum macht man das? Ich kenne die Leute kaum, sie gehen mich eigentlich nichts an. Aber man macht es trotzdem, es ist wie ein Naturgesetz, Instinkt", sagt Eisenmann, der sich bei seinem Einsatz Abschürfungen zugezogen hat.

Ich kenne die Leute kaum, sie gehen mich eigentlich nichts an. Aber man macht es trotzdem, es ist wie ein Naturgesetz, Instinkt.

Hallein: Wasser und Schlamm verwüsteten Innenstadt

APA/VOGL-PERSPEKTIVE.AT/ MIKE VOGL
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Jonas Pregartner
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Kommentare (7)
kritik53
0
5
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Danke

Für so viel Mut und rasches Handeln kann man nur DANKE sagen

bluebellwoods
0
96
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Danke für so viel Zivilcourage

Nicht viele hätten so gehandelt. Und genau solche Meldungen braucht es, dass man nicht den Glauben an das Gute im Menschen verliert! Erschütternde und beunruhigende Meldungen gibt es schon genug.

Devon1957
8
31
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W.......bleib dort, Danke.

Offensichtlich kennst du Ö24, bleib dort, Danke.

Waldner1
82
7
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Wirklich?

Diese Überschrift ist jetzt Kleine Zeitung Niveau???

Oder bin ich versehentlich auf Ö24 geraten?

Der Betroffenheitsjournalistmus kennt keine Grenzen mehr.

kritik53
0
4
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Leider

legen viele nur Wert auf Effekthascherei, seien wir doch froh, dass es trotz der Katastrophe auch positive Meldungen gibt.

kritik53
0
5
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Leider

legen viele nur Wert auf Effekthascherei, seien wir doch froh, dass es trotz der Katastrophe auch positive Meldungen gibt.

Ragnar Lodbrok
3
40
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Ist nicht extrem anstrengend, ständig

alles Sch..... zu finden?