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GewaltpräventionMehr Jugendschutz schützt auch die Mütter

In Wien werden nun Schritte gesetzt, um die Kinder- und Jugendhilfe (WKJH) personell zu stärken. Bundesweite Änderungen sind schwierig, weil der Bereich Ländersache ist.

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© (c) Yvonne Bogdanski - Fotolia
 

Um gegen Frauen gerichtete Gewalt einzudämmen, gehöre an vielen Schrauben gedreht. Es bedürfe "genereller und kombinierter Maßnahmen in vielen Teilen des Sozialsystems", eine davon sei die Stärkung der Kinder- und Jugendhilfe, teilte der Dachverband Österreichischer Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen (DÖJ) am Mittwoch mit. In Wien wurde bekannt gegeben, dass das Jugendamt personell gestärkt wird. In einem ersten Schritt kommen 18 neue Planstellen.

Rund 13.000 Kinder aus Gewaltfamilien übersiedeln in die Jugendhilfe, über 35.000 Kinder und Jugendliche werden laut DJÖ jährlich ambulant unterstützt, weil sie in ihren Familien gewaltvoller oder verwahrlosender Erziehung ausgesetzt sind. Das Einschreiten der Jugendhilfe biete den besten Anlass, gewaltvolle Konfliktlösungen im familiären Bereich an der Wurzel anzupacken. "Es genügt dann eben nicht, nur die Kinder aus der Gefahrenzone zu nehmen und die Restfamilie dem eigenen Schicksal zu überlassen. Auch wenn die Fremdunterbringung der gefährdeten Kinder meist eine notwendige Maßnahme darstellt, könnte und sollte sie den Beginn einer intensiven Familienbegleitung bei Fremdplatzierung darstellen", betonte der DÖJ in einer Presseaussendung. Dies wäre sowohl in Bezug auf Gewaltprävention als auch hinsichtlich einer möglichen Rückführung der Kinder von großer Bedeutung.

Ressourcenfrage

Für die begleitende Familienarbeit stünden allerdings nicht ausreichende Ressourcen zur Verfügung, bemerkte der Dachverband. Dabei wäre im Sinne von Gewaltprävention in Familien und damit auch der Prävention von Gewalt gegen Frauen der Ausbau bundesweiter ambulanter und stationärer Familienarbeit geboten. Bedauerlicherweise sei die Kompetenz für Jugendhilfe vor kurzem zur Gänze vom Bund an die einzelnen Länder übersiedelt, womit österreichweit einheitliche steuernde Möglichkeiten wegfielen: "Die Jugend- und Familienministerin kann nicht einmal den Ländern empfehlen, die Jugendhilfe gewaltpräventiv zu gestalten. "Daher forderte der DÖJ, dass die Bund-Länder-Vereinbarung in Bezug auf gleiche Standards in der Jugendhilfe – nun speziell in Bezug auf Gewaltprävention in den Familien - endlich aktiviert wird.

In Wien werden nun Schritte gesetzt, um die Kinder- und Jugendhilfe (WKJH) personell zu stärken. "Wir haben gesehen, dass die Wiener Kinder-und Jugendhilfe in der gegenwärtigen Pandemie besonders gefordert war und ist. Ihr kommt gerade in der aktuellen Pandemie eine enorme Bedeutung zu. Daher ist es richtig und wichtig, dass diese wichtige Servicestelle in einer ersten Etappe 18 zusätzliche Planstellen bekommt. Das ist dringend notwendig um den Kinderschutz in Wien zu stärken und auf die Herausforderungen durch die Pandemie noch besser und gezielter reagieren zu können", kündigte der zuständige Stadtrat Christoph Wiederkehr (NEOS) am Mittwoch in einer Aussendung an.

Die Ausschreibung und Besetzung dieser zusätzlichen Jobs werde "ehestmöglich" umgesetzt. Überdies sollen heuer auch die Angebote des ambulanten Kinderschutzes massiv ausgebaut werden, hieß es.

Kommentare (1)
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Mezgolits
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Um gegen Frauen gerichtete Gewalt einzudämmen, gehöre an vielen

Schrauben gedreht. - Vielen Dank - ich meine: DAS wird absolut NICHTS
bringen aber DAS wird ALLEN betroffenen Personen sehr VIEL bringen
das alle NICHT betroffene Personen, sehr brav AKZEPTIEREN werden
MÜSSEN und zwar, die: Verfassungskonformen Sterbehilfen. ESM