Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Keine Einreise wegen CoronaHerzpatient musste 30 Minuten an Grenze warten

Weil der Ausdruck einer E-Mail fehlte, durfte Tiroler Krankenwagen nicht nach Bayern einreisen. Patient musste dringend zu einer Herzoperation nach Füssen.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Sujetbild Krankentransport © APA/HANS KLAUS TECHT
 

Ein Rettungswagen mit einem Herzpatienten an Bord ist an der Grenze zwischen dem Tiroler Außerfern und Bayern von der deutschen Polizei gestoppt worden. Grund war ein fehlendes Dokument, für die von Deutschland verhängten strengen Einreiseregeln, nachdem Tirol zum Virusvariantengebiet erklärt worden war, berichtete die "Tiroler Tageszeitung" (Dienstagsausgabe). Der Rettungswagen musste 30 Minuten warten, bis das Dokument von einem weiteren Rettungsauto gebracht werden konnte.

Der Rot-Kreuz-Wagen, der den Patienten in die Herzklinik Füssen nach Deutschland bringen wollte, musste an der Grenze umdrehen und fuhr bis Pinswang zurück, wo das zweite Rettungsauto das fehlende Papier von der Rot-Kreuz-Bezirkszentrale aus Reutte anliefern sollte. 30 Minuten später konnte der Patient schließlich nach Füssen gebracht werden. In der Herzklinik musste er umgehend operiert werden.

Warum das notwendige Papier fehlte, erklärte Andreas Inwinkl, Bezirksgeschäftsführer und Leiter des Rettungsdienstes beim Roten Kreuz Reutte: "Wir mussten ein Rettungsauto überraschend in die Werkstatt bringen, deshalb kam ein anderes aus Ehrwald zum Einsatz, in dem sich der besagte Zettel nicht befand." Inwinkl bezeichnete es gegenüber der "TT" als "absoluten Wahnsinn", 30 Minuten wegen eines "Stückes Papier verstreichen zu lassen" - zumal wie vorgeschrieben sowohl der Patient als auch die Sanitäter negativ getestet waren.

Bei dem Schriftstück soll es sich übrigens um die Kopie einer E-Mail handeln. "Ein allgemeiner Wisch, mehr nicht. Darin teilt das Bayerische Staatsministerium den eigenen Leuten an der Grenze mit, dass eine Einreise für Behörden und Organisationen für Sicherheitsaufgaben, also Rettung, Polizei, Feuerwehr und andere, die sich im Einsatz befinden, erlaubt ist", erklärte Inwinkl, der hinzufügte, dass den Beamten der deutschen Bundespolizei an der Grenze dieses Schriftstück ohnehin hätte bekannt sein müssen.

Scharfe Kritik an Deutschland kam von Tirols ÖVP-Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann. "Die stationären Grenzkontrollen sind unverständlich und weder verhältnismäßig noch EU-rechtskonform. Der Vorfall in Füssen zeigt ganz klar, dass das deutsche Grenzregime ausartet", erklärte sie in einer Aussendung und nannte den Vorfall "inakzeptabel". Dass sich Außerfernerinnen und Außerferner im Herzklinikum Füssen behandeln lassen, sei "eigentlich alltäglich und selbstverständlich", so die ÖVP-Politikerin, die selbst aus der Region kommt. "Seit Wochen sind aber beispielsweise Zahnarztbesuche jenseits der Grenze nicht mehr möglich. Wenn Deutschland jetzt auch akute Rettungseinsätze verunmöglicht, schlägt das dem Fass den Boden aus", ging die Landtagspräsidentin mit dem Nachbarn scharf ins Gericht. Auch in den deutschen Grenzregionen fehle längst das Verständnis für diese "extremen Maßnahmen", ergänzte sie.

Kommentare (6)
Kommentieren
GordonKelz
1
6
Lesenswert?

Wir sind in ABSURDISTAN...da zählen....

..Stempel und Papiere wie unter Hadschi Halef Omar Ben Hadschi iben Hadschi....
Gordon

georgXV
7
4
Lesenswert?

???

vielen Dank Günther Platter, daß es soweit kommen mußte ...
Ich kann sehr gut verstehen, warum die Bayern diesem "Sturkopf" die Einreise verweigern ...
Nur um von den Schwächen und Baustellen der eigenen Politik abzulenken, versucht er sich mit den Bayern anzulegen, sehr zum Nachteil der eigenen Bevölkerung.

100Hallo
2
2
Lesenswert?

freie Meinung

Vielleicht sollte unser Platter mal die Grenze zu Italien und Deutschland mal rigoros schließen

100Hallo
2
4
Lesenswert?

Freie Meinung

An den rotstrichler. Haben Sie schon Mal nachgedacht wieso die Grenzen zu Schweiz und Frankreich nicht gesperrt sind.

duesenwerni
49
11
Lesenswert?

Da hat wohl das Rote Kreuz geschlampt und putzt sich jetzt ...

an den Bayern ab.

"Ein allgemeiner Wisch, mehr nicht. Darin teilt das Bayerische Staatsministerium den eigenen Leuten an der Grenze mit, dass eine Einreise für Behörden und Organisationen für Sicherheitsaufgaben, also Rettung, Polizei, Feuerwehr und andere, die sich im Einsatz befinden, erlaubt ist."

Tja, kein "Wisch", keine Einreise. So läuft das halt, wenn Staaten an ihren Grenzen ausnahmsweise einmal richtig kontrollieren.

Blaumacher
8
26
Lesenswert?

Ein guter Rechtdanwalt

Hätte leichtes Spiel mit dieser üblen Nummer an der Grenze