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43 Prozent aller Covid-Todesfälle Bereits 3426 Tote in Alters- und Pflegeheimen

Das sind 43 Prozent aller Covid-19-Todesfälle - 90 Prozent der Heime in Österreich durchgeimpft - 15 Prozent der über 85-Jährigen erhielten Vakzine.

Gesundheits- und Sozialminister Rudolf Anschober informiert im Rahmen einer Pressekonferenz © Rido - stock.adobe.com
 

In Österreichs Alters- und Pflegeheimen sind 3426 Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben. Das sind 43 Prozent aller Covid-19-Todesfälle, die bis Mittwoch registriert wurden. Unterdessen wurden bereits 90 Prozent der Heime durchgeimpft. Bei den Über-85-Jährigen haben 15 Prozent zumindest die erste Immunisierung erhalten, hieß es am Donnerstag bei einer Pressekonferenz des Gesundheitsministeriums. Deutlich rückläufig ist die Zahl der Infizierten in Heimen.

Im November und Dezember sei die Situation in Alters- und Pflegeheimen besonders schwierig gewesen, sie ist "in den letzten Wochen ganz erfreulich besser geworden", konstatierte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne). Im Dezember habe es noch knapp 4900 infizierte Bewohner gegeben, nunmehr seien es 882.

Erster Durchgang ist abgeschlossen

Der erste Durchgang der Impfungen in den Heimen ist laut Anschober weitestgehend abgeschlossen, in jenen Heimen, in denen es "ein akutes Infektionsgeschehen" gegeben hatte, mussten die Immunisierungen verschoben werden. Er rechnet bei den Heimbewohnern mit einer Impfquote von 80 bis 90 Prozent. Sie sei damit "viel höher, als wir bisher geglaubt haben".

Laut Andrea E. Schmidt, Gesundheitsökonomin der Gesundheit Österreich, leben rund 74.000 Menschen in Alters- und Pflegeheimen. 800 der 900 Heime seien bereits durchgeimpft. Bisher wurden 54.933 Menschen über 80 Jahren in Österreich geimpft, davon sind 33.806 sogar über 85 Jahren. Somit wurden 15 Prozent der Bevölkerung über 85 Jahren mindestens einmal geimpft, sagte Schmidt. Bei den Über-85-Jährigen ist die Letalität bei einer Covid-19-Infektion am höchsten, sagte Schmidt. Bei den Männern beträgt sie sogar 30 Prozent.

Die klare Botschaft sei: "Wer die Gesamtbevölkerung schützt, schützt auch die vulnerabelsten Gruppen", sagte die Expertin. Mit den Impfungen würde die Gesamtletalität bei den Bewohnern in Alters- und Pflegeheimen, also der Anteil der Menschen, die an den Folgen einer Coronavirus-Infektion sterben, von 18,9 auf 3,6 Prozent zurückgehen. Die Gesamtletalität der Bevölkerung könnte durch die Impfungen von 1,9 auf 1,3 Prozent sinken, betonte die Ökonomin. Das würde einen Rückgang von 35 Prozent bedeuten.

Die Vorarlberger Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker (Grüne) berichtete bei der Pressekonferenz über die Entwicklung in Alters- und Pflegeheimen in ihrem Bundesland. Seit dem Frühjahr wurden rund 500 der 2400 Bewohner positiv getestet. 97 Menschen starben, 404 sind wieder genesen, betonte Wiesflecker. Mittlerweile gibt es laut der Landesrätin noch acht positive Bewohner und keine Cluster. Wiesflecker kritisierte, dass es in den Pflegeheimen zu wenig diplomiertes Personal gibt. "Wir brauchen zusätzliches, unterstützendes Personal", sagte die Landesrätin. Außerdem fehlt es den Mitarbeitern an der ihnen zustehenden Anerkennung. Die Impfquote beim Personal liegt in Vorarlberg bei 53 Prozent.

Sandra Schober, Heimleitung Haus der Barmherzigkeit Graz, berichtete von der Entwicklung in ihrem Pflegeheim, das von der ersten Infektionswelle stark getroffen wurde. Nunmehr sei man gut vorbereitet und ausgerüstet. Die Durchführung der Impfungen bedeute "wahnsinnig viel Aufwand". "Ich kann nur hoffen, dass mit der Impfung bald ein bisserl Normalität wiederkommt", sagte Schober. Dass unter der ersten Gruppe der Geimpften auch Mitarbeiter aus Heimen und Gesundheitspersonal waren, habe bei vielen den Eindruck entstehen lassen, dass die Impfungen bei diesen Personen getestet werde, um zu sehen, ob sie funktionieren. Das erkläre auch die teilweise geringere Impfbereitschaft beim Personal.

Kommentare (8)
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georgXV
1
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???

Liebe Politiker ALLER Parteien,
falls noch NICHT geschehen, erkundigt Euch bitte ENDLICH wie es die Städte Tübingen und Rostock schaffen die Inzidenzzahl UNTER 50 zu halten und das schon seit Wochen und OHNE extrem hohem finanziellem Aufwand.
Einerseits kann man darüber sehr viel im Internet lesen und andererseits werden Euch sicher Eure Kollegen in diesen Städten gerne Auskunft geben.
Geht NICHT gibt´s NICHT !

melahide
24
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So

Die Risikogruppen sind geimpft, jetzt müssten die Intensivstationen leer sein und es dürfte keine Fälle mehr geben. Was? Gibt es noch? Oj. Waren es doch nicht nur due Risikogruppen?

horstfutterer
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Falschannahme

Sie vergessen, dass viele der Erkrankten buis zu drei Monate oder auch länger auf der Intensiv sind, darunter natürlich auch viele Ältere, von denen bei weitem noch nicht alle geimpft sind. Bis jetzt sind nicht einmal 3%(!) der Bevölkerung geimpft. Und außerdem ist der volle Impfschutz erst nach der zewiten Impfung garantiert.

Mein Graz
1
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@melahide

Die Risikogruppen sind noch lange nicht durchgeimpft, auch wenn man die Vordrängler weggelassen hätte, wären noch immer keine Betagten und Hochbetagten geimpft, die nicht in Heimen wohnen!
Meine Mutter mit 95 Jahren ist längst angemeldet, der Termin lässt nach wie vor auf sich warten.

haumioh
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HAT DAS EINEN SINN

gehe ich zum Friseur brauche ich einen Test - kommt er zu mir Treffen sich zwei Haushalte

aposch
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Kurios

Ich finde es schon kurios, dass geimpfte Personen sich trotzdem testen lassen müssen. Ich verstehe zwar, dass man die zeite Impfung abwarten muss, um die volle Impfwirkung zu haben. Aber trotzdem meint an, dass es nicht klar ist, ob nicht trotzdem Viren auseschien werden
Wozu also die langen Testphasen, um die Sicherheit des Impfstoffes zu erproben.

ElCapitan_80
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@aposch

Die Weitergabe der Viren war ja nicht der Fokus der bisherigen Studien, primär ist es mal darum gegangen schwere Erkrankungen zu verhindern.
Die Ansteckung trotz Impfung wird aber mittlerweile erforscht und wir sollten bald entsprechende Studienergebnisse haben.
Leider haben die mRNA Wirkstoffe lt. einiger Untersuchungen eine deutlich schlechtere Schutzwirkung nach der ersten Teilimpfung im Vergleich zu den Vektor Impfstoffen wie Astra Zeneca oder Sputnik (ich glaube es sind ~30% bei mRNA und ~75% bei Astra Zeneca), weshalb hier in jedem Fall die 2. Impfung notwendig ist bis eine Schutzeffekt eintritt.

vitruvius
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Kurios...

...ist höchstens Ihre Feststellung, dass es lange Testphasen gegeben hat.
Das komplette Gegenteil ist hier der Fall.