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Zehn Monate bedingtSpitalstermin verlegt, dann drohte Pensionist mit Blutbad

Wegen Corona hätte 75-Jähriger früher erscheinen sollen - darauf kündigte er telefonisch an, er werde "alle niederschießen".

© (c) APA/HANS PUNZ
 

Ein 75-Jähriger ist am Mittwoch am Wiener Landesgericht für Strafsachen wegen schwerer Nötigung zu zehn Monaten bedingter Haft verurteilt worden. Er hatte am 28. September einem Wiener Spital telefonisch mit einem Blutbad gedroht, nachdem man ihm einen vereinbarten Behandlungstermin aufgrund coronabedingter Überlastung vorverlegt hatte.

Statt um 10.00 Uhr sollte der Patient bereits in der Früh erscheinen - auch, um vor der Behandlung abklären zu können, ob er nicht mit dem Coronavirus infiziert war. Das behagte dem 75-Jährigen gar nicht, am Telefon machte er seinem Ärger Luft. Er kündigte an, er werde mit seinem Pkw "in das Spital reinfahren" seine "Automatik-Waffe" mitnehmen und "alle niederschießen".

Vor Gericht verantwortete sich der bisher Unbescholtene damit, er habe "einen Spaß machen wollen". Die Dame am Telefon habe aber zu schreien begonnen. "Sie hat leider hysterisch reagiert", meinte der Verteidiger. Dabei habe sein Mandant "einen typischen Wiener Schmäh" angebracht: "Das war ja nicht ernst gemeint. Wenn ich sag, ich reiß dir den Schädl ab, heißt das nicht, dass ich den enthaupte."

Die fernmündliche Drohung hatte einen Wega-Einsatz ausgelöst. Acht schwerbewaffnete Beamte klopften wenig später an der Wohnungstür des 75-Jährigen. Als seine Ehefrau aufmachte und das Großaufgebot vor sich sah, kommentierte sie dies mit: "So viel Polizei für nichts". Dann versuchte der 75-Jährige die Tür zuzudrücken, worauf er zu Boden befördert, fixiert und festgenommen wurde.

Der Richter bezeichnete die inkriminierte Wortspende als "völlig inakzeptabel". Gerade gegen Krankenhäuser, "die sich in Corona-Zeiten schwertun", sei ein derartiges Vorgehen unangebracht. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, der 75-Jährige erbat Bedenkzeit.

Kommentare (6)
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Plantago
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Die WEGA zu einem 75-Jährigen...

mutig, mutig, - aber über die offenen Grenzen lassen wir potenzielle IS-Mörder ungeschaut ins Land...

Plantago
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Es kommt noch so weit,

dass sofort die Polizei gerufen wird, wenn jemand mit Mund-Nasenschutz-Maske eine Bank betritt...

Plantago
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aber wenn ein IS-Sympathisant Munition im Ausland kaufen will,

ist das "kein Grund zur Besorgnis"... - irgendwas läuft ganz gewaltig schief in diesem Land.

Plantago
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Der "schießt" mit Worten...

und die Justiz schießt dann "mit Kanonen auf Spatzen".

Mezgolits
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Dann versuchte der 75-jährige die Tür zuzudrücken, ...

Vielen Dank - ich fasse zusammen: Gefährliche Drohung = StGB § 107. (2) = bis zu drei Jahre
Haft + versuchter Widerstand gegen die Staatsgewalt. - Mein Urteil: Drei Jahre Haft, lebens-
länglich bedingt + eine Woche Bedenkzeit in Haft + einen Monat keinen Pensionsbezug +
Nachschulung für den Richter und Rechtsanwalt. Stefan Mezgolits, Erfinder + Erstkläger

satiricus
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Zuerst telefonisch ein Blutbad androhen und....

... dann alles als "typischen Wiener Schmäh" bezeichnen - das kann auch nur einem Anwalt einfallen.