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Angespannte Lage Nach "Almen-Gipfel": Informationsoffensive für Wanderer geplant

Steigende Besucherzahlen und Internet-Challenges sorgen auf Almen für angespannte Lage - Tourismus und Almwirtschaft sollen künftig enger zusammenarbeiten.

Das rich­ti­ge Ver­hal­ten auf Almen ist Thema eines Gip­fels am heu­ti­gen Diens­tag im Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um
Das rich­ti­ge Ver­hal­ten auf Almen ist Thema eines Gip­fels am heu­ti­gen Diens­tag im Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um © APA/Barbara Gindl
 

Die Lage auf Österreichs Almen ist angesichts steigender Besucherzahlen, diverser gefährlicher Internet-Challenges und zunehmender Vermüllung angespannt. Um den Aufenthalt angenehm und sicher zu halten, kündigte Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) am Dienstag bei einer Pressekonferenz eine Informationsoffensive an. Die Eigenverantwortung der Besucher soll dabei betont werden.

"Heuer heißt es für viele 'Almen statt Palmen'. Das freut uns, nur gibt es leider auch vermehrt Zwischenfälle, die uns mit Sorge erfüllen", sagte Köstinger. So würden viele gefährliche Situationen im Umgang mit Hunden und Mutterkühen auftreten. An neuralgischen Punkten würden zudem derartig viele Wanderer unterwegs sein, dass Kuhherden in Unruhe versetzt werden. Manche Besucher lassen Müll zurück, der wiederum für Wild- und Weidetiere gefährlich sein kann. Aber auch TikTok-Challenges, im Zuge derer Kühe erschreckt oder Kinder auf Kälber gesetzt werden, "haben die Almwirtschaft mehrere Wochen verunsichert", so die Landwirtschaftsministerin.

Als Reaktion wurde am Dienstag ein virtueller "Almen-Gipfel" mit Vertretern der Almwirtschaft, des Tourismus und alpiner Vereine abgehalten, um über Lösungswege zu diskutieren. Zentraler Wunsch sei dabei gewesen, noch "viel stärker zu informieren", sagte Köstinger. Man werde den Kontakt zu Gemeinden und Tourismusverbänden suchen, um den Bekanntheitsgrad der im vergangenen Jahr präsentierten zehn Verhaltensregeln für Besucher auf Almen zu steigern, versprach die Ministerin.

Enge Zusammenarbeit

Zudem sollen die Tourismusbranche und die Almwirtschaft in Zukunft enger zusammenarbeiten. "Die Verhaltensregeln müssen in jedem Hotel aufliegen", forderte Erich Schwärzler, Bundesobmann der Almwirtschaft Österreich. Auch sei zu diskutieren, ob alle Wanderwege richtig angelegt seien. "Wenn ein Wanderweg mitten durch eine Kuhherde führt, dann muss es möglich sein, diesen unkompliziert zu verlegen", meinte Schwärzler.

Prinzipiell zeigte sich der Bundesobmann über die Entwicklungen der vergangenen Zeit erfreut. Diese hätten für mehr Klarheit und Rechtssicherheit für Almbetreiber gesorgt. Neben den entwickelten Verhaltensregeln empfindet er die im Vorjahr von der damaligen Regierung als Reaktion auf das Tiroler "Kuh-Urteil" durchgeführte Gesetzesänderung zur Tierhalterhaftung im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB) als wichtig. Ein angefügter Zusatz zielt explizit auf die Alm- und Weidewirtschaft ab und betont die Eigenverantwortung der Almbesucher. Landwirte können schadlos gehalten werden, sofern sie bundesweite Almstandards einhalten.

Der Oberste Gerichtshof (OGH) bestätigte heuer das Urteil des Innsbrucker Oberlandesgerichts (OLG) im Falle einer tödlichen Kuhattacke auf eine 45-jährige Deutsche im Tiroler Pinnistal im Jahr 2014. Demnach traf die zu Tode getrampelte Hundebesitzerin sowie den Landwirt jeweils eine Teilschuld. "Das Urteil hat in der Almwirtschaft starke Irritationen ausgelöst", sagte Schwärzler. Es sei wichtig gewesen, dass die Politik rasch mit einer Gesetzesänderung reagiert habe. Dennoch seien manche Bauern weiterhin verunsichert und würden mitunter über Wegsperren nachdenken. "Hier ist Dialog nötig", meinte der Bundesobmann der Almwirtschaft.

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metropole
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Information

Vielleicht sollte die grinsende köstinger ihren Dienst als Informantin für die Wanderer auf der alm versehen.das wäre endlich eine vernünftige arbeit für die unter ferner liefende Ministerin.

Landbomeranze
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Eh ein wahnsinniger Erfolg, wenn die einzige

Erkenntnis ist, dass nun mehr aufgeklärt wird. Das tun die Almbesitzer ohnedies seit Jahren, indem sie an jedes Gatter Verhaltensregeln nageln. Genützt hat es bis jetzt aber wenig. Mit den Papierln, die nun gedruckt werden, wird es nicht anders sein.

Fuxbau
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Wanderer

Als leidenschaftlicher Wanderer muss ich leider feststellen das immer mehr ungeeignete Wanderer unterwegs sind, sogenannte Sontagswanderer die glauben weil sie ca. 1 mal im Jahr auf die Alm fahren bis zum Anschlag und nur einige Meter gehen glauben das war eine Wanderung. Was Müll im Gelände hinterlassen wird ist ein Wahnsinn. Verhalten in den Weiden ist gar nicht zu denken. Nichts gegen Hundebesitzer aber ein Hund auf Alm hat absolut nichts zu suchen, Hundehalter sind teilweise unbelehrbar und glauben weil sie einen Hund haben ( viele sogar mit 2 -3 Hunden - traurig ) alle Rechte zu haben.
Fazit: Kein Hund darf auf die Almen wo Weidevieh den Sommer verbringen. Würde mich interessieren ob die Hundehalter auch ihren liebsten Hund im eigenen Haus so wie auf der Alm freien Lauf geben. Für alle Hundebesitzer zur Information das Hundekot für Kühe usw. kränklich bis tödlich sein kann. Als Information sollte jeder Besitzer auch Kotsackerln dabei haben und diese richtig entsorgen und nicht seitlich wegwerfen wenn es keiner sieht.

Flogerl
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Der nächste Hundehasser par excellence.

Also wir wandern seit über 30 Jahren NUR mit Hunden auf unseren herrlichen Almen umher und es gab noch NIE auch nur das kleinste Problem. Sollen wir uns jetzt von Ihren unqualifizierten Anfeindungen betroffen fühlen ? Keine Sorge, tun wir eh nicht, wir wissen ja, welchem Geist solche Aussagen entspringen.

Was Ihre Aussage bezüglich Sonntagswanderer betrifft, stimmen wir allerdings vollkommen zu !

Hildegard11
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Als hundehassend...

...kann der vorige Artikel wirklich nicht bezeichnet werden. Aber kritisch wird man ja wohl sein dürfen. Hunde haben nichts auf Almen verloren. Hund = Haustier!!

Nebelspalter
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Ich gehe sogar...

Fallweise mit zwei Hunden auf die Alm, nur weiche ich Weidevieh großräumig aus! Ich hatte noch nie Probleme, so sich eine Kuh nähert, ziehe ich mich zurück!

Flogerl
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Hund ist Haustier

LOL, gehts noch ? Was verbietest als nächstes auf der Alm ? Kuhglocken ? Also mich stören die Dinger in meiner Ruhe ! Und das Geschrei der Kinder erst, weg damit ?

Gehts noch ?

lenigsch
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Hund=Haustier

Als Hundebesitzer weiß man aber bald wirklich nicht mehr wohin. In der Stadt hat der Hund ja auch nix verloren wie auch oft gern gepostet wird wenn es zu Vorfällen mit Hunden kommt. Da wird geschrien der Hund habe im Haus/der Stadt nix verloren und gehört raus aufs Land und die Alm. Passiert dort was heißt es der Hund habe dort auch nix verloren.

Ich gehe mit meinem Hund gern wandern. Aber ich informiere mich vorher soweit wie möglich ob dort Weidevieh ist und wenn ja muss man halt woanders gehen.
Und ja, man darf kritisch sein und ich kann mich dem nur anschließen, dass viele HundehalterInnen sorglos bis rücksichtslos sind. Leider.

Musicjunkie
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Gefahrenzone Alm?!

Erst die Massen in die Berge locken und sich dann wundern, das es Probleme gibt. Bitte künftig noch mehr Hotelprojekte, - bzw. Almhüttendörfer genehmigen. 😠

einmischer
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Wanderer

Man muss sich ja nur den Ö3-Mikromann geben.
Von denen die nicht wissen, dass Klagenfurt nicht am Bodensee liegt, der Schneeberg nicht der höchste Berg Österreichs ist und Graz nicht an der Adria liegt, gehen halt Einige, vermutlich in Ermangelung einer Fahrausbildung, auf die Almen. Nachdem laut Volksmund der G´scheitere nachgibt, sind Unfälle Gott sei Dank noch nicht an der Tagesordnung.

eleasar
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"Almen statt Palmen" gefällt mir

Weitere Vorschläge:

+ Rücksichtsvoll statt Tiktok-Troll
+ Entspannt und still statt laut und schrill
+ Mit gutem Plan statt "Ich steh an"
+ "Gib auf dich acht" statt "Gute Nacht"
+ Mit Maß und Ziel statt "Alles zuviel"
+ Müll mit nachhaus statt "Alm, o Graus"
+ Mit Hausverstand statt ausgebrannt
...

dedamaro
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wenn das so ist...

... dann bleibt‘s doch daheim 😅
warum mutterkühe stressen🤔🤔🤔
ich versteh das ganze nit...

herwig67
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Eigenverantwortung?

Guter Witz😄 Man sieht es nur allzuoft, dass Hundebesitzer ihren Vierbeiner auf der Alm nicht anleinen. Man könnte ja eine Almpolizei einführen, die Unbelehrbare abmahnt und ev. mit Almverbot belegt.

Patriot
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Das Verhalten der Tiere hat sich nicht verändert!

Das vieler Menschen schon. Viele sind heute verhaltensauffälliger als noch vor 20, 30 Jahren.