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AufgedecktLeidensweg heimischer Kälber bis in den Libanon verfolgt

Erstmals ist es dem "Verein gegen Tierfabriken" gelungen, den Leidensweg dreier Kälber von der Geburt in Österreich über die Mast in Spanien bis zur Schlachtung im Libanon zu verfolgen.

Die Tiere werden verschifft © Animal Welfare Foundation
 

Eindrückliches Videomaterial zeigt die Schlachtung von Rindern in einem Schlachtbetrieb an der Grenze zu Syrien, im Norden Libanons – unter ihnen drei Rinder aus Österreich. Das berichtet der "Verein gegen Tierfabriken" (VGT). Die Daten der Ohrmarken würden belegen, dass die Tiere von Milchwirtschaftsbetrieben in Oberösterreich, Tirol und Vorarlberg stammen.

Gerade einmal zwischen zwei und vier Wochen alt sollen die Kälber gewesen sein, als sie im Dezember 2018 über die Kälbersammelstelle in Bergheim bei Salzburg nach Spanien transportiert wurden. Jede Woche hätten dort sogenannte Langstreckentransporte nicht entwöhnter Kälber aus ganz Österreich ihren Ursprung. Der VGT hatte diese Transporte vergangenes Jahr dokumentiert und Anzeige erstattet.

Über 21 Stunden würden die Kälber auf dem Weg unversorgt sein, weil es keine geeigneten Tränksysteme auf den Transportern gibt. "Obwohl dieser Missstand seit Jahren bekannt ist, finden die Transporte aus wirtschaftlichen Gründen weiterhin statt", klagt der VGT.

„Wir dokumentieren seit vielen Jahren die Transporte von Milchkälbern aus Österreich ins Ausland und haben die Politik immer wieder darauf hingewiesen, dass diese Tiere schlussendlich auf grausame Art und Weise in Ländern außerhalb der EU geschlachtet werden", schildert Tobias Giesinger, Kampagnenleiter beim VGT.

Bis in den Libanon transportiert

Nach der Mast würden viele der exportierten österreichischen Tiere nicht in Spanien bleiben. Die drei dokumentierten Rinder tauchen im August 2019 im Libanon auf – sie seien nach einem zweiwöchigen Transport per Schiff in den Nahen Osten gebracht und kurz darauf bei vollem Bewusstsein geschlachtet worden. Aktuelle Aufnahmen der Organisation Animals International würden den minutenlangen Todeskampf der Tiere zeigen.

Seit mehr als zehn Jahren dokumentiert Animals International Schlachtpraktiken im Nahen Osten, Nordafrika aber auch in der Türkei. „Unfassbares Leid wird diesen Tieren angetan. Damit sie nicht davonlaufen können, werden ihnen die Beinsehnen durchtrennt. Um sie handlungsunfähig zu machen, wird ihnen in die Augen gestochen. Hierbei wird kein Unterschied zwischen Zucht- und Schlachttier gemacht“, so Gabriel Paun von Animals International.

Dass dies keine Einzelfälle seien, würden offizielle Daten beweisen: Im Jahr 2018 soll Spanien über 160.000 Rinder zum Zweck der Schlachtung und mehr als 35.000 zum Zweck der Weitermast in Drittstaaten exportiert haben. Die Importländer waren Türkei, Algerien, Libyen, Marokko, Libanon und Ägypten (Quelle: Eurostat).

„Wären die Gesetze konsequent eingehalten worden, wären die dokumentierten Tiere gar nicht erst im Libanon gelandet", so  Giesinger, „denn bereits der Transport der nicht-entwöhnten Kälber nach Spanien entspricht nicht der EU-Verordnung.“

Schutzlos

Der Europäische Gerichtshof hat bereits 2015 bestätigt, dass der im Unionsrecht vorgesehene Schutz von Tieren beim Transport nicht an den Außengrenzen der Union endet – trotzdem endet er de facto, sobald die Tiere europäischen Boden verlassen. Obwohl dies bekannt ist, liefert Österreich sogar direkt Rinder in diese Länder. „Das muss dringend ein Ende haben! Es darf nicht sein, dass wir die Verantwortung für unsere Tiere an der Grenze abgeben und uns danach nicht mehr darum scheren, was mit ihnen passiert“, so Giesinger.

Die Ursache ist jedoch in Österreich selbst zu suchen – Tobias Giesinger: „Der Import von Futtermitteln, der Export von Milchprodukten und das Schicksal der Milchkälber zeigt klar, dass sich die kleinbäuerliche Landwirtschaft in Österreich zu einer globalisierten Industrie entwickelt hat. Je mehr Milch produziert wird, desto mehr Kälber müssen geboren werden. Eine konsequente Systemänderung ist deshalb dringend notwendig, um diese Transporte zu beenden.“

ZDF-Doku "Tiertransporte grenzenlos"

Die ZDF-Dokumentation "Tiertransporte grenzenlos" des deutschen Autors und Filmemachers Manfred Karremann hat kürzlich die grausamen Bedingungen für die Tiere aufgezeigt. Die ZDF-Doku berichtete konkret über schwere Missstände bei Rindertransporten, wobei auch österreichische Tiere betroffen sind.

Von 2008 bis 2018 wurden laut Zahlen der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" es insgesamt 1.014.721 heimische Tiere, die ins Ausland transportiert wurden.  221.464 davon gingen in Drittstaaten. Die häufigsten Exportländer sind die Türkei (117.151 Tiere), Algerien (38.133), Russland (15.356), Usbekistan (12.675) und Aserbaidschan (9.301). „Diese große Zahl ist mehr als erschreckend“, sagt Eva Rosenberg, Direktorin von "Vier Pfoten". „Das System kann nur als pervers bezeichnet werden. Wie kann es eine Normalität und vor allem lukrativ sein, Tiere lebendig über zigtausende Kilometer, oft wochenlang, durch mehrere Länder zu transportieren?“

Laut EU-Verordnung dürfen Rinder insgesamt 29 Stunden transportiert werden, wobei eine Stunde Pause eingehalten werden muss. Bei Schweinen beträgt die zulässige Transportdauer 24 Stunden. Nach einer Pause von 24 Stunden darf die Maximaldauer aber beliebig oft wiederholt werden. Auch nicht-entwöhnte, also noch säugende Jungtiere dürfen transportiert werden, kritisierte "Vier Pfoten". "Diese Bestimmungen sind einfach eine Schande", sagte Rosenberg. Neben einem Stopp von Lebendtiertransporten in Drittstaaten und einer Begrenzung der Transportzeit auf acht Stunden forderte die Tierschutzorganisation auch ein Verbot des Transports von nicht-entwöhnten Jungtieren.

Kommentare (78)

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Gebirgssonne
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Das treibt einem die Tränen in die Augen

Ich bin ein Biobetrieb mit 12 Mutterkühen und es brennt mir im Herz wenn ich mitansehen muß wie respektlos das Leben unserer Tiere behandelt wird nur aus Profitgier und Wirtschaftsfaktor. Vorallem stellt sich die Frage warum mann zuläßt das die Tiere in den östlichen Ländern grausam geschächtet werden dürfen (da muß soviel Geld im Spiel sein wovon wir normalsterblichen keine Ahnung haben)
Und meiner Meinung wird sich das alles erst ändern wenn Transitförderungen gestrichen wird und nur noch für kühltransporte ectr. Beansprucht werden kann. Hier sollte die Politik ansetzten.
Des weiteren schmerzt es mich sehr das wir Bauern alle in den Topf der Gewinnorietierten Bestien geschmissen werden. Wir sind ein kleinerer Betrieb wie es bei uns viele, gibt wo jedes Tier Namen hat und mit Respekt behandelt wird und wenn wir die Kunden finden, vermarkten wir unsere Tiere ab Hof in 10kg Pakete.
Und ich möchte allen die aus Tierschutz auf Fleisch verzichten, etwas zum nachdenken mitgeben.
Jedesmal wenn sie auf Fleisch verzichten obwohl sie heimisches aus der Region- im Geschäft oder direkt vom Bauern aus ihrer Nähe kaufen könnten zwingen sie einen Landwirt sein Tier in fremde Hände zu geben wo er keinen Einfluß mehr darauf hat, was damit passiert und wo es landet!!
Vielleicht ist es nicht der wahre Tierschutz Soja etr. Zu kaufen und die guten heimischen Produkte zu verschmähen nur damit ihr Euch besser fühlt!!!
L.G. von einem Bauern mit Herz nicht aus Stein

KlaraK
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Falsche Ansicht!!!

Hallo Gebirgssonne!

Ich ernähre mich mich mittlerweile schon seit fast einem Jahr komplett vegetarisch und so gut wies geht vegan.
Würden mehr Leute kein Fleisch essen oder Milch etc konsumieren, würde es gar nicht zur Massentierhaltung kommen und dann auch nicht dazu, dass Tiere ins Ausland transportiert werden müssen! Es gibt einfach nichts schrecklicheres als die Tierindustrie! Ich finde die Ansicht, dass der Verzicht auf Fleisch der falsche Weg ist, Tiere zu schützen so falsch! Was ist den besser als diese gar nicht zu konsumieren? Heimische Schlachtungen laufen auch oft nicht besser ab als die im Ausland! Und wir verzichten nicht auf Fleisch damit wir uns besser fühlen, sondern zum Wohl der Tiere!!!

Estarte
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BRAVO !

Ganz genau so ist es !
Meine Hochachtung !
Wenn ALLE Leute so leben würden wie Sie, dann gäbe es keine Massentierzucht und keine Lebendtiertransporte in dritte Welt Länder und keine grausame Tierquälerei.....
Es gibt Nichts Schrecklicheres als Industrie und Wirtschaft und Geldgier auf dem Rücken von erbärmlichster, widerwärtigster ,abartigster, Tierquälerei.
Das TIERWOHL MUSS ÜBER DIE WIRTSCHAFT GESTELLT WERDEN.
TIER SIND LEBEWESEN MIT HERZ UND SEELE, DIE UNS MENSCHEN HILFLOS AUSGELIEFERT SIND, UND FÜR DIE WIR ALLE VERANTWORTLICH SIND.
MAN KANN ALS BAUER NICHT DIE VERANTWORTUNG BEI DER STALLTÜR ABGEBEN UND DAS SCHICKSAL DES EIGENEN TIERES DEM HÄNDLER ÜBERLASSEN UND SAGEN DAS GEHT MICH NICHTS MEHR AN DIE ANDEREN SIND SCHULD.....
Bitte weiter so und ALLES LIEBE :)

hbratschi
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@gebirgssonne

wenn das auch nur einigermaßen so stimmt, wie du dich und deinen betrieb beschreibst, dann: chapeau!!! so stell ich mir landwirtschaft vor. und du hast recht, es liegt sehr viel am konsumverhalten jedes einzelnen, aber solange die lebensmittelketten mit ihren billigpreisen (vor allem beim fleisch) den ehrlichen bauer in den ruin treiben, wird sich nicht viel ändern. leider! würde gern wissen, wo du zu hause bist...

Estarte
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WIR ALLE SIND VERANTWORTLICH FÜR DIE TIERE UND KÖNNEN DIESE NICHT AN DER GRENZE ABGEBEN ODER SOBALD DAS TIER DEN HOF VERLÄSST

Gefordert und verantwortlich sind wir ALLE für die Tiere
man kann nicht EINEM allein die Schuld zuweisen
Die Bauern, die Wirtschaft, die Konsumenten,die Politik,die Diskonter,die Tierschutzvereine, die Schulen.......usw.
Wir alle müssen unser VERHALTEN ändern.
Es gibt so viele Möglichkeiten und das fängt im kleinen Bereich an.
Was kann jeder selbst dazu betragen, dass diese Lebendtiertransporte in dritte Welt Länder so nicht mehr passieren, wie es jahrelang passiert, und es keine Tierquälerei und keine Massentierzucht mehr gibt......
Das fängt beim Milchkauf an,Milch wird überproduziert.
Es muss nicht jeden Tag Fleisch gegessen werden, man kann sich einschränken und etwas Gesundes essen, oder kein Fleisch essen,man könnte spenden, damit Tierschutzvereine Aufklärung leisten können, und Tieren helfen können,Lehrer sollten Schülern Tierschutz und Ethik beibringen, man kann Petitionen unterschreiben, die sich an Politiker richten, damit Gesetze zum Schutz der Tiere gemacht werden,man kann und soll Menschen informieren, Druck auf die Politik ausüben.....

Patriot
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Wir sollten uns alle zusammen schämen, dass wir so etwas zulassen!

Es ist allerhöchste Zeit, dass diese schändlichen Lebendtrasporte endlich verboten werden.
Verzichten wir auf übermäßigen Fleischkonsum, einmal pro Woche muss genügen. Auch der eigenen Gesundheit und dem Klima zuliebe!
Übrigens:
Wenn dem Jüngsten Gericht auch nur ein Tier angehört, landen 90% der Menschen mit Sicherheit in der Hölle!!!

babette6
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Barbarisch & bestialisch!!!!!!!!!

Welche unfassbaren Grausamkeiten werden für Geld an Lebewesen begangen! Welche Bestie ist der Mensch. Was für Bauern sind das, die ihre Tiere solchen fürchterlichen Qualen aussetzen !!! Man wähnt sich im tiefsten Mittelalter. Und die Politiker der EU schauen bei diesen Massendeportationen und der grausamen Tierquälerei einfach zu!!!!! EINFACH NUR WIDERLICH !!!!

pehe99
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Fleischverzicht...

wir verzichten schon seit Jahren auf Fleisch und wir fühlen uns angesichts solcher Praktiken immer mehr in unserer Entscheidung bestätigt. Dass aber aber auch die Milchproduktion so ein Leid verursacht war uns eigentlich nicht bewusst....die beste Möglichkeit darauf zu reagieren ist immer noch entweder auf solche Produkte zu verzichten oder zumindest versuchen den Konsum einzuschränken und/oder auf Alternativen umzusteigen.
Allein der Gedanke wie das Stück Fleisch auf dem Teller vor mir "produziert" wurde müsste eigentlich jedem halbwegs empathisch veranlagten Menschen den Appetit nachhaltig verderben.....

Estarte
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Kälber für die Mülltonne: Warum die Milchindustrie Bullenkälber tötet

Es ist eine traurige Wahrheit: Viele Landwirte in der Milchindustrie vernachlässigen die männlichen Kälber nach der Geburt, behandeln sie nicht ausreichend oder töten sie sogar.
Warum sind Bullenkälber für die Industrie kaum etwas wert?
Eines darf man nicht vergessen: Landwirte halten Tiere aus wirtschaftlichen Gründen. Das heißt, sie wollen mit den Lebewesen ihr Geld verdienen. Deshalb nehmen sie meist wenig Rücksicht auf die wirklichen Bedürfnisse der Tiere und jedes Tier stirbt früher oder später im Schlachthof.
Kühe sind Säugetiere, wie der Mensch auch. Damit sie Milch geben, werden sie jedes Jahr meist künstlich besamt, um ein Kalb auf die Welt zu bringen. Dieses wird der Mutter kurz nach der Geburt weggenommen, denn jeder Tropfen Milch bedeutet Geld für den Landwirt – für Kuhmutter und Kalb bedeutet es eine schmerzliche Trennung. Das Kalb wird nun meist alleine in eine Kälberbox verfrachtet. Einsam auf wenigen Quadratmetern!
Damit die Kühe immer mehr Milch geben, wurde ihnen eine krankmachende Milchleistung von durchschnittlich etwa 8.000 Litern Milch im Jahr angezüchtet (ursprünglich gibt eine Kuh etwa 8 Liter am Tag für ihr Kalb). Diese Züchtung auf Milch hat jedoch die Konsequenz, dass diese Tiere kaum mehr Fleisch ansetzen. Die männlichen Kälber, die logischerweise keine Milch geben, sind also auch für die Mast unwirtschaftlich.
Ein weiteres Problem ist der hohe Milchkonsum der Deutschen. Immer mehr Milch bedeutet immer mehr Kälber, die keiner haben möchte.

Estarte
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TIERE SIND ABFALLPRODUKT SEI XXXL JAHREN ES ÄNDERT SICH NICHTS

Letztes Jahr sind fast 10 000 Kälber im ersten Lebensmonat verendet oder auf der Schlachtbank gelandet. Politiker und Tierschützer schlagen Alarm – und auch Bauern sehen Handlungsbedarf.
Der Leistungsdruck in der Schweizer Landwirtschaft macht männliche Kälber zum Abfallprodukt – vor allem bei den Hochleistungs-Milchkuh-Rassen Holstein und Red Holstein. Gemäss der Tierverkehrsdatenbank sind letztes Jahr 8243 Kälber dieser Rassen «im ersten Lebensmonat verendet», wie das Konsumentenmagazin «Saldo» berichtet. Aber auch auf der Schlachtbank landeten rekordverdächtig viele junge Kälber: 3938, rund 1250 davon nicht einmal einen Monat alt. 93 Prozent der geschlachteten Kälber waren männlich.

Damit Kühe stetig Milch produzieren, müssen sie jedes Jahr kalben. Das Problem bei der Holstein- und Red-Holstein-Rasse ist aber, dass ihre Kälber kaum Fleisch ansetzen. Die Haltung der männlichen Kälber bedeutet Mehraufwand, weil ihnen Milch vertränkt wird. Diese «Tränkekälber» sind damit für Mäster und Metzger wirtschaftlich nicht interessant. In Neuseeland und Irland ist das Töten frisch geborener Tiere seit 50 Jahren gang und gäbe.

Estarte
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UMKEHR DER AGRARPOLITIK IST GEFORDERT

Foldenauer vom Verband der Milchviehhalter – und mit ihm viele andere Landwirte – fordert: "Wir brauchen eine Umkehr in der Agrarpolitik." Sie wollen ein Anti-Dumping-Gesetz, wie zum Beispiel im Einzelhandel. Auch in der Landwirtschaft könnte ein solches Gesetz verhindern, dass im Handel unter den Herstellungskosten eingekauft wird. "Die Politik könnte Mindestpreis-Empfehlungen geben", sagt Foldenauer.

Im Moment liefern Foldenauer und seine Kollegen ihre Milch bei den Molkereibetrieben ab und erfahren erst Mitte des darauffolgenden Monats, wie viel Geld sie dafür bekommen. Die Preise legen die Großen der Branche fest: die milliardenschweren Molkerei- und Schlachtbetriebe und der Einzelhandel, allen voran die Konzerne der Discounter. Supermarktketten sind die größten Akteure der Agro-Industrie.
Aber – und auch das gehört zu den Gesetzen der Agro-Industrie – den Preis können sie nur so weit drücken, weil das Angebot so groß ist. In Deutschland werden beispielsweise jährlich 20 Prozent mehr Schweinefleisch erzeugt, als die Deutschen essen.

Estarte
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EIN MÄNNLICHES KALB IST FÜR DEN BAUERN NICHTS WERT

Ein männliches Kalb – auch eines, das auf einem Biohof geboren wird – wird meist von einem Viehhändler abgeholt, wenn es zwei Wochen alt ist. Er zahlt für das Kalb zwischen 80 und 150 Euro, je nachdem, wie schwer und wie gesund es ist und wie die Preise gerade sind. Der Händler fährt das Kalb zum Mäster, der es in 26 bis 28 Wochen auf sein Schlachtgewicht von 150 Kilo bringt.

Millionen von Kälbern werden Tausende von Kilometern quer durch Europa und noch weiter weg gefahren. Die Zahl der Rindertransporte aus Deutschland in die Türkei hat sich in den vergangenen Jahren VERZEHNFACHT.

Eine Geschichte wird unter Landwirten erzählt, die Geschichte geht so: Bullenkälber, die nach der Geburt schwach oder krank sind, lohnen sich nicht. Man hört diese Geschichte so oft, dass man auf den Gedanken kommen kann, es sei etwas dran. Manche Landwirte erzählen von Kälbern, die auf den Misthaufen geworfen oder vor Höfen ausgesetzt werden, wo sie verhungern oder erfrieren. Keiner der Landwirte gibt öffentlich zu, daran beteiligt zu sein.

Wenn die Kälber nicht von selbst trinken, muss man ihnen die Flasche geben, und das dauert eine Viertelstunde – zu lange für den eng getakteten Stallgang. Wenn die Bullenkälber krank sind, werden sie oft nicht versorgt und gehen elend zugrunde. Besonders dann, wenn das Geld knapp wird, ist der Tierarzt in der engen Preiskalkulation der Bauern zu teuer.

wintis_kleine
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Es ist leider erschreckend und unfassbar zugleich

Wir als Konsumenten in Österreich versuchen unseren Fleischkonsum einzudämmen, wenn schon Fleisch, dann eines, in dem es dem Tier zuvor wenigstens einiger Maßen gut ergangen ist (Nahgenuss, FairHof, etc.) obwohl es mehr kostet aber man will beiden helfen, den Bauern mit den höheren Preisen und den Tieren damit sie wenigstens ein einiger Maßen erträgliches Leben haben.
Aber was bitte bringt das alles, wenn sich bestimmte Landwirtschaftliche Betriebe ohne jegliche Moral und ohne jegliche Empathie für das Tier der Gewinnmaximierung verschrieben haben.
Es ist an Grauslichkeit fast nicht zu überbieten und die EU kann eigentlich nur mit einer Maßnahme dagegen ankämpfen:
Sofortige Fördereinstellung für derartige Betriebe
und
absolutes Verbot von Lebendtiertransorten außerhalb der Bundesstaatliche Grenzen (bzw. nur bis zum nächsten Schlachthof)
Ich hoffe sehr, dass der VGT SEHR VIEL Unterstützung erhält, um seine Aufklärungsarbeit fortsetzten zu können. Meine Spende wird jedenfalls noch heute überwiesen.

Estarte
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ES IST EIN VERBRECHEN !!! AN MILLIONEN VON TIEREN

DIE GELDGIER DER WIRTSCHAFT GEHT ÜBER GEQUÄLTE LEICHEN.
Tagtäglich finden MASSENDEPORTATIONEN von LEBEWESEN unter grauslichsten, erbärmlichsten, verachtungswürdigsten Zuständen statt.
Menschen sehen zu oder weg, andere wiederum veranstalten im Libanon das Massaker mit Millionen von Tieren....
Jahrelang wird aufgedeckt und es passiert NICHTS.
Allein der Transport ist extrem grausam und durch den Transport kommen viele Tiere schon tot an.
Der Mensch ist NICHT ZIVILISIERT, leider weit davon entfernt.
ES IST EIN VERBRECHEN an MILLIONEN von TIEREN !!!
ES SIND LEBEWESEN MIT HERZ UND SEELE !!!

Estarte
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Das Ganze ist nicht legal. Schon die Transporte von Österreich nach Spanien sind nicht legal“

Tierschützer beklagen Wegschauen
Tierschützer machen schon seit Jahren auf die Tiertransporte in Drittländer aufmerksam und beklagen das Wegschauen von Behörden und Politik. Dass es überhaupt zu den Kälbertransporten in alle Himmelsrichtungen kommt, liegt nach Ansicht der Tierschützer in der überbordenden Milchwirtschaft mit hochgezüchteten Milchkuhrassen, deren männliche Kälber de facto ein Abfallprodukt sind.
Männliche Rinder praktisch wertlos
Die männlichen Kälber sind in Österreich wirtschaftlich gesehen praktisch wertlos. In einem weiteren dokumentierten Fall wird ein Tier, das in Oberösterreich geboren wurde, nach etwa drei Wochen zu einer Sammelstelle nach Salzburg gebracht und von dort nach Spanien, wo es sechs bis acht Monate lang gemästet wurde, um dann gewinnbringend in den Libanon verkauft zu werden.
Grausamer Umgang mit den Tieren
Der Umgang mit Rindern im Nahen Osten ist hinlänglich bekannt und dokumentiert. Damit die Tiere vor der Schlachtung nicht davonlaufen, werden ihnen mitunter die Sehnen durchtrennt oder sogar die Augen ausgestochen. Die Aufnahmen von der Behandlung der Tiere sind mitunter schwer zu ertragen.

Estarte
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ARTIKEL :

Onlineartikel
Falter: Geboren in Tirol, Tod im Libanon

Kleine Zeitung: Aufgedeckt: Leidensweg heimischer Kälber bis in den Libanon verfolgt

Kronenzeitung: Qualvolle Transporte: Tod im Libanon: Der Weg österreichischer Kälber

Kronenzeitung: Ein Elend ohne Ende

Mein Bezirk: "Schluss mit Lebendtiertransporten auf längeren Strecken"

Neue Vorarlberger Tageszeitung: Milchkälber bis in den Libanon gekarrt

Neue Vorarlberger Tageszeitung: Kälbertransporte

OE24: Leidensweg heimischer Kälber bis in den Libanon aufgedeckt

ORF: Kälbertransporte bis in den Libanon

Salzburg24: Jährlich 15.000 Tiertransporte aus Österreich

Standard: Knapp 15.000 Tiertransporte aus Österreich im vergangenen Jahr

Tiroler Tageszeitung: Route verfolgt: Auch Tiroler Milchkalb landete bei Schlachter im Libanon

Vorarlberger Nachrichten: Vorarlberger Kalb im Libanon

Vorarlberger Nachrichten: VGT: Vorarlberger Kalb findet im Libanon sein Ende

Vorarlberg Online: "Diese Transporte gehören sofort gestoppt!"

Vorarlberg Online: "Tierleid zu verhindern ist eine politische Verantwortung"

10min: Kälbertransporte bis in den Libanon

Estarte
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PETITION UNTERSCHREIBEN

Forderungen des VGT
Zukünftig konsequenter Vollzug der EU-Verordnung zu Tiertransporten
Kein Transport von Tieren, die noch nicht von der Muttermilch entwöhnt sind
Eine maximale Transportdauer von 8 Stunden für alle Tierarten
Keine Transporte in Drittstaaten
Förderung von Alternativen für den Export von Kälbern aus der Milchproduktion

Estarte
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Zielführende Lösungen lassen auf sich warten

"Man sollte meinen, dass nach so schockierenden Aufdeckungen die Lösungen nur so sprudeln - zumindest erwartet man sich diese Reaktion, wenn man selbst zum ersten Mal mit diesen schrecklichen Bildern konfrontiert ist, so Ann-Kathrin Freude vom VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN. Als Tierschützer_in wird man aber immer wieder aufs Neue mit der gegenteiligen Reaktion überrascht: Es wird abgewiegelt, beschönigt, totgeschwiegen. Auf klare Bekenntnisse, diese Transporte in naher Zukunft zu beenden, wartet man bisher vergeblich. Für die Bevölkerung sind dieses unfassbare Tierleid unverständlich und komplett intolerabel."

Estarte
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m Schiffsbauch in den Tod: die Politik weiß Bescheid

Die Politik weiß Bescheid

Diese Szenen hätten verhindert werden können - seit Jahren deckt der VGT immer wieder auf, wie österreichische Tiere bei Tiertransporten leiden und dass einige von ihnen im Nahen Osten landen. 

Zuletzt hatte der VGT mit Kälbertransporten von Salzburg nach Spanien aufgezeigt, wie Behörden und Transporteure systematisch geltendes Recht umgehen, um diese weiten Transporte zu ermöglichen. Über 21 Stunden sind die Kälber auf dem Weg unversorgt, weil es keine geeigneten Tränksysteme auf den Transportern gibt. Obwohl dieser Missstand seit Jahren bekannt ist, finden die Transporte aus wirtschaftlichen Gründen weiterhin statt.


Zielführende Lösungen lassen auf sich warten.
Es handelt sich um Tierbabys die nicht von der Mutter entwöhnt sind, viele sterben schon während des Transportes.
DIE POLITIK MUSS ENDLICH HANDELN !!!!!!
TIER WOHL MUSS ÜBER DIE WIRTSCHAFT GESTELLT WERDEN !!!!

Sam125
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Heimische Kälber für die "Schächter " im Libanon! Ich habe es heute eine kleine

grausige Videoaufnahme im ORF gesehen! Da vergeht einem wirklich alles! Bitte stoppt jeglichen Tiertransport in Staaten, wo die Tiere nicht einmal als irgendein Ding gesehen und bei lebendigen Leib aufgeschlitzt und ausgeblutet werden!! Bitte beendet das!!

Blackrock1
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Kälber sind Babys !

...bin überhaupt dagegen Babys zu töten & zu essen.

ichbindermeinung
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Lebendtiertransporte zwischen EU-Länder u. in Drittländer verbieten

am Besten die ganzen Lebendtiertransporte zwischen den EU-Ländern u. in Drittländer komplett verbieten, spart auch nebenbei noch CO2

mulbrich
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Ich würde...

...noch einen Schritt weiter gehen. Maximale Transportdauer von 60 Minuten. Aber ich hör die Wirtschaft schon sterben, also wird das wohl nichts werden.

dfd4041a4e57b04e882bf4009f4ffe54
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Hauptsache die Gewinnmaximierung

stimmt. Wie es den Kälbern geht ist denen doch egal. So ist eben der christliche Kapitalismus.

hermannsteinacher
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Die LandwirtschaftsministerInnen der EU-Staaten

sind größte ÜbeltäterInnen.

hbratschi
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alle!!!...

...wissen/wussten es. und wieder wird (zu recht) aufgeschrien, und wieder sich genau nix ändern. die gier geht über leichen...

 
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