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GroßarlKündigungen wegen betrunkener Skifahrer

Der Druck auf die Mitarbeiter in Skigebieten wird immer größer. Zwei Beteiligte in Großarl nahmen ihren Hut.

Sujetbild © Robert Neumann - Fotolia
 

Das Problem mit betrunkenen Skifahrern, die in der Dunkelheit trotz Sperre noch abfahren, während schwere Geräte bereits die Piste für den nächsten Tag präparieren, hat nun in Großarl im Salzburger Pongau zu drastischen Maßnahmen geführt. Der technische Geschäftsführer der Bergbahnen warf das Handtuch, weil er die Verantwortung nicht mehr übernehmen wolle, berichteten mehrere Medien am Freitag.

Auf Piste geschlafen

Auslöser war ein Zwischenfall am vergangenen 26. Dezember: Ein schwer betrunkener Skifahrer habe auf der Piste geschlafen, schilderte der kaufmännische Bergbahnen-Chef Josef Gruber. Ein Pistenraupenfahrer hatte zunächst angenommen, den Mann überfahren zu haben. Tatsächlich war er knapp vorbeigefahren. Der betroffene Mitarbeiter müsse wohl seinen Job aufgeben, so Gruber: "Jedes Mal, wenn er rückwärts über einen Eisbrocken fährt, glaubt er, er hat jemanden überfahren."

Wir haben bis spät in die Nacht zum Teil stark betrunkene Gäste, die uns leider auf allen Pistenabschnitten irgendwo daherkommen

Josef Gruber

"Wir haben bis spät in die Nacht zum Teil stark betrunkene Gäste, die uns leider auf allen Pistenabschnitten irgendwo daherkommen", sagte Gruber zum ORF. Neben den emotionalen und psychischen Belastungen für das Personal wegen möglicher Schwerverletzte und Todesfälle gehe es auch um mögliche Strafprozesse, Schuld, Mitschuld oder Unschuld.

Arzt legte Funktionen zurück

Konsequenzen zog auch der praktische Arzt Ernst Toferer. Er legte seine Funktionen als Sprengelarzt und ehrenamtlicher Feuerwehr- und Bergrettungsarzt zurück. "Die Situation ist untragbar, es gibt fast wöchentlich Verletzte, weil schwerst Angetrunkene in der Nacht über die Piste abfahren." Es sei nur eine Frage der Zeit, bis es Schwerverletzte oder Tote gebe. Toferer müsste als Sprengelarzt zur Leichenschau ausrücken. Wie die Bergbahnen fordert auch er von der Gemeinde eine strengere Pistensperre. Und weil das bisher nicht passiert sei, legte er seine Funktionen nieder.

Bürgermeister Johann Rohrmoser (ÖVP) sagt dazu, die Gemeinde sei um eine rasche Lösung bemüht, doch die rechtlichen Rahmenbedingungen seien kompliziert. "Wir können das, was die Bergbahnen fordern, rechtlich gar nicht umsetzen", so der Ortschef zu den "Salzburger Nachrichten". Eine durchgängige Pistensperre ab 17.00 Uhr sei nur auf freiwilliger Basis zwischen Bergbahnen und Grundbesitzern möglich. Ebenso könne laut Gewerbeordnung nicht für alle Skihütten eine frühere Sperrstunde verordnet werden. Bei Betrieben mit Übernachtungsmöglichkeit sei eine Sperrstunde sogar ausgeschlossen.

Nichtsdestotrotz habe es am Mittwoch ein konstruktives Gespräch gegeben, so der Bürgermeister. Ziel sei es, die Pistensperre weiter anzupassen. Das sei zuletzt 2015 passiert. Die seit 2006 gültige Sperrverordnung sei auch davor schon mehrmals adaptiert worden.

 

 

Kommentare (11)

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scionescio
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Wegen einer Minderheit an Idioten, denen es nicht ums Schifahren sondern hauptsächlich ums Saufen geht ...

... wird es wohl bald zu einem Alkoholverbot in den Hüten für alle kommen - und obwohl ich sonst eine Aversion gegen fast alle Arten von Verboten habe, würde ich es in diesem Fall sogar begrüßen, weil es mittlerweile wegen der Besoffenen/sich Überschätzenden mit kleinen Kindern schon am Nachmittag zu einem Spießrutenlauf auf der Piste wird.

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Frohsinnig
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Kopf im Sand

Den Vogel abgeschossen hat heute im ORF-Radio ein Alpenvereinsfunktionär, der meinte das Problem sei aufgebauscht und betreffe nur Ausnahmefälle. War der schon einmal auf einer Schihütte?

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Das Saufen

beim/direkt nachm "Sport" noch in der Montur war mir immer suspekt, zum Glück hab ich immer gewusst wann genug war. es gibt nichts dümmeres als auf der Hütte zu saftln und dann noch glauben selber runterfahren zu können. Korrigiere - es gibt doch noch dümmeres, nämlich sich danach auch noch ans Steuer eines KFZ zu setzen....

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Helga Baurecht
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Entweder oder....

Es gibt viele, die sich beschweren, dass in Kärnten nix los is bezüglich Apres Ski auf den Hütten. So gesehen wieder ein Vorteil. Die meisten Besoffenen und Unfälle nach Pistenschluss gibts in Tirol und Salzburg, wo das Apres Ski blüht.

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Mein Graz
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Kommt jetzt der Aufschrei der Hüttenwirte,

die bei strengeren Sperren bzw. Kontrollen möglicherweise Einbußen beim Verkauf von Alkoholika erfahren werden?

Auch ich habe in jungen Jahren so manchen Abend auf der Hütte verbracht und dabei wurde ordentlich Jagatee konsumiert. Auch ich war damals dumm genug, in alkoholisiertem Zustand abzufahren.
Das war allerdings eine Zeit, wo es kaum Pistengeräte gab, und präpariert wurde (vor allem nächtens) kaum. Wir waren immer in Gruppen unterwegs, wo geschaut wurde, dass auch wirklich alle ins Tal kommen. Aggressiv wurde keiner, dafür sorgte schon die Gruppe.
Ja, wir waren besoffen, es war lustig (für uns) und es war gefährlich. Das haben wir damals nicht so gesehen - heute wissen wir es.

Die Zeiten haben sich geändert. Heute würde mir so was nicht mehr in den Sinn kommen.

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petrbaur
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..

das "saufen" beim skifahrn hats doch schon immer gegeben!? bei wirklich vielen gehts ja nur drum.. was allein in schladming passieren würde wenn da strenge verkehrskontrollen nach einem gut beschten sonntag stattfinden würden will ich garnicht wissen..

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Die Geister, die man rief....

Wenn man bereits die Saisoneröffnung mit Hulapulu Events startet und in der Saison diesbezüglich noch einen drauflegt, dann lässt sich leicht ausmalen, welches Publikum man anlockt! Jede noch so abgelegene Hütte donnert mit enormer Lautstärke begleitet von Zirbenschnaps hektoliterweise musikalischen Sondermüll in die Gegend. Das Disneyland in Orlando ist vergleichsweise ein beschaulicherer Ort als diese Alpinzentren.

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Balrog206
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Noch

Nicht bemerkt das jemand zum trinken gezwungen wurde ! Typisch immer die Anderen san schuld !

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rouge
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Verlockung

Nein, gezwungen wird niemand, aber animiert.

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Helmut67
1
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Ein Pistentaxi

Das rentiert sich sicher nach Pistenschluss gibt es nur mehr so was zur Abfahrt. Bei den Preisen auf der Hütte kann sich das jeder leisten um sicher ins Tal zu kommen.

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Hildegard11
3
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Wie blöd wird die Menschheit noch?

Überfluß- und Zivilisationserscheinung. Und immer wieder: wo bleibt das Mindestmaß an Anstand und Verantwortung?

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