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"Sofortmaßnahmen" in WienE-Scooter-Treffen Ende Jänner soll Regel-Klarheit bringen

Wiens Vizebürgermeisterin Birgit Hebein wollte mit ihrem Maßnahmenpaket Klarheit schaffen, sorgte aber für mehr Fragen. Jetzt findet ein weiteres Treffen mit den E-Scooter Verleihern statt.

© APA/HANS KLAUS TECHT
 

Kurz vor Weihnachten hat Birgit Hebein die Anbieter von Leih-E-Scootern überrascht. Und zwar mit “Sofortmaßnahmen”, die ab April gelten sollen. “Es ist jetzt ein Schritt gelungen, die verschiedenen Interessen unter einen Hut zu bringen”, meinte die Vizebürgermeisterin und Verkehrsstadträtin damals. Worte, die den Eindruck erweckten, dass Klarheit in ein emotional aufgeladenes Thema gebracht worden ist. Doch es tauchten Fragen auf. Und zwar mehrere, wie ein Rundruf – hier nachzulesen–  bei den Anbietern zeigte. Nun ist klar: Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

Wie Wien.memo erfuhr, wird es am 22. Jänner einen erneuten Austausch mit den E-Scooter-Verleihern geben. Bei dem Termin sollen die Maßnahmen genau definiert werden. “Es war von Anfang an unser Ziel, die Betreiber nicht vor den Kopf zu stoßen, sondern im Boot zu haben. Weil sie großteils sehr kooperativ sind, gute Ideen haben und wissen, was technisch geht”, sagt Leopold Bubak, Leiter der für rechtliche Verkehrsangelegenheiten zuständigen MA 65. Das Treffen soll auch dazu dienen, den Verleihern genug Vorlaufzeit für die Umsetzung der Maßnahmen zu geben.

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Nur wie sollen diese konkret aussehen? Oberste Priorität hat eine Lösung des Parkproblems. Das Abstellen wird künftig nur noch auf Gehsteigen mit einer Mindestbreite von vier Metern erlaubt sein. “Gerade die Park-Frage wird operativ am schwierigsten umzusetzen sein. Die angekündigte Gehsteigbreite ist so in Wien kaum vorzufinden”, sagt Fabian Lebersorger vom Anbieter “Bird”. Grundsätzlich begrüßen die Anbieter, wie mehrfach betont, klare Regeln. “Die sind für diese Geschäftsmodelle unbedingt notwendig, damit sie auch gesellschaftlich überlebensfähig sind. Man muss sie aber auch operativ betreiben können”, so Lebersorger. 

Zwar handelt es sich bei den von Hebein kommunizierten Maßnahmen schon um mehr als Vorschläge, dennoch hofft der Sprecher von “Bird”, dass durch die Einbindung der Anbieter noch an der einen oder anderen Schraube gedreht werden kann. Andererseits hofft er darauf, konkrete Konsequenzen zu erfahren und auch, wie die Prozesse dazu aussehen werden. 

Während die wirklich konkreten Maßnahmen der Stadt noch ausständig sind, arbeiten auch Anbieter selbst an Verbesserungen. “Tier” ließ etwa vor dem Jahreswechsel ein neues Modell vom Stapel laufen. Dieses wartet mit größeren Rädern für mehr Laufruhe und Stabilität beim eigentlich vorgeschriebenen Geben eines Handzeichens auf. Außerdem wurde statt des üblichen Seitenständers erstmals ein deutlich stabilerer Zweibeinständer montiert. Das schafft einerseits deutliche Abhilfe gegen das auch von Bürgermeister Michael Ludwig kritisierte Herumliegen umgestürzter E-Scooter auf Gehsteigen und hilft andererseits dabei, das auf fast 30 Kilogramm angestiegenen Fahrzeuggewicht sicher zu halten. 

Letzteres ist auch den neuen, tauschbaren Batterien unter dem verbreiterten Trittbrett geschuldet. Diese machen den täglichen Transport der Roller in Lager zwecks Aufladung obsolet. Leere Akkus werden nun direkt am jeweiligen Standort gegen volle, seit Anfang Jänner per E-Cargo-Bike angelieferte ersetzt. Müssen die Scooter irgendwann doch zwecks Reparatur ins zentrale Lager, transportiert man sie neuerdings im Elektro-Van. Auch dieser ist Teil der “Tier”-Bemühungen um die sofortige Emissionsfreiheit und CO2-Neutralität des E-Scooter-Betriebs.

 

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