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Autofreie Innenstadt gefordertNoch mehr als Massentourismus stört Salzburger die Autoflut

Universität Salzburg führte Umfrage durch: Für die Verkehrssituation in der Altstadt insgesamt setzt es eine vernichtende Beurteilung.

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Sujetbild © (c) APA/FRANZ NEUMAYR
 

Die Automassen in der Salzburger Innenstadt stören die Einheimischen mehr als die Touristenmassen. Diesen Schluss kann man aus einer Umfrage der Universität Salzburg aus dem Frühjahr 2019 ziehen, die am Freitag bei einem Mediengespräch des Vereins Forum Mobil in Auszügen präsentiert worden ist. Für die Verkehrssituation in der Altstadt insgesamt setzt es demnach eine fast vernichtende Beurteilung.

"Die Umfrage bekräftigt meine These, dass nicht der Tourismus das Hauptproblem ist, sondern der Verkehr", sagte Kurt Luger vom UNESCO-Lehrstuhl "Kulturelles Erbe und Tourismus" an der Universität Salzburg. Konkret wurden 411 Menschen im Zentralraum zu verschiedenen Vorhaben für die Stadt befragt, und dabei fiel das eindeutigste Votum für eine Verlegung der Reisebus-Terminals an den Stadtrand aus: Fast 90 Prozent wollen die beiden derzeit sehr zentrumsnahen Ausstiegsstellen verlegen. Für eine autofreie Innenstadt sprach sich mit 71 Prozent eine klare Mehrheit aus, eine Beschränkung des Tagestourismus war für 57 Prozent wichtig, und der Ausbau der Garage im Mönchsberg exakt für jeden Zweiten.

Grundsätzlich liest Luger aus der Umfrage den Wunsch der Bevölkerung heraus, "dass die Politik endlich in die Gänge kommen und handeln soll". "Denn die Unzufriedenheit kann auf die Politik insgesamt übergreifen." Vor allem das Umfrageergebnis zur Verkehrssituation im Allgemeinen sei "desaströs", deshalb müsse dieser Bereich prioritär behandelt werden.

Lugners Interpretation der Umfrage deckt sich damit durchaus mit dem Urteil von Forum Mobil, das mit "Land hui, Stadt pfui" zusammengefasst werden könnte. Während auf Landesebene Verkehrslandesrat Stefan Schnöll (ÖVP) auch das nötige Geld für die Umsetzung von Maßnahmen bekomme, herrsche in der Stadt Unklarheit über die Verkehrsplanung, sagte Vereinsobmann Peter Haibach.

Das Land nehme für notwendige Schritte auch Geld in die Hand, etwa für das 365-Euro-Jahresticket, neue Fahrzeuge oder die Verstärkung einzelner Buslinien, und scheue auch vor der Zurückdrängung des Individualverkehrs nicht zurück. Die Stadt hingegen setze mit dem Bau der Mönchsberggarage weiterhin auf den Autoverkehr. Nach wie vor sei nicht klar, wer überhaupt für die Planung des Öffentlichen Verkehrs zuständig sei. Wobei für Haibach die Antwort klar ist: Der Verkehr müsse für Stadt und Land gemeinsam geplant werden, und keinesfalls dürfe die unterirdische Verlängerung der Stadtregionalbahn gesondert betrachtet werden, sondern müsse dort eingebunden sein.

Er habe überhaupt den Eindruck, dass Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) wie sein Vorgänger Heinz Schaden (SPÖ) vor allem als Sparmeister in die Geschichte eingehen wolle, so Haibach.

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