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Aus religiösen GründenEltern ließen kranke Tochter nicht behandeln: Mordanklage

Den Beschuldigten wird auch Quälen und Vernachlässigen unmündiger Person vorgeworfen. Prozesstermin steht noch nicht fest.

Staatsanwaltschaft
Die Staatsanwaltschaft klagt wegen Mordes an © Christian Penz
 

Nach dem Tod einer 13-Jährigen im Waldviertel hat die Staatsanwaltschaft Krems Anklage wegen Mordes gegen die Eltern des Mädchens eingebracht. Den Beschuldigten werde auch das Quälen und Vernachlässigen einer unmündigen Person vorgeworfen, sagte Franz Hütter, der Sprecher der Anklagebehörde, am Donnerstag auf APA-Anfrage. Ein Prozesstermin stand noch nicht fest.

Das Kind starb am 17. September. Grund für den Tod war laut Obduktion eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung. Die Krankheit des Mädchens sei bei entsprechender Behandlung jedenfalls "beherrschbar gewesen", hieß es seitens der Staatsanwaltschaft. Den Beschuldigten - zwei deutschen Staatsbürgern - wird daher Mord durch Unterlassen vorgeworfen. Sie sollen die Entzündung aus religiösen Gründen nicht behandeln haben lassen. Weiters soll das Paar der 13-Jährigen im Haus der Familie beim Sterben zugesehen haben. Dazu seien die beiden auch geständig, hatte Hütter bereits im Oktober betont.

Festgenommen wurden die Verdächtigen Ende September, sie sitzen aktuell in Untersuchungshaft. Mehrere Geschwister der Toten wurden nach Angaben der Kinder- und Jugendhilfe in einer Betreuungseinrichtung des Landes untergebracht. Von offizieller Seite nicht erklärt wurde bisher, zu welcher religiösen Gruppierung sich die Beschuldigten bekennen. Medienberichten zufolge sollen die beiden den Freikirchen in Österreich angehören.

Kommentare (7)

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JG538
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Traurig

Religion und Wissenschaft sind traditionell nicht die besten Freunde im Umfeld der Freikirchen... Aber Ideologie über das Wohl des eigenen Kindes zu stellen? Unfassbar traurig.

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GordonKelz
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So tragisch sich das anhört, ...

..krank sind die " Eltern " , sogar schwer krank!!
Gordon Kelz

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paulrandig
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Ein ähnliches Urteil wird hoffentlich auch...

...Eltern treffen, wenn ihr Kind an Masern stirbt und geimpft sein hätte können. Jedes tausendste Erkrankte stirbt in westlichen Ländern. Österreich hat derzeit noch keine Todesfälle, aber es ist nur eine Frage der Zeit.

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User910
9
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Impfungen sind gut, aber kein risikoloses Allheilmittel!

Was mich an der öffentlichen Impfdiskussion stört ist, dass Nebenwirkungen/Impfschäden mit gesundheitlichen Dauerfolgen bsp. Autismus, oder gar Todesfälle darin überhaupt keinen Platz finden.
Fakt ist jedoch, dass es solche gibt.

Ich kenne persönlich jemanden, dessen Tochter nach einer Impfung behindert und ein Pflegefall wurde.

Was würden Sie in einem solchen Fall bei einer Impfpflicht machen?

Im Internet (youtube) finden Sie Videos, die zeigen was der Impfzusatzstoff Formaldehyd (eine Quecksilberverbindung) mit Hirnzellen in einer Petrischale anrichtet.
Bei den Möbeln hat es die EU geschafft es zu verbieten, damit wir die giftigen Dämpfe nicht einatmen. Es uns bzw. Kleinkindern aber direkt in die Blutbahn zu spritzen ist erlaubt.

Ich habe mir selbst mal Beipacktexte beim Kinderarzt geholt. Err meinte, es sei nicht mehr in Impfungen enthalten. Es stand dann aber zu meiner Überraschung doch bei den Inhaltsstoffen dabei.

Die ganze Impfdiskussion wird nicht objektiv geführt, sondern wie immer durch Angstmache und durch Diskreditierung derer, die sich durch Nachforschungen eine andere als die vorgegebene Meinung gebildet haben.
Wenn ich hin und wieder so Artikel lese mit einer Headline wie "Die Angst vor dem Pieks" oder Wörter wie "Impfverweigerer"..... als gings dabei nur um ein Prinzip oder eine Ideologie...
Wären Impfungen zu 100% sicher, wäre ich auch für eine Impfpflicht. So wies jedoch derzeit ist, finde ich die Diskussion um eine Impfpflicht aber ethisch inkorrekt.

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paulrandig
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User910

Dieses Hundertprozentdenken ist aber auch ein Problem. Das ist in etwa so, als würde ich von einer Versicherung die Gewissheit verlangen, dass meine Wohnung nicht abbrennen kann. Nein, ich zahle an die Versicherung, und trotzdem kann ich Liebgewonnenes unwiederbringlich verlieren.
Impfen ist wie der Gurt im Auto. Er verbessert meine Chancen enorm. Trotzdem kann er in ganz, ganz wenigen Fällen schuld sein, dass ich verbrenne.
Es ist eine Wahrscheinlichkeitsrechnung, die mir hier unterbreitet wird. Wenn ich zwischen der Wahrscheinlichkeit von 1:5000, dass mein Kind eine Komplikation hat und der von 1:1000, dass es stirbt wählen muss, ist zumindest für mich klar, was ich tue. Auf hundertprozentige Sicherheit zu warten kann Leben kosten.

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User910
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Paulrandig

Verstehe ich vollkommen, dennoch sollten Sie niemanden dafür verurteilen, wenn er bei einer solchen Risikobewertung für sich zu einem anderen Ergebnis kommt. In ihrem ersten Kommentar wünschen Sie nämlich ein solches Urteil auch diesen Eltern, für den schlimmsten Fall.
Doch wen würden Sie verurteilen, wenn der worst case durch eine Impfung bei bestehender Impfpflicht eintritt?

Es wird in der ganzen Impfsache diskutiert, als gäbe es bereits Todesfälle durch Masern, doch die gibt es in Österreich, wie Sie richtig sagten bisher nicht. Dies sei nicht zuletzt unserer sehr guten medizinischen Versorgung geschuldet. Blickt man da nach Rumänien, oder in die Ukraine, sieht es leider schon anders aus.

Trotzdem noch zum Vergleich:
- Maserntote in Ö seit ~ 20 Jahren: 0
- Tote pro Jahr in Deutschland durch Antibiotikaresistente Keime: ~ 20.000
- lt. Studien geschätzte jährliche Todesfälle in den USA durch Medikamentenwechselwirkungen: ~ 100.000

Ich meine, wir müssen die Diskussionen ganzheitlicher führen.

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sarebbemeglio
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Lieber Paul!

Ein Witz der der Realität sehr nahe kommt: Eine mehrfache Mutter fragt den Kinderarzt: Herr Doktor, soll ich alle meine Kinder impfen lassen? Der Doktor: Nein, nein, nicht alle, nur die, die sie behalten wollen!

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