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Trotz ProtestWien schließt Standesämter

Um straffere Strukturen zu schaffen, fasst Wien seine zehn Standesämter in fünf Zentren zusammen. In den Bezirken sorgt das für Herzschmerz.

Der 8. Bezirk kämpft um seinen Trauungssaal am Schlesingerplatz. © Terler
 

Vor einem Jahr feierte Bürgermeister Michael Ludwig die Rückkehr des Herzerlbaums auf den Christkindlmarkt. Heuer weihte er mit seiner Frau den „Bussiplatz“ darunter ein. „Wien hat einen neuen Romantik-Hotspot“, verspricht die Rathaus-Kommunikation. Auf der Rückseite des Rathauses, im achten Bezirk, ist allerdings bald Schluss mit Romantik.

Denn das Standesamt am Schlesinger Platz soll aufgelassen werden. Gemeinsam mit jenem aus Margareten wird es in der Wilhelm-Exner-Gasse im neunten Bezirk zu einem Standesamt „Wien Zentrum“ zusammengefasst. Im Bezirk ist man darüber entsetzt. „Diese Entscheidung ist herz- und g’spürlos“, sagt Bezirksvorsteherin Veronika Mickel-Göttfert von der ÖVP: „Damit verliert Wien den schönsten Trauungssaal der Stadt.“

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„Das Standesamt muss bleiben“, fordert deshalb ein Transparent, das derzeit am Bezirksamt hängt. Gemeinsam mit Anrainer*innen protestierte die Bezirksvorsteherin schon mehrmals. Sie unterstützt auch eine Petition, die ein Gastronom mit großem Zuspruch eingereicht hat. Die Standesämter in der Josefstadt und in Margareten, machen dabei nur den Anfang. In den nächsten Jahren will Wien die Anzahl seiner Standesämter nämlich halbieren. Aus zehn Behörden werden fünf Zentren. Das Standesamt aus der Martinstraße in Währing wandert nach Ottakring. In der Donaustadt entsteht ein neuer Standort, der die Aufgaben aus Floridsdorf und Brigittenau übernimmt. Im Süden werden Favoriten und Landstraße zusammengefasst. Nur das Standesamt Hietzing bleibt, wie es ist.

Zuständig ist dafür Stadtrat Peter Hanke, der die Entscheidung mit Kostenersparnis und schlanken Strukturen begründet. Monatelang habe man sich um einen Kompromiss mit der Josefstadt bemüht, heißt es in seinem Büro. Man habe angeboten, den Trauungssaal weiterhin als „Traumhochzeitslocation“ zu nutzen. Weil die Standesbeamt*innen dann aber extra anreisen müssen, wird es für das Brautpaar teurer. Mit anderen Bezirken habe man sich darauf geeinigt, dass ein Mal in der Woche weiterhin regulär geheiratet werden kann.

Veronika Mickel-Göttfert stimmte diesem Kompromiss nicht zu: „Man hat uns Donnerstagnachmittag angeboten. Das geht an den Lebensrealitäten der Menschen vorbei.“ Sie hofft darauf, dass die Stadt noch einlenkt. Dass der Petitionsausschuss des Gemeinderates die Causa noch nicht abgeschlossen hat, sondern am 15. Jänner noch einmal behandeln wird, lässt sie optimistisch bleiben.

Auch mit Margareten konnte sich die Stadt auf keinen Kompromiss einigen. Dort findet am Freitag die letzte Trauung statt. Nächste Woche wird übersiedelt ins neue Amtshaus am Alsergrund.

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