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VertrauenskundgebungTransplantationspatienten gingen für MedUni auf die Straße

Nach Vorwürfen gegen Lungentransplantationszentrum: "Wir lassen uns das österreichishce Transplantationswesen nicht kaputtmachen."

 AKH Wien
AKH Wien © APA/Roland Schlager
 

Eine außergewöhnliche Kundgebung fand Mittwochmittag am Wiener Stephansplatz statt. Rund 25 Transplantationspatienten nahmen an der Demonstration teil. In den vergangenen Tagen wurden in Medien Vorwürfe gegen das Lungentransplantationszentrum von MedUni Wien/AKH geäußert. Die Betroffenen fanden sich zu einer "Vertrauenskundgebung" ein.

"Wir lassen uns das österreichische Transplantationswesen durch denunzierende Medien nicht kaputtmachen. Wir wollen ein Zeichen setzen - ein Zeichen unseres Vertrauens in das System und in unsere Ärzte!", sagte Thomas Tost, selbst Transplantationspatient und Vorsitzender des Österreichischen Verbandes der Herz- und Lungentransplantierten, gegenüber der APA.

Das Wiener AKH sah sich vor knapp zwei Wochen mit Vorwürfen wegen des Verdachts des Verstoßes gegen Regeln bei Lungentransplantationen konfrontiert. Dabei ging es um eine schwerstkranke griechische Patientin, die im Rahmen einer Kooperation zum Aufbau eines Lungentransplantationszentrum in Griechenland wegen der Komplexität des Falles Anfang Oktober doch noch in Wien operiert worden war. Ein griechisches Spenderorgan war zuvor via Eurotransplant-Organisation (Leiden) angemeldet worden, die Wiener Chirurgen hatten dieses binnen kurzer Zeit zugesprochen erhalten. Medien kritisierten vor allem die Schnelligkeit dieser Abläufe. Die 47 Jahre alte Patienten hatte laut Hintergrundinformationen aber bereits monatelang auf eine Transplantation gewartet und befand sich in einer gesundheitlich schwierigen Situation.

Eurotransplant gab am vergangenen Freitag schließlich eine Presseaussendung heraus, in der jede Verantwortung für die Medienvorwürfe gegen das Lungentransplantationszentrum von MedUni Wien und AKH unter Leitung des Chefs der Universitätsklinik für Chirurgie, Walter Klepetko, zurückgewiesen wurde: "Eurotransplant weist neuerlich darauf hin, dass die Organisation die Medienpublikationen und die in ihnen gezogenen Schlussfolgerungen nicht initiiert hat."

"Eurotransplant hat bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass die Frage der Organzuteilung (für die griechische Patientin; Anm.) korrekt im Einklang mit dem Eurotransplant Manual gemäß den Informationen über Spender und Empfänger abgelaufen ist, die Eurotransplant erhalten hatte", hieß es in dem Statement weiter. Spenderorgane von außerhalb der Eurotransplantländer würden in den Eurotransplant-Pool eingespeichert und stünden dann kompetitiv zwischen den angeschlossenen Zentren zur Verfügung.

Klepetko und sein Team haben in Wien in den vergangenen 30 Jahren eines der weltweit größten und ausgesprochen erfolgreiches Zentren für Lungentransplantationen aufgebaut. "Sie haben in diesen Jahren knapp 2.000 Patienten, die ohne diesen großen Eingriff verstorben wären, lungentransplantiert und ihnen damit das Leben gerettet", hieß es am Mittwoch vonseiten der Organisatoren der Demonstration. Diese Erfolge sollten nicht gefährdet werden.

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