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MillionenschadenNach Brand in Entsorgungsfirma: Ursachenforschung beginnt

Feuerwehren bekämpfen in Entsorgungsfirma in Hörsching (Bezirk Linz-Land) Glutnester, währenddessen wird Ersatzlogistik für die Plastikmüllbeseitigung aufgebaut.

© (c) APA/FOTOKERSCHI.AT/BAYER
 

Nach dem Brand in einer Entsorgungsfirma in
Hörsching (Bezirk Linz-Land), der am Donnerstag neun Verletzte
gefordert hatte, haben am Freitag Ermittler mit der
Ursachenforschung begonnen. Sie wurden dabei von den Feuerwehren
unterstützt. Diese waren zudem mit Ablöschen von Glutnestern
beschäftigt und stellten eine Brandwache.

Explosion an einer Pressmaschine

Das Feuer war nach einer Explosion an einer Pressmaschine in
einer Halle um 8.10 Uhr ausgebrochen. Mehr als 20 Personen befanden
sich zu diesem Zeitpunkt in dem Gebäude. Durch die Detonation wurden
Fenster und Fensterstöcke herausgerissen, auch die Brandschutztür
zum angrenzenden Bau hielt ihr nicht stand. Neun Personen wurden
verletzt, drei davon schwer. Beim Eintreffen der Feuerwehren hatten
bereits alle Mitarbeiter die Halle verlassen, die Verletzten waren
von ihren Kollegen geborgen worden.

Foto © (c) APA/FOTOKERSCHI.AT/BAYER

Die 250 Helfer der 18 alarmierten Feuerwehren begannen mit den
Löscharbeiten. Abrissbagger halfen beim Öffnen der Gebäude, um
besser an die Brandherde zu gelangen. Eine dritte Halle konnte
gehalten werden. "Brand aus" wurde noch am Donnerstag gegen 21.00
Uhr gegeben. Der Großteil der Feuerwehren beendete den Einsatz.
Zurück blieben vier mit rund 20 Personen. Diese führten in der Nacht
auf Freitag Ablöscharbeiten durch, außerdem stellten sie eine
Brandwache, um ein Wiederaufflammen zu verhindern.

Ermittler des Landeskriminalamts und der Brandverhütungsstelle
trafen ebenfalls unmittelbar nach dem Ausbruch des Feuers ein. Sie
konnten aber zunächst die Halle, von der das Feuer ausging, nicht
betreten, auch am Freitag bestand noch Einsturzgefahr. Die Ermittler
gaben Anweisungen, wie ein Bagger den Weg zum Ausgangspunkt des
Unglücks freimachen sollte. Dabei kam es darauf an, Spuren, die zur
Klärung der Brandursache führen können, nicht zu zerstören. Die
Ermittlungen dürften mehrere Tage dauern.

Foto © (c) APA/FOTOKERSCHI.AT/BAYER

Über die Ursache kann vorerst nur spekuliert werden. Dass die
Abfälle von den Haushalten nie sortenrein getrennt werden, sei ein
bekanntes Problem. Deswegen gebe es Anlagen zur Sortierung, stellte
der Sprecher des vom Brand betroffenen Konzerns Energie AG
Oberösterreich Michael Frostel fest. Für die Plastikmüllbeseitigung
sei bereits eine Ersatzlogistik aufgebaut worden: Ein firmeneigener
Standort in Linz wird dafür eingesetzt und eine Halle mit 1.500
Quadratmetern Fläche in der Nähe des Brandortes angemietet. Sollte
das nicht ausreichen, stehe auch noch die Welser Abfallverwertung
(WAV) zur Verfügung. Frostel versicherte: "Für unsere Kunden sollte
der Brand keine Auswirkungen haben". Der Schaden konnte noch nicht
beziffert werden, dürfte aber "in die Millionen" gehen.

Zustand derzeit unbekannt

Über den Zustand der insgesamt neun Verletzten war am Freitag
nichts bekannt. Dass zwei Schwerverletzte nach München
beziehungsweise nach Wien geflogen wurden nahm die Gewerkschaft
PRO-GE zum Anlass, eine Rückkehr der Brandverletzten-Station ins
Linzer Unfallkrankenhaus zu fordern. Diese war mit Jahresende 2016
aus Kosten- und ärztlichen Gründen geschlossen worden. "Wer den
Anspruch stellt, das Industriebundesland Nummer eins zu sein, kann
nicht bei der Gesundheit der Arbeitnehmer sparen", lautete das
Argument.

Außerdem sei die aktuelle Situation nicht nur für die
Opfer, sondern auch für die Angehörigen nicht zumutbar: Sie müssten
Hunderte Kilometer für einen Besuch im Krankenhaus fahren.

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