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Mordprozess 16-Jährige getötet: 15 Jahre Haft und Einweisung in Anstalt

Der 20-Jährige steht im Verdacht, in der Nacht auf den 13. Jänner seine Ex-Freundin getötet zu haben.

19-Jähriger steht in Wiener Neustadt wegen Mordes vor Gericht © 
 

Der 20-Jährige, der seine Ex-Freundin getötet haben soll, ist Donnerstagnachmittag am Landesgericht Wiener Neustadt einstimmig zu 15 Jahren Haft wegen Mordes, Störung der Totenruhe, Körperverletzung und sexueller Belästigung verurteilt worden. Zudem wird der Syrer in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Erschwerend wurden das Zusammentreffen von Verbrechen und Vergehen, die Vorstrafen, der rasche Rückfall sowie die grausame, qualvolle Vorgehensweise gewertet, sagte Richter Kurt Weisgram. Von Milderungsgründen wie dem Beitrag zur Wahrheitsfindung oder einem reumütigen Geständnis sei man "meilenweit entfernt" gewesen, begründete der Richter die Verhängung der Höchststrafe. "Von Reue gab es keine Spur", sagte Weisgram. Der Opferfamilie wurde ein Schmerzengeld in Höhe von 40.000 Euro zugesprochen.

Die Staatsanwältin Antonella Baca gab keine Erklärung ab. Anwalt Andreas Reichenbach meldete volle Berufung an.

Zunächst wurde am Donnerstag mit den Expertisen des Gerichtsmediziners Wolfgang Denk sowie der DNA-Gutachterin Christa Nussbaumer gestartet. Nach Angaben von Denk gab es eine mehrminütige, massive Gewalteinwirkung gegen den Hals des Mädchens. Die 16-Jährige erlitt durch das Drosseln mit einem "bandförmigen Gegenstand" Einblutungen und Quetschungen der tiefen Halsmuskeln, Brüche des Ringknorpels, des Kehlkopfgerüstes und des Zungenbeinhorns sowie eine hochgradige Quetschung, Schwellung und Einblutung im Bereich der Kehlkopfweichteile. Die Jugendliche erstickte und es kam zu einer Atem- und Hirnlähmung.

Überraschender Angriff

Die Abdruckspur ist laut Denk bandförmig und zwei bis drei Zentimeter breit und stimmt mit dem Gürtel aus der Hose des Angeklagten überein. Die Ösen und die Textilform des Gürtels haben auf der Haut einen Abdruck hinterlassen. Der Angriff dürfte überraschend für das Opfer gewesen, das sich dabei in Bauchlage befand, da es auch Erde des Bodens eingeatmet hatte. Ein Sturz auf die Kante einer Banklehne in dieser Form, wie sie der Angeklagte dargestellt hat, "ist unwahrscheinlich", sagte der Gerichtsmediziner. Danach wurde die Leiche geschändet.

Die DNA-Expertin stellte am Körper der 16-Jährigen Mischspuren von ihr und dem Angeklagten fest. Ebenso am Gürtel - dem mutmaßlichen Tatwerkzeug - wurden an der Innenseite Mischspuren von Opfer und Beschuldigten sowie einer dritten Person festgestellt. An den Enden des Gürtels wurde allerdings nur die DNA des Syrers ermittelt.

Daraufhin beantragte der Verteidiger Andreas Reichenbach die Ladung weiterer Zeugen. Es gebe nämlich einen Aktenvermerk der Polizei, dass bei der Mahnwache für das tote Mädchen in Wiener Neustadt ein Mann behauptet habe, die Tat begangen zu haben. Dieser Mann soll auch im Besitz des Handys der 16-Jährigen gewesen sein. Der Antrag wurde allerdings vom Gericht abgewiesen, da dem bereits im Ermittlungsverfahren nachgegangen wurde und sich diese Spur als haltlos erwies.

Aus Eifersucht gehandelt

Anders entschieden wurde über einen Antrag des Anwaltes, der noch Zeugen zu dem Messerangriff auf den Stiefbruder und Großcousin hören wollte. Dieses Faktum wurde daher zur Vermeidung von Verzögerung von Richter Kurt Weisgram ausgeschieden. Dabei handelte es sich um die Anklagepunkte wegen Körperverletzung, versuchter absichtlich schwerer Körperverletzung und versuchter schwerer Nötigung.

Der 20-Jährige steht im Verdacht, in der Nacht auf den 13. Jänner seine Ex-Freundin getötet zu haben. Die 16-Jährige beendete die Beziehung im Sommer 2018. Das wollte der junge Mann nicht akzeptieren, stellte dem Mädchen monatelang nach, attackierte es auch. Im Jänner soll der Syrer vor dem Wohnhaus der 16-Jährigen aufgelauert und im Anton-Wodica-Park mit dem Gürtel erdrosselt haben. Der junge Mann sprach von einem Unfall.

Letztendlich muss sich der 20-Jährige nun wegen Mordes, Störung der Totenruhe, Körperverletzung und sexueller Belästigung zum Nachteil der 16-Jährigen verantworten. Im Fall einer Verurteilung wegen Mordes gilt der Strafrahmen für junge Erwachsene (18 bis 21 Jahre), der bis zu 15 Jahre Haft vorsieht.

 

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