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Beratungsstelle ''Gegen Hass im Netz'' 3.192 Fälle von Hass im Netz in zwei Jahren

Am häufigsten gemeldet wurden rassistische und sexistische Inhalte, häufig auch beides in einem.

© APA
 

Insgesamt 3.192 Vorfälle von Hass im Netz wurden der Beratungsstelle "Gegen Hass im Netz" in den ersten beiden Jahren ihres Bestehens gemeldet. Im Auftrag der Bundesregierung betreibt der Verein ZARA diese Beratungsstelle seit September 2017. Sie ist österreichweit die zentrale Anlaufstelle für Betroffene und Zeugen von Hass im Netz.

Um 30 Prozent gestiegen

Die Zahl der gemeldeten Fälle ist dabei im zweiten Jahr um 30 Prozent gestiegen. Im ersten Jahr wurden monatliche im Durchschnitt 110 Fälle registriert, im zweiten waren es im Schnitt bereits 156 Fallmeldungen pro Monat, teilte ZARA in ihrer am Donnerstag vorgelegten Bilanz mit. Der Verein macht auch darauf aufmerksam, dass die Zahl der gemeldeten Fälle nur die Spitze des Eisbergs sei.

Am häufigsten gemeldet wurden rassistische und sexistische Inhalte, häufig auch beides in einem. Sie machen insgesamt fast 80 Prozent der gemeldeten Fälle aus. Fast die Hälfte der gemeldeten Vorfälle waren strafrechtlich relevant - dabei handelt es sich vorwiegend um den Verdacht der Verhetzung, Beleidigung und Verstößen gegen das Verbotsgesetz.

Geprüft und dokumentiert

Bei der Beratungsstelle eingegangene Meldungen werden von Beratern geprüft und dokumentiert - bei Bedarf wird eine Löschung beantragt. Auf Wunsch werden Betroffenen bei diversen Interventionen unterstützt, gemeinsam mit den Klienten werden Handlungsoptionen erarbeitet. In bestimmten Fällen ermöglicht der ZARA-Rechtshilfefonds gegen Hass im Netz finanzielle Unterstützung bei Gerichtsverfahren.

ZARA macht auch darauf aufmerksam dass Hass im Netz massive Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft habe: "Menschen gewöhnen sich an Online-Hass, verlieren an Empathie und wenden Hassrede in Folge selbst an - sogar das Aggressionspotenzial steigt laut Studien an. Für direkt Betroffene kann Hass im Netz extrem belastend sein, das kann von Depressionen über posttraumatische Belastungsstörungen bis zu Suizidgedanken führen." Deshalb betont die Leiterin der ZARA-Beratungsstellen, Caroline Kerschbaumer, auch, dass ihre Institution Anlaufstelle für alle Formen von Hass im Netz ist. "Niemand muss damit alleine fertig werden."

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