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Kann sich Tat nicht erklärenMutter erstochen: Sohn (14) spricht von "Traumzustand"

Der Beschuldigte wurde in der Nacht auf Dienstag in die Justizanstalt Wiener Neustadt eingeliefert. Er will in einem Traumzustand gehandelt haben.

In diesem Haus geschah die Bluttat
In diesem Haus geschah die Bluttat © APA/THOMAS LENGER
 

In Kirchschlag in der Buckligen Welt (Bezirk Wiener Neustadt) soll ein 14-Jähriger am Montag seine Mutter erstochen haben. Der Beschuldigte wurde in der Nacht auf Dienstag in die Justizanstalt Wiener Neustadt eingeliefert, teilte Markus Bauer von der Staatsanwaltschaft auf Anfrage mit. Ein U-Haft-Antrag wurde seinen Angaben zufolge gestellt.

Der Jugendliche soll mehrmals mit einem Messer auf seine laut Bauer etwa 55 Jahre alte Mutter eingestochen haben. Wie oft genau, soll bei der von der Staatsanwaltschaft beantragten Obduktion der Leiche festgestellt werden. Mit dem vorläufigen Ergebnis der Autopsie werde in den kommenden Tagen gerechnet, so der Behördensprecher.

Die genauen Hintergründe der Bluttat standen noch nicht fest und waren Gegenstand von Ermittlungen. Dem Verbrechen am Montagvormittag soll ein Streit zwischen der Frau und ihrem Sohn vorangegangen sein. Der Beschuldigte sei gebürtiger Österreicher, sagte Bauer.

Der 14-Jährige hat bei den Einvernahmen den Mordvorsatz bestritten. Der Jugendliche habe aber umfassende Angaben zum Geschehen gemacht, sagte Bauer. Die Entscheidung, ob U-Haft über den Beschuldigten verhängt wird, soll Mittwochmittag fallen.

In "einem Traumzustand" gehandelt

Bereits am Montag sei der 14-Jährige polizeilich einvernommen worden, am Dienstag folgte die Befragung durch die Staatsanwaltschaft, sagte Bauer. Dabei habe der Verdächtige den Vorfall eingehend beschrieben. Was darüber bisher kommuniziert wurde, stamme großteils "von seinen Aussagen", sagte der Behördensprecher. "Er kann sich aber nicht erklären, wie es zu der Tat kommen konnte", hielt Bauer fest. Der Jugendliche sprach demnach "von einem Traumzustand, den er hatte und in dem das passiert sein soll".

Die Tatwaffe sei ein Küchenmesser gewesen, präzisierte Bauer zuvor getätigte Angaben. Das Messer wurde sichergestellt.

Familie war in Betreuung der Jugendfürsorge

Medienberichte, wonach der Bursche nach der Tat selbst die Polizei gerufen habe und geständig gewesen sei, konnte der Staatsanwalt nicht bestätigen. Von "Ermittlungen dahin gehend" sprach er, dass die Familie in Betreuung der Jugendfürsorge gewesen sein soll.

Der 14-Jährige sei bisher unauffällig gewesen, sagte der Bürgermeister von Kirchschlag in der Buckligen Welt, Josef Freiler (ÖVP), im Gespräch mit der APA. Er habe nicht wirklich Kontakt zu der alleinerziehenden Frau und deren Sohn gehabt, aber ihm sei nichts zu Ohren gekommen, auch aus der Schule nicht.

Er sei sehr überrascht und schockiert, so Freiler. Die Einheimische habe mit ihrem Sohn in einer Wohnung gelebt. Der Vater des Burschen soll schon vor Jahren gestorben sein.

Die am Dienstag bekannt gewordene Bluttat ist die zehnte an einer Frau in diesem Jahr in Niederösterreich. Kirchschlag in der Buckligen Welt ist eine Stadtgemeinde mit etwa 3.000 Einwohnern und als Passionsspielort bekannt.