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Spuck-SkandalHTL-Konflikt: Lehrer kann in Schule zurück

Eine unabhängige Kommission soll nun die genauen Umstände des handgreiflichen Konflikts zwischen einem Schüler und einem Lehrer an einer HTL in Wien-Ottakring klären. Der betroffene Lehrer soll aber wieder zurück in die Schule können.

© APA/dpa (Archiv)
 

Eine unabhängige Kommission soll die genauen Umstände des handgreiflichen Konflikts zwischen einem Schüler und einem Lehrer an einer HTL in Wien-Ottakring klären. Sowohl Bildungsministerium als auch Personalvertretung sollen Mitglieder entsenden, so der Wiener Bildungsdirektor Heinrich Himmer zur APA.

"Wir wollen gar nicht erst den Eindruck entstehen lassen, dass es um eine Reinwaschung geht oder eine interne Lösung, die nicht an die Oberfläche kommen soll", betonte Himmer nach einem Besuch der Schule am Montag. Dies habe er auch mit dem Direktor vereinbart, der sein volles Vertrauen besitze. "Das muss sich jemand ansehen, der neutral draufschauen kann." In spätestens zwei Wochen soll der Bericht fertig sein.

Lehrer kann in Schule zurück

Der betroffene Jugendliche wurde vom Unterricht suspendiert, der Lehrer vom Unterricht in dieser Klasse abgezogen, so Himmer. Derzeit befinde sich letzterer aber im Krankenstand, weshalb er auch noch nicht befragt werden konnte. Der betroffene Lehrer könne aber natürlich wieder zurück in die Schule, sagt Himmer im "Wien heute"-Studiogespräch: "Der Lehrer ist nicht suspendiert, das bedeutet, sein Dienstverhältnis läuft ganz normal. Er ist jetzt im Krankenstand. Wenn er gesund ist, kann er sofort auch in die Schule gehen. Das Einzige, was der Direktor klargestellt hat, ist, dass man diesen Lehrer nicht mehr in der betroffenen Klasse einsetzt".

Bundesschulsprecher Timo Steyer ortet eine zu langsame Reaktion der Schule. "Wir haben von Freunden mitbekommen, dass es dort schon länger Brenzligkeiten gab", so Steyer zur APA. "Wer auch immer der Verursacher ist - man hätte früher eingreifen müssen." Generell brauche es an den Schulen dafür mehr Supportpersonal oder auch Psychologen, forderte Steyer. "Wenn es in einer Klasse zu Vorkommnissen zwischen Schülern und Lehrkraft kommt, muss man handeln, bevor es eskaliert."

Verhalten des Direktors wird geprüft

Volksanwalt Peter Fichtenbauer (FPÖ) möchte nun klären, inwiefern ein Fehlverhalten des Direktors vorliegt. Er habe ein amtswegiges Prüfverfahren wegen Verdachts auf grobe Verletzung der Aufsichtspflicht eingeleitet, hieß es in einer Aussendung. "Liest man die Berichte über den Vorfall, scheinen bei allen Beteiligten die Sicherungen durchgebrannt zu sein", so der Volksanwalt. "Aufgeklärt werden muss, wie lange diese Zustände schon bekannt waren und ob und inwieweit es sich um eine Intrige der Schüler gegen den Lehrer handelt."

Im Internet kursierende Videos zeigen, wie ein Schüler den Lehrer offenbar provoziert und von diesem dann bespuckt wird. Der Jugendliche revanchiert sich darauf mit einem Stoß gegen die Tafel, bevor andere Schüler einschreiten. Andere Videos halten offenbar andere Vorfälle fest, in denen der Pädagoge bereits vor diesem Vorfall von Schülern schikaniert wurde.

Aussage gegen Aussage

Derzeit ergebe sich ein vollkommen unterschiedliches Bild, je nachdem mit wem man spreche, hielt der Bildungsdirektor seinen Eindruck fest. "Jeder hat eine andere Wahrnehmung." Das sei nach diversen Medienberichten und Facebook-Eintragungen überhaupt das Problem: "Viele haben dazu schon eine vorgefasste Meinung. Da ist es sehr schwierig, jetzt noch objektiv draufzuschauen." Zur lückenlosen Aufklärung brauche man daher unabhängige Zeugenaussagen.

Der betroffene Lehrer ist ein Quereinsteiger für den fachpraktischen Unterricht und war erst seit September im Dienst. Diese Lehrergruppe kommt aus der Wirtschaft und wird an berufsbildenden Schulen in der fachpraktischen Ausbildung etwa im Bereich Maschinenbau oder Elekrotechnik eingesetzt. Wollen diese Lehrer länger an der Schule bleiben, müssen sie parallel eine begleitende pädagogische Ausbildung absolvieren.

Unter anderem soll die Kommission klären, ob es in der betreffenden Klasse auch noch andere Vorfälle gegeben habe bzw. ob umgekehrt der Lehrer auch Probleme mit Schülern anderer Klassen gehabt habe, so Himmer. Außerdem will er wissen, ob und welche Maßnahmen es an der Schule in der Vergangenheit bereits gegeben habe.

An der Schule selbst soll etwa erörtert werden, welche Konsequenzen die Vorfälle für die Handynutzung haben oder wie man konkret mit Mobbingfällen bzw. Verdachtsfällen umgegangen wird. "Und wir müssen uns fragen, was wir für die Wiener Schulen daraus lernen: Was müssen wir tun, damit so etwas nicht entsteht."

Facebook-Petition

Ebenfalls gestartet wurde ein Petition auf Facebook, die den Lehrer unterstützen will und den Rücktritt der HTL-Direktion fordert. Der Link ist derzeit nicht mehr erreichbar. Innerhalb kürzester Zeit fand die Aktion bereits mehr als 15.000 Unterstützer, die inzwischen den Rücktritt des Direktors fordern. Auf Facebook wird dazu aufgerufen, "per Mail UND am besten auch per Telefon den Rücktritt des Direktors" zu fordern. "Stellen wir klar, dass das so nicht geht! Friedlicher Protest ist immer die wirkungsvollste Form!", heißt es im Post weiter. Dieser Fall von Mobbing sei kein Einzelfall und als Strukturproblem zu sehen.

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Danke für Ihr Verständnis.

tomtitan
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Diese Vorfälle belegen, daß

Frau Wiesinger recht hat.

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gerbur
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Die Lehrerschaft an dieser HTL

braucht eine Zeit lang nur akribisch nach dem Schulunterrischtgesetz zu unterrichten, dann erledigt sich der Spuk ganz schnell von selbst. Davor schwitzen nämlich die Schüler gewaltig, wenn man sich bei der Notengebung streng auf die Notendefinition beruft und die Schulbehörde und Eltern schwitzen noch viel mehr davor, wenn man rechtlich unangreifbar die Kids in den "Würgegriff" nimmt. Früher nannte man das "Prüfen ohne retardierende Momente".

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gerbur
1
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kleiner Zusatz

Noch ein kleiner Tipp: es gibt eine elegante Methode Schüler mit der Neigung zu längeren Absenzen "geräuschlos" ohne langatmige Konferenzen etc. loszuwerden, nur im Gesetz nachlesen!

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Redridinghood
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es braucht mehr Pychologen?

für jeden Schüler einen am Besten!
Was ist los mit unserer Gesellschaft

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Estarte
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Psychologen ?

....und wieder/mehr Sonderschulen und Erziehungsanstalten
mehr Security?, mehr Polizei?, mehr Bodyguards...
Es braucht ganz einfach NORMALES VERHALTEN :
Respekt, Anstand, Benehmen, Rücksicht,Vorbilder,Werte, Kultur, Verantwortung,Wertschätzung,........
Wer sich früher nicht "normal benehmen" konnte, nicht lernen konnte oder wollte,aus welchen Gründen auch immer, kam in eine Sonderschule.
Die SPÖ forderte schon am 1. Mai lautstark "GEMEINSAM MEHR POLIZEI", sie werden schon wissen warum !?

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georgXV
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bitte NICHT vergessen !!!

großen Anteil an der heutigen Bildungspolitik haben LEIDER SPÖ und GRÜNE !!!

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Estarte
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Genau !

Das meinte ich ja !
SPÖ fordert jetzt für das die Polizei, was sie selbst angerichtet hat ! das ist ja der Witz der Sache !
Dieser Zustand an den Schulen herrscht ja bereits seit X Jahren und man schaute zu, links und noch linker bis mehr links nicht geht.......so etwas entwickelt sich nicht von heute auf morgen......
Jeder "braucht" die Matura, koste es was es wolle, und die Maturanten können nicht einmal mehr zusammenhängende Sätze lesen oder verstehen, und stürmen des weiteren die Unis, weil sie als Lehrlinge nicht geeignet sind, und den Lehrherrn als Vorgesetzten nicht akzeptieren können oder wollen und glauben, sie können sich weiter und weiter durch das Leben BOXEN.....

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Eyeofthebeholder
9
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@georgXV: Wann genau waren denn die Grünen

in der Bundesregierung und/oder haben den Bildungsminister gestellt?

Mit Ausnahme von Ernst Fischer (KPÖ) wurden die Bildungsminister in der 2. Republik stets von Rot oder Schwarz gestellt, und zwar ungefähr zu gleichen Teilen. Der derzeitige Bildungsminister ist zwar offiziell parteilos, aber von der ÖVP nominiert.

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gerbur
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Jeder junge Mensch, der heutzutage noch

Lehrer werden will, muss Masochist sein oder einen festen Knall haben!

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Church-Hill
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Grundsätzlich gehören solche Typen

wie dieser Schüler von der Schule entfernt, denen niemand auch nur den mindesten Respekt vor dem Anderen beigebracht hat, egal ob man den mag oder nicht. Die Frage, ob der Lehrer "angemessen" reagiert hat, ist hier leider ziemlich nebensächlich. Jemand zu reizen bis auf's Blut und ihm dann vorzuwerfen, dass er sich irgendwann zur Wehr setzt, ist ziemlich mies.

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Estarte
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VERSAGEN DER POLITIK

Das Opfer wird mit dem Täter leider oft verwechselt !
Wenn ein Schüler GUT von BÖSE, RECHT von UNRECHT, RICHTIG von FALSCH nicht unterscheiden kann, für ihn GEWALT im Alltag, im sozialen Leben normal ist, dann ist GEWALTIG etwas schief gelaufen, und zwar in seiner Familie !
Ein Schüler, der in der Schule Gewalt anwendet, nicht den geringsten Anstand hat, keinen Respekt vor einem Erwachsenen hat... der hat in einer normalen HÖHEREN Schule nichts verloren, dieser junge Mensch ist ASOZIAL und nicht normal !
Die Höhere Schule ist eine Bildungsanstalt und keine Erziehungsanstalt.
Früher hat man sich für seine Dummheit geschämt und war Außenseiter, heute brüstet man sich mit seiner Dummheit und mit Gewalttätigkeit und schreit die Dummheit hinaus in die Öffentlichkeit, ist stolz darauf,im Wissen, dass es keine Folgen und keine Konsequenzen hat.
Die Zeugnisse solcher Schüler würde ich gerne sehen.
Womöglich erpressen die Eltern noch die Lehrer? damit die Kinder positiv benotet werden, und die Unis stürmen können? oder es gibt automatisch positive Noten, damit weder Lehrer noch Schüler STRESS haben.
Die Politik hat versagt !
Der Schuldirektor und der Bildungsdirektor haben keine Ahnung, was ihre eigentlichen Aufgaben und Pflichten sind.

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georgXV
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???

höchstwahrscheinlich haben die allermeisten dieser gewaltbereiten und -tätigen Schüler auch von zu Hause KEINE Erziehung, Vermittlung von Werten und Benehmen, usw. "mitbekommen" !!!
Insofern müßte hier auch LEIDER schon bei den Eltern (Großeltern ???) angesetzt und auch diese sozialisiert werden !!!

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Estarte
4
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"Aufklärung"

Die Tat ist auf Video, es bedarf keiner Aussage mehr !
Der Direktor sollte entlassen werden,
die Lehrerschaft auf verschiedene andere Schulen aufgeteilt, und die Schüler sollte man in eine Anstalt für schwer erziehbare Jugendliche geben, die die Eltern zu bezahlen haben.
Jugendliche, die einen Lehrer schikanieren und Gewalt anwenden,sind eindeutig ASOZIAL, da gibt es keine andere Erklärung.
Gewalttätige haben in einer (höheren) Schule nichts verloren !

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