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Mordalarm in Wiener Neustadt16-Jährige getötet: Es gab bereits Anzeigen gegen Syrer

Beschuldigter Syrer hatte aufrechten Asylstatus, obwohl es bereits Anzeigen gegen ihn gab. Mädchen war tot in einem Park entdeckt worden.

Experten bei der Spurensicherung am Tatort
Experten bei der Spurensicherung am Tatort © (c) APA/EINSATZDOKU/LECHNER (EINSATZDOKU/LECHNER)
 

Nach dem Fund der Leiche einer 16-Jährigen in Wiener Neustadt hat der tatverdächtige Syrer (19) am Montagvormittag bei einer Einvernahme zugegeben, das Mädchen umgebracht zu haben. "Zu den Details hat er sich aber bedeckt gehalten", sagte Markus Bauer von der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt auf APA-Anfrage. Erst vor wenigen Wochen hatte ihn das Mädchen angezeigt - wegen sexueller Belästigung und Körperverletzung. Der Beschuldigte wurde in die Justizanstalt Wiener Neustadt eingeliefert.

Untersuchungshaft beantragt

Bauer zufolge wurde der Verdächtige am Montagvormittag zwei Mal einvernommen. Untersuchungshaft wurde beantragt. Michael Bauer von der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt hat am Montag Medienberichte bestätigt, wonach gegen den 19-Jährigen einschlägige Anzeigen vorgelegen waren. "Die Staatsanwaltschaft hat im Dezember 2018 Strafantrag beim Bezirksgericht Wiener Neustadt gegen den Mann erhoben", sagte der Sprecher.

Vorgeworfen wurden dem Syrer demzufolge sexuelle Belästigung und Körperverletzung. "Beides zum Nachteil des späteren Opfers", teilte Bauer mit. Zum Obduktionsergebnis machte der Staatsanwaltschafts-Sprecher mit Verweis auf das fehlende schriftliche Gutachten keine weiteren Angaben.

Der Syrer hatte einen aufrechten Asylstatus. Ein Aberkennungsverfahren gegen den Mann wurde 2018 eingestellt, sagte Christoph Pölzl, Sprecher des Innenministeriums, auf eine APA-Anfrage an das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl. Ein entsprechendes Verfahren wurde demnach am Montag erneut eingeleitet.

Syrer genoss Schutzstatus

Den rechtlichen Rahmen für die Möglichkeit einer Aberkennung des Schutzstatus bilden die sogenannte Status-Richtlinie und die Genfer Flüchtlingskonvention. Verlangt werde etwa das Vorliegen eines besonders schweren Verbrechens, teilte Pölzl mit. Die Definition ergebe sich durch die aktuelle Judikatur der Höchstgerichte. Im Fall des 19-Jährigen sei 2018 kein solches Verbrechen vorgelegen, sagte der Sprecher.

Gerüchten um eine nicht durchgeführte Abschiebung des Verdächtigen erteilte Pölzl eine Absage. Weitere Details gab der Sprecher aus Datenschutzgründen nicht bekannt.