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Achtung!Massenmails mit drastischen Drohungen im Umlauf

"Das Ziel der Täter ist immer dasselbe, entweder wollen sie Geld oder personenbezogene Daten erpressen", warnen die Ermittler.

© Scheriau
 

In Österreich sind neue Erpresser-Mails im Umlauf. Seit einigen Tagen kursieren laut Bundeskriminalamt (BK) gleich mehrere Varianten solcher Massen-E-Mails. "Das Ziel der Täter ist immer dasselbe, entweder wollen sie Geld oder personenbezogene Daten erpressen", warnen die Ermittler.

Bombendrohungen

Besonders einschüchternd wirken zum Beispiel Spammails, in denen den Empfängern - neben Privatpersonen auch Firmen - damit gedroht wird, dass bei ihnen Bomben hochgehen, wenn sie nicht einen bestimmten Betrag zahlen. In anderen behaupten die Absender, dass sie von Entführungsplänen gegen die Familie des Adressaten erfahren hätten und gegen eine Zahlung bereit seien, die Informationen weiterzugeben.

Als "psychologisches Druckmittel" wird zum Beispiel behauptet, man habe den Computer des Angeschriebenen gehackt und "Beweise" zu besuchten Porno-Seiten im Internet gesammelt. Der Täter droht mit der Veröffentlichung, falls nicht bezahlt wird. Ähnlich dazu kursieren E-Mails mit nationalsozialistischem Inhalt, wobei der Täter eine Erpressung aufgrund von Wiederbetätigung versuche.

Bezahlt werden soll stets in Bitcoin. Die Kryptowährung ist ein komplett transparentes System ist. Daher kann auch jeder, den es interessiert nachsehen, wie viel die Spamer mit ihrem Massen-Mail schon verdient haben. Einfach die angegebene Wallet-Adresse bei blockexplorer eingeben.

Mehrere Tätergruppen

Die Urheber - nach Einschätzung des BK stecken mehrere Tätergruppen dahinter - drohen häufig auch mit Veröffentlichung persönlicher Daten sowie Videos und Fotos. Es handle sich um "Spammails mit erpresserischem Inhalt", die darin angeführten Behauptungen seien "erfunden, auch wenn sie plausibel klingen", betonte das Bundeskriminalamt. Absenderadressen seien von einem geübten Anwender leicht manipulierbar, wodurch das Opfer auch von der eigenen E-Mail-Adresse angeschrieben werden könne, ohne dass zuvor das Konto gehackt werden musste.

Wie bei den bekannten klassischen Spammails können Cyberkriminelle auf verschiedenen Wegen an die Mail-Adressen gelangt sein: Sie war öffentlich bekannt oder öffentlich zugänglich oder aber wurde im Darknet erworben, um eine noch größere Reichweite zu erzielen.

"Das Bundeskriminalamt rät allen Empfängern dieser Mails, diese nicht zu beantworten und auf keinen Fall zu bezahlen oder sonstigen Aufforderungen nachzukommen", wurde betont. "Öffnen Sie keine E-Mail-Anhänge von unbekannten Absendern und folgen Sie keinen Links. Sollten Sie bereits Kontakt zu den Absendern aufgenommen haben, so brechen Sie diesen sofort ab." Wer schon gezahlt hat, sollte unverzüglich Anzeige erstatten. Ein grundsätzlicher Tipp der Polizei: "Falls Sie einen Bildschirm mit integrierter Kamera haben, verwenden Sie einen Webcamblocker."

 

 

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Danke für Ihr Verständnis.

isoelba
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Ich habe ebenfalls an 2 Tagen

die ähnlich lautende Mail bekommen, in der ich aufgefordert worden bin, Bitcoins zu zahlen. Zuerst war ich irgendwie irritiert, danach aber löschte ich die Mail kurzerhand.
Heute wurde ich wieder einmal per Telefon von angeblichem Microsoft Departement angerufen, dies aber von einer niederösterreichischen Rufnummer einer Privatperson.
Ich meldete daraufhin das Ganze bei der Polizei.

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MariaMuM
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Mail

Auch wenn ich grundsätzlich skeptisch bin bei derartigen Mails und sie regelmäßig ohne lange nachzudenken lösche, war auch ich etwas unsicher und beunruhigt, als ich gestern ebenfalls eine derartige Mail bekommen habe! Darin wird verlangt, dass ich € 391,00 in Form von Bitcoins berappen soll!! Die Nachricht war wie oben beschrieben offenbar von meinem eigenen aon-Account gesendet worden!

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Bluebiru
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Schnäppchen

Da sind meine aber billiger. Vorgestern sollte ich noch € 243,- bezahlen und heute habe ich gleich zwei derartige mails bekommen, wo ich einmal € 256,- und einmal € 274,- bezahlen sollte.
Zur Polizei kann ich damit nicht mehr, da ich alle 3 mails sofort gelöscht habe.

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paulrandig
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Bluebiru

Dann sind die Mails vielleicht noch im Gelöscht-Ordner. Die kann man wiederherstellen.
Jede Anzeige zählt. Auch, wenn kein Schaden entstanden ist - die pure Zahl an Anzeigen bindet Ressourcen der Polizei. Kein schlechtes Gewissen dabei haben: Erst wenn es weh tut, nämlich erst, wenn sich die Stellen vor lauter Anzeigen nicht mehr rühren können und aufschreien, ist das ein Stups an die Politik, etwas zu unternehmen.

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KarlZoech
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Danke für diesen informativen Bericht.

Gestern erhielt ich so eine E-Mail, welche ich als einigermaßen routinierter User ignorierte.
Ich wollte auch Anzeige erstatten, doch wenn ich hier lese, dass das BKA ohnehin schon an der Sache arbeitet, so kann ich mir das wohl sparen.

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Smusmu
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Nicht so schnell.

Auf jeden Fall Anzeige erstatten! Je mehr Leute zur Polizei gehen, desto höher ist der Druck auf die Polizei ordentlich zu ermitteln, und das Strafmaß für die Gauner. Und vielleicht reagiert dann die Politik auch einmal in richtige Richtung. Diese ewige Spamerei gehört viel mehr verfolgt und bestraft.

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