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Schoßhund gegen ListenhundStreit in Park endet für Herrln und Hunde blutig und in U-Haft

Streit zwischen Herrln und ihren Hunden in Wiener Park: Die Zweibeiner berufen sich jeweils auf Notwehr und beschuldigen den Hund des anderen, zuerst zugebissen zu haben.

Sujetbild: Park © (c) Getty Images (Christoph Wagner)
 

Zwei Hundebesitzer und ihre sehr ungleichen Tiere - ein Schoß- und ein Listenhund - sind am Mittwoch in einem Park in Wien-Brigittenau aneinandergeraten. Die Zweibeiner berufen sich jeweils auf Notwehr und beschuldigen den Hund des anderen, zuerst zugebissen zu haben. Verletzt wurden alle vier, und eines der beiden Herrln wanderte in U-Haft, aber wegen einer anderen Geschichte, so die Polizei.

Aufforderung zum Anleinen regte auf

Die gleichaltrigen Hundebesitzer (30) trafen in einem Park in der Nähe der Dresdner Straße aufeinander. Das Listenhund-Herrl will den Malteser-Halter aufgefordert haben, sein Tier an die Leine zu nehmen. Dessen Besitzer habe nur geschimpft und den kleinen, weißen Schoßhund weiter frei laufen lassen. Der andere drohte mit der Polizei und heftete sich auf die Fersen des Mannes. Darauf sei er von dem anderen Hundebesitzer ins Gesicht geschlagen worden, und der Malteser habe sich auf seinen Vierbeiner, eine Mischung aus American Staffordshire Terrier und Dogo Argentino, gestürzt.

Hunde und Besitzer bei Streit verletzt

Mit entsprechenden Verletzungen im Gesicht, Kratzern und Bisswunden an den Fingern zeigte der Mann den Vorfall einer Streife der Polizeidiensthundeeinheit an. Auch sein Tier, für das er einen Hundeführschein hat, wies laut Polizeisprecher Paul Eidenberger Blessuren auf: Der kleine Malteser fügte dem Listenhund offenbar Bisse in beide Vorderbeine und am Kopf zu.

Alle vier blutig

Die Polizisten machten den Mann samt Hündchen in einer unweit gelegenen Wohnung ausfindig. Der Malteser wies Verletzungen an Hüfte, Brustkorb und im Maulbereich auf. Der 30-Jährige öffnete die Tür mit Blutspuren am Hosenbein und einer Bisswunde an einem Zeigefinger. Seinen Angaben nach wurde er von dem anderen Mann unmotiviert beschimpft und angegriffen, eine Leine habe er ohnehin verwendet. Sein Kontrahent habe ihn zudem zuerst geschlagen, was er mit einer zerbrochenen Brille belegte.

Dass der Schoßhund-Besitzer am Ende in Untersuchungshaft überstellt wurde, hat mit dem aktuellen Vorfall nichts zu tun. Die Polizisten stellten fest, dass ein Festnahmeauftrag der Staatsanwaltschaft Wien vorlag, es soll sich um ein Körperverletzungsdelikt handeln. Bei der Festnahme entdeckten die Beamten in der Wohnung noch rund 40 Cannabispflanzen und 65 Gramm Cannabis, das er mit "Eigengebrauch" rechtfertigte.

Die Tierrettung übernahm den kleinen Malteser. Die Männer wurden wegen gegenseitiger Körperverletzung sowie nach dem Wiener Tierhaltegesetz angezeigt. Beide müssen sich nun wohl, abgesehen von den anderen Scherereien, einer unangenehmen Tollwutprophylaxe unterziehen, meinte der Polizeisprecher.

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