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Natascha Kampusch"Polizei hat nicht gut genug nach mir gesucht"

Mit ihrer Flucht aus dem Kellerverlies sorgte Natascha Kampusch vor elf Jahren für Schlagzeilen. Nun erhebt die 29-Jährige schwere Vorwürfe gegen die Polizei.

INTERVIEW: NATASCHA KAMPUSCH
Natascha Kampusch © APA/BARBARA GINDL
 

In einem Interview mit der "Bunten" erhob Natascha Kampusch, die acht Jahre lang von Wolfgang Priklopil in einem Kellerverlies gefangen gehalten wurde, schwere Vorwürfe gegen die ermittelnden Beamten: “Ich kann nicht ändern, dass die Polizei nicht gut genug nach mir gesucht hat oder dass diverse Ermittlungspannen passiert sind”. Sie wird immer wieder von der Wut über die Ungerechtigkeit, die ihr widerfahren ist übermannt, versucht aber, mit ihrem Schicksal Frieden zu schließen: "Ich bin mir bewusst, dass Kriminalität ein Teil unserer Welt ist". Trotzdem sei es hart, wenn andere Leute erzählen, "dass bei ihnen immer alles glatt gelaufen ist”. Aber mittlerweile wisse sie auch, "dass das oft nur eine Beschönigung des eigenen Lebens ist", so Kampusch im Interview.

 Kampusch hatte am 23. August 2006 nach acht Jahren Gefangenschaft in einem Kellerverlies aus dem Haus in Strasshof an der Nordbahn fliehen können. Ihr Fall sorgte weltweit für Schlagzeilen - sie gab Interviews, schrieb Bücher und ihr Schicksal wurde verfilmt.

Fall Kampusch - eine Chronologie

2. März 1998: Die zehn Jahre alte Natascha Kampusch verschwindet in der Früh auf dem Weg in die Volksschule in Wien-Floridsdorf. Ihre Eltern alarmieren am Abend die Polizei.

3. März 1998: Eine Schülerin erzählt der Polizei, dass sie beobachtet hat, dass Kampusch in einen weißen Bus mit Gänserndorfer Kennzeichen gezerrt worden ist.

6. April 1998: Wolfgang Priklopil wird in Strasshof von Ermittlern aufgesucht. Er besitzt einen weißen Lieferwagen.

14. April 1998: Ein Hundeführer der Wiener Polizei macht das Sicherheitsbüro erneut auf den Verdächtigen in Strasshof aufmerksam. Dem Hinweis wird nicht nachgegangen.

23. August 2006: In Strasshof (NÖ) kann sich Kampusch selbst befreien. Ihr Entführer, der 44-jährige Priklopil, wirft sich in Wien vor einen Zug und stirbt.

Februar 2008: Innenminister Günther Platter (ÖVP) setzt eine Evaluierungskommission in der Causa ein, welcher der ehemalige Verfassungsgerichtshof-Präsident Ludwig Adamovich vorsteht.

23. Oktober 2008: Der Fall Kampusch wird neu aufgerollt. Ermittler sollen sich noch einmal damit auseinandersetzten.

8. Jänner 2010: Der Akt wird wieder geschlossen: Polizei und Staatsanwaltschaft sind überzeugt, dass Priklopil keine Komplizen bzw. Mitwisser hatte. Ein Freund des Entführers wird allerdings wegen Begünstigung angeklagt. Er soll unmittelbar nach Kampuschs Entkommen von der Entführung erfahren und Priklopil bei der Flucht geholfen haben.

2. November 2010: Neue Ermittlungen gegen fünf in den Fall involvierte Staatsanwälte wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs in Innsbruck werden bekannt. Basis ist eine Sachverhaltsmitteilung des früheren OGH-Präsidenten Johann Rzeszut an die fünf Klubobleute im Parlament. Rzeszut war Mitglied der Evaluierungskommission.

24. November 2011: Das Justizministerium gibt bekannt, dass das Amtsmissbrauchs-Verfahren gegen die fünf Staatsanwälte eingestellt wird.

28. Juni 2012: Ein Parlamentsausschuss empfiehlt, die Ermittlungen durch Cold-Case-Spezialisten neuerlich evaluieren zu lassen.

April 2013 - Die Evaluierungskommission kommt zu dem Schluss, dass Wolfgang Priklopil "mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Einzeltäter war".

Kommentare (14)

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selbstdenker70
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Fürs Leben gezeichnet...

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Puntigamersturmgraz
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Die Kohle wird knapp

ansonsten würden wir nicht mit einem Bericht zwangsbeglückt über die mit Sicherheit bevorstehende Klage gegen die Exekutive.

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ctsch
1
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Bitte

Frau Kampusch lassen Sie endlich die Vergangenheit ruhen. Genießen Sie doch ihr jetziges Leben. Anscheinend doch nicht so einfach bzw. Interessant.

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hmw42ax4xcjxo7wqmyu2utw81wg8r0je
5
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Für jemanden der endlich in Ruhe

gelassen werden will tritt Fr Kampusch aber oft vor die Medien. Kann wohl nur finanzielle Gründe haben.

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AlBundyFan
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immer wieder dasselbe

die dame hat seit 2010 vielleicht 5 mal irgendetwas in den emdien selbst gesagt....

ihr nach jahrelangem medienabstinenz (ich kann mich an irgendeine eröffnung eines krankenhauses in sri lanka vor mehreren jahren erinnern) immer noch vorzuwerfen, daß sie selbst die medienpräsenz sucht, ist mMn vollkommen unlogisch und jeder der das behauptet, sollte man an seiner wahrnehmung der realität arbeiten.

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hespie
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da wird ihr wohl

Ch. Feuerstein in einer Sondersendung recht geben und wieder auf die Beine helfen...

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grazspotter
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Langsam aber sicher

fängt die Lady an zu nerven! Traurig, dass sich die Medien immer wieder vor ihren Karren spannen lassen.

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Caramel
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die wird wohl eher von den Medien vor

den Karren gespannt als umgekehrt!

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felunt
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Die Frau Kampusch

ist halt so oder so eine sog. "Rampensau"......

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voit60
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hat sie nicht immer wieder gesagt,

dass sie gern ihre Ruhe hätte, und ein ganz normales Leben führen möchte. Scheint nicht ganz zu stimmen.

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SeCCi
13
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buch

umsatz des buches wird wohl stagnieren

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hmw42ax4xcjxo7wqmyu2utw81wg8r0je
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Kampusch interessiert

niemand mehr!

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GordonKelz
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VIELE FRAGEN....

...keine Antworten, auch heute noch...!
Gordon Kelz

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calcit
12
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Man kann auch Fragen stelle auf die es einfach keine Antworten gibt...

...oder sich entsprechende Fragen "aus den Fingern saugen"...

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