Und wenn nicht? In diesem Fall werden in Spanien Puppen künftig aus der Werbung verbannt. Womit Spanien EU-weit eine Vorreiterrolle im Kampf gegen Geschlechterstereotype in Kinderzimmern einnimmt. Das Ministerium für Verbraucherschutz hat mit der Spielzeugindustrie vereinbart, dass es keine Werbung mehr geben darf, in der nur Mädchen mit Puppen spielen oder ein Bub mit einem Hubschrauber zu sehen ist. Oder ein Mädchen mit einer Puppenküche oder anderen Spielsachen, die bislang auf Wunschzetteln von Buben fehlten. Auch das klassische Rosa und Blau werden verbannt. Es wird also künftig auch der kleine Paul in der Werbung begeistert die Haare von Barbie frisieren, Zöpfe flechten, Haarspangen und Ballkleider auswählen, sie mit Lippenstift bemalen.
Was nach dieser Schluss-mit-Rosa-Vereinbarung der Spielzeugindustrie und des Verbraucherschutz-Ministeriums stehen soll? Kinder sollen mit einem egalitären, pluralistischen, stereotypenfreien Bild aufwachsen. Also keine Botschaft mehr über Schönheit, Pflege, Fürsorge, die sich nur an Mädchen richtet. Wird interessant, ob sich da auf den Wunschzetteln etwas ändern wird. Und Buben eifrige Puppenspieler, Pfleger und Kindergartenpädagogen werden. Für Letzteres müssten nicht nur am morgigen Tag der Familie aber noch Väter in die Pflicht genommen werden. Denn was denkt sich der kleine Paul mit der Puppe in der Hand, wenn sein Role-Model mit Care-Arbeit oder Haarspangen nichts anzufangen weiß und lieber sein Auto wäscht. Und was denkt sich Paula, wenn ihre Mutter stillt, sich schminkt, rosa Kleider trägt und klagt, zu viel zu wiegen!
Aber Paul mit Barbie ist ein Anfang. Wie die neueste Barbie mit Hörgerät und Beinprothese. Und hoffentlich bald auch eine mit etwas mehr Übergewicht!