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Oberster Wellenbrecher WiensLudwig lässt sich von seinem Weg nicht abbringen. Hut ab!

Der Morgenpost-Kommentar aus der Chefredaktion.

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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!

Sie wissen sicher bereits, dass wir uns auf den letzten Metern eines Marathons befinden. Und Sie ahnen wahrscheinlich, dass dieser gestern neuerlich verkündeten Frohbotschaft schnell ein ABER verpasst wurde. Der Nachsatz lautet: Aber die letzten Meter sind die schwersten!
Nein, die Warnung stammt nicht mehr vom zurückgetretenen Gesundheitsminister, sondern vom Tiroler Landeshauptmann, der für die Beratung der Regierungsspitze mit dem Vorsitzenden der Landeshauptleutekonferenz  und den Sozialpartnern über Öffnungsschritte im Mai trotz der „schweren letzten Meter“ klare Vorgaben macht: Es müsse und es werde Öffnungsschritte geben!
 
Zuvor werden morgen aber noch die Fahnen auf der Hofburg und beim Parlament auf Halbmast gesetzt. Bundespräsident und Regierungsspitze werden der Tausenden Opfer dieser Pandemie gedenken. Wie viele es noch geben wird in diesem Wettlauf zwischen Impfungen und Virusmutationen? Ob sich bald jene Stimmen durchsetzen werden, die mit Blick auf die Kollateralschäden von Lockdowns darauf pochen, dass „mit dem Virus leben lernen“ auch bedeutet, eine gewisse Anzahl von Toten hinzunehmen?
Die Fahnen auf Halbmast sprechen eine andere Sprache. Bleibt zu hoffen, dass sie in den Köpfen noch eine Weile auf Halbmast bleiben. Wie beim Wiener Bürgermeister, der als neuer, oberster und energischer Wellenbrecher mit der Verlängerung des Lockdowns bis 2. Mai seine Prioritäten zeigt. Eine Priorität, von der er offensichtlich keinen Millimeter abweichen will. Im Gegensatz zu seinem Parteifreund aus dem Burgenland, der nicht mitziehen wird, den Lockdown beendet und auf ein infektionsvermeidendes Verhalten seiner Burgenländer und jener Lockdown-Flüchtlinge aus Wien hofft, die nach Parndorf zum Einkaufen ausweichen werden. Der Osten als Fleckerl-Fleckerl-Teppich der Pandemiebekämpfung.
 
Für Ludwig gilt: Keinem Wiener, keiner Wienerin soll ein Intensivbett verweigert werden müssen. Er zieht auf den letzten Metern die Notbremse, um Leben zu retten.
So einfach, so schwierig. Denn wie heißt es bei Musil? Wir irren vorwärts.
 
Zum Abschluss noch eine erfreuliche Nachricht. Bis Juni bekommen wir zusätzlich eine Million Impfdosen von Biontech-Pfizer, wie Kollege Andreas Lieb in der heutigen Ausgabe aus Brüssel berichtet. 
 
Einen schönen Tag und eine baldige Impfung wünscht Ihnen

 

Carina Kerschbaumer
carina.kerschbaumer@kleinezeitung.at

 

Kommentare (3)
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andal18
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1
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nicht zusätzlich

sondern vorgezogene Impfdosen.
Und Ludwig hat mich in der Pandemie persönlich positiv überrascht, hätte ihm ein so kompetentes Krisenmanagement nicht zugetraut. Negativ überrascht hat mich Plattner mit seinen Konsorten.

Dardanus
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Plattner?

Plattner kann nicht negativ überraschen bei dem muss man immer vom größten Schaden ausgehen. Der hat noch nie positiv gewirkt sogar das tote Bundesheer hat er noch schlechter gemacht.

VH7F
7
1
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Der Lockdown ist mittlerweile ziemlich umsonst,

die Alten sind auch schon geimpft. In Deutschland sinken die Zahlen auch nicht mehr schnell.