Streit um das Atomkraftwerk KrskoDie atomare Energiegewinnung ist kein Zukunftsmodell, sie ist ein Relikt aus der Vergangenheit

Allen Sicherheitsstandards, Katastrophenvorkehrungen und Klimaschutzbemühungen zum Trotz: Warum die Stromgewinnung aus Atomkraft für Europa kein Zukunftsmodell ist.

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Ein schwerer Unfall in einem Atomreaktor – und danach Ungewissheit und tagelanges Schweigen der offiziellen Stellen: Was Europa vor 35 Jahren nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl erlebte, wäre heute kaum noch vorstellbar. Während die Diskussion um die atomare Gefahr mit der Laufzeitverlängerung und den Erweiterungsplänen für das grenznahe slowenische AKW Krsko zuletzt neue Nahrung bekommen hat, sind die Begleitumstände mit der damaligen Situation nicht mehr deckungsgleich. Tatsächlich wäre eine atomare Katastrophe in Europa heute aufgrund dichter Messnetze und internationaler Abkommen nicht verheimlichbar und die Vorkehrungen für den Ernstfall sind weitreichend. Und auch die Reaktor- und Sicherheitstechnik ist hat sich weiterentwickelt.

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paulrandig
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Zweischneidiges Schwert

Atom ist böse. Eintreten für Kernkraft ist politischer Selbstmord. Da sind wir uns einig. Andererseits gibt es "im Untergrund" neue Technologien in der Atomkraft, die den bisherigen strahlenden Abfall als Energiequelle verwerten können, sehr kleine Kraftwerke erlauben, die die bisherigen Schwachstellen in punkto Gefahr umgehen. Es sind ja die Schwachpunkte Kernschmelze und Endlager nicht in Stein gemeißelt. Hier einen Forschungsschub anzustoßen um vielleicht die Kernkraft doch noch sicher und weniger schmutzig nutzen zu können, wäre sicherlich anzudenken. Aber wie oben gesagt: Politischer Selbstmord.

scionescio
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@paul: Die Gefahr liegt im Prinzip und kann nur verkleinert, aber nie ausgeschlossen werden …

… und bei einem Eintritt des Risikos sind die Auswirkungen gewaltig- da wäre es wohl vernünftiger, bei der Forschung zur Kernfusion mehr zu investieren.

Die große Mehrheit der Experten ist heutzutage allerdings der Meinung, dass wir in Wahrheit schon lange kein Energieerzeugungsproblem mehr haben (Wasserkraft, Sonne, Wind, etc. gibt es mehr als genug), sondern ein Verteil- und Speicherproblem … und dieses Kernproblem lässt sich nur mit dem Eintritt ins Wasserstoffzeitalter lösen (der Sondermüll, der durch die Akkus entsteht, wird und noch viele Sorgen bereiten!)

paulrandig
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scionescio

Das kann ich voll unterstützen. Ein zusätzliches Problem ist das Effizienzparadox, das bei Entwicklung neuer Techniken zu höherer Effizienz nicht etwa den Verbrauch reduziert, sondern die Anwendung boostet. Beispiel: LED-Lampen bräuchten nur ein Zehntel der Energie von Glühlampen, dafür wird aber zwanzig mal so viel damit beleuchtet.

Die Kernfusion wäre natürlich der Hit, aber das dauert anscheinend noch.

scionescio
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@paul: Forschung ist hauptsächlich eine Frage des Geldes - je mehr man investiert, desto schneller geht es ….

… bei der Kernfusion ist es wie beim Wasserstoff: die, die schon in andere Technologien investiert haben, möchten jetzt natürlich auch ordentlich daran verdienen und haben kein Interesse an einem Paradigmenwechsel - leider sind es fast immer auch die mit den großen finanziellen Mitteln (die paar Universitäten machen da im Vergleich zu diesen Giganten das Kraut nicht fett ..)

Beim Covid Impfstoff hat man schön gesehen, wie rasch es gehen kann, wenn wirklich Dampf dahinter ist!

Stell dir vor, wie viele riesige Konzerne obsolet wären, wenn wir plötzlich mit der Kernfusion Energie erzeugen- dass die daran kein Interesse haben, liegt wohl auf der Hand!