TV-TagebuchWir machen uns die Hölle selbst: Zu David Schalkos "Toulouse" in der ARD

 

Wo David Schalko draufsteht, ist eigentlich der ORF mit an Bord, bekam doch vor allem der Einser-Kanal durch den unangepassten Autor und Regisseur ein cooleres Image bei der jungen Zielgruppe. Nicht nur durch „Braunschlag“. Das Höllendrama „Toulouse“ überließ man nun ganz der ARD, wohin 120.000 Seher aus Österreich zappten.

In 15 Tagen wurde Schalkos Stück, das am Theater erst zur Uraufführung kommt, chronologisch abgefilmt – was bei Filmdreharbeiten der unübliche Weg ist. Das Ergebnis: Bei diesem Psychokrieg wollte man auf keiner Seite stehen – und war angesichts der Alkohol- und Schweißausdünstungen in diesem Hotelzimmer (einziger Schauplatz des Kammerspiels) fast versucht, die Nase zu rümpfen – ohne Geruchsfernsehen. Die Zeitung „Die Welt“ resümierte Schalkos Text so: „Das Aufkommen an zitierfähigen Sätzen von ,Toulouse‘ würde reichen, ein halbes Dutzend ,Tatort‘-Sonntage zu retten.“ Daher die Frage: Warum lässt man ihn nicht einmal einen „Tatort“ schreiben?

Nicht abschrecken lassen sollte man sich vom heutigen ARD-Film: Ein „Urlaub mit Mama“ kann furchtbar nervig, vergnüglich oder versöhnlich sein. Oder alles zusammen. Nicht klischeefrei, diese gut gespielte TV-Ware, aber manchmal ist das Leben ein Klischee!

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