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Kottan ermittelt

Vom Ärgernis zum Kult

 

Karin Kathrein, Doyenne der österreichischen Kulturjournalistik, schrieb am 10. August 1976 in der Tageszeitung Die Presse: "Nach diesem österreichischen Anlauf, ,Kottan ermittelt‘, von Helmut Zenker, in der einfallsreichen, prall-natürlichen Regie von Peter Patzak, wünscht man sich, dieses Trio weiter am Werk zu sehen." Vor vierzig Jahren hat das Wünschen noch geholfen. Der "Kottan" ging in Serie trotz aller Proteste. Polizeigewerkschafter setzten den Helm auf, griffen zur Gummiwurst und prügelten – wenn auch nur metaphorisch – auf die Sendungsgestalter und den ORF ein.

Die zweite "Kottan"-Folge "Der Geburtstag", die im Juni 1977 erstmals über die Bildschirme flimmerte, verwendete der ÖVP-Abgeordnete Walter Suppan für eine parlamentarische Anfrage an den damaligen Innenminister Erwin Lanc. Suppan wollte wissen, "ob er die Ansicht teile, wonach der Fernsehfilm geeignet gewesen sei, das Ansehen der Exekutive herabzusetzen und das Vertrauen der Bevölkerung zur Exekutive zu untergraben". Diese Erinnerungen an eine unsägliche Polithatz lösten die mittwöchigen "Kottan"-Wiederholungen in ORF III aus. Irgendwie ist schon tröstlich: wie oft mutierte ein vermeintliches öffentliches Ärgernis zu wahrem Kultstatus.

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Zongher
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"Die ÖVP braucht noch ein bisschen Zeit"

Das galt in den 70ern genauso wie es heute noch immer gilt.

Die ÖVP braucht Zeit.

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Jodl
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Guter Kommentar, aber:

Ein Ärgernis kann nicht zum Kultstatus mutieren. Das ist nicht deutsch. Ein Ärgernis kann Kultstatus erlangen. Oder ein Ärgernis mutiert zu einem Phänomen mit Kultstatus.

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