Die mit Begeisterung aufgenommen worden. Schauspielerin Anne Hathaway bewegte mit Erzählungen darüber, wer sie für die Rolle inspiriert habe. Und Regisseur James Gray fand am Freitag klare Worte für die politische Lage seines Heimatlands – und einen speziellen historischen Vergleich dafür, welche Art von Kunst er nicht machen wolle.

Mehrmals stockte Hathaway am Freitag die Stimme, als sie bei der Weltpremiere von "Armageddon Time" bei den Filmfestspielen in Cannes über ihre kürzlich verstorbene Stiefmutter sprach. Sie erzählte, wie diese sie für ihren neuesten Film inspiriert habe. "Ihr Vermächtnis beeinflusst mein Leben", sagte sie. Sie werde nicht einmal versuchen, die Tiefe ihrer Liebe zu beschreiben, weil diese unbeschreiblich sei. "Das ist, warum ich so dankbar für das Kino bin", sagte sie. "Weil es dir ermöglicht, Dinge ohne Worte zu sagen."

Hathaway spielt in "Armageddon Time", der im Wettbewerb der Filmfestspiele läuft, die jüdische Mutter eines kleinen Jungen, der in Queens in den 1980er-Jahren aufwächst. Ihre Stiefmutter war ebenfalls jüdisch.

Gesellschaftliche Ungleichheit in den 80er Jahren

Der Film handelt von Themen wie Rassismus und gesellschaftlichen Ungleichheiten in den USA, auch die Familie Trump spielt eine Rolle. Die Coming-of-Age-Geschichte ist vom Leben des Regisseurs James Gray inspiriert.

Er habe keine Idee, wie er Probleme etwa der sozialen Ungerechtigkeit lösen könne, sagte Gray am Freitag. "Ich glaube nicht, dass es meine Aufgabe als Filmemacher ist, der Welt eine Antwort zu präsentieren."  Der Film wirft auch einen kritischen Blick auf den "American Dream", für den Gray wenig übrig hat: "Meine Einstellung ist: Warum schaust du dir nicht das System an, das tatsächlich ein Level an Unterdrückung verlangt, damit einige wenige Leute das ganze Geld verdienen."

Bei der Weltpremiere erhielt der Film am Donnerstagabend in
Cannes nach Ende der Vorführung minutenlange Standing Ovations.
Manche vom Filmteam, auch Hathaway selbst, hatten Tränen in den Augen. James Gray sagte sichtlich berührt: "Das ist sehr emotional – es ist auf eine Weise meine Geschichte und ihr habt sie mit mir geteilt." Er sei dankbar und hoffe, dass er in Zukunft wieder nach Cannes zurückkomme – weil es "die Kirche des Kinos" sei.