Barry GibbDer letzte überlebende Bee Gee wird 75

Seine Falsettstimme kennt jeder, er schrieb auch für andere Künstler Welthits: Barry Gibb feiert am 1. September seinen 75. Geburtstag.

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1979, auf dem Höhepunkt des Erfolgs: Robin Gibb, Barry Gibb (Mitte) & Maurice Gibb © AP
 

Seine Stimme prägte die größten Hits der Bee Gees. Klassiker wie "Staying Alive" oder "Night Fever" wären ohne den Falsettgesang von Barry Gibb undenkbar. Eher zufällig und relativ spät entdeckte der Sänger seine Kopfstimme. Bei den Aufnahmen zu "Nights On Broadway" im Jänner 1975 schlug Produzent Arif Mardin vor, den Refrain mit kreischendem Hintergrundgesang zu ergänzen. Barry versuchte es und staunte über seinen eigenen Stimmumfang. Ein neuer Bee-Gees-Sound war geboren. Damals trug Frauenschwarm Gibb zu seinem strahlend weißen Lächeln das Hemd offen und die vollen Haare dauergewellt und hochgeföhnt. Von der Frisur ist heute nur ein wenig graues Resthaar übrig.

Sein Lächeln zeigt Barry Gibb nicht mehr so häufig. Der letzte überlebende Bee Gee, der am 1. September 75 Jahre alt wird, ist nachdenklich geworden. Maurice starb 2003, Robin 2012. Der jüngste Bruder Andy, der nie offizielles Mitglied der Band war, war schon 1988 gestorben.

Schon als Kind trat Gibb in den 1950er-Jahren mit seinen Brüdern auf. Geboren am 1. September 1946 in Douglas auf der Isle of Man, lebt er mit seiner Familie einige Jahre in Manchester, wo er mit den drei Jahre jüngeren Zwillingen Robin und Maurice die Skiffle-Band The Rattlesnakes gründet. Als Zwölfjähriger wandert er mit der Familie nach Australien aus. Aus den Rattlesnakes werden die Bee Gees, die mit ihrem genialen Harmoniegesang nicht nur in Down Under für Aufsehen sorgen, sondern auch in ihrer alten Heimat.

Für die Karriere der Söhne siedelt die Familie 1967 zurück nach Großbritannien, wo die British Invasion mit Bands wie den Beatles und den Rolling Stones Fahrt aufnimmt. "Wir waren uns alle drei einig, dass wir um jeden Preis berühmt sein wollten", erinnert sich Gibb in dem hervorragenden Dokumentarfilm "How Can You Mend A Broken Heart", der im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde. Hier ein Hit aus 1987:


Mehr als 1000 Songs schrieb Barry Gibb mit seinen Brüdern, darunter 20 Nummer-Eins-Hits in den USA und Großbritannien.Der Stil ist auch bei Erfolgen von anderen Künstlern erkennbar, etwa bei Dionne Warwicks "Heartbreaker" oder Diana Ross' "Chain Reaction".

Noch immer schreibt er neue Musik, wie er heuer in einem Interview verriet, wenn auch nicht mehr ganz so häufig. "Oft wache ich mitten in der Nacht auf, weil mir ein Song durch den Kopf rauscht. Ein Aufnahmegerät liegt immer neben meinem Bett." Anfang des Jahres veröffentlichte Barry Gibb das Duett-Album "Greenfields", auf dem er mit Stars wie Dolly Parton oder Keith Urban Bee-Gees-Songs im Countrystil singt.

Barry Gibb wird am 1. September 75 Foto © AP

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