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Outdoor-ShirtsTrotz Recycling: Öko-Tester finden Schadstoffe und Mikroplastik

Outdoor-Kleidung aus recyceltem Plastikmüll haben ihre Makel: Sie geben Mikroplastik ab und enthalten Schadstoffe.

Outdoor-Shirts im Test (Sujet)
Outdoor-Shirts im Test (Sujet) © (c) Maridav - stock.adobe.com (Maridav)
 

Die Nachfrage nach Outdoor-Kleidung aus recyceltem Plastikmüll oder nachwachsenden Rohstoffen wächst. Öko-Test hat deshalb 15 Shirts aus recyceltem Polyester, Merinowolle oder Bio-Baumwolle analysiert. Das Ergebnis: Nur zwei Produkte erhielten die Note "sehr gut", trotz Nachhaltigkeit ist ein Großteil aber nicht unbedenklich, so das Ergebnis der Studie, die die Arbeiterkammer Oberösterreich veröffentlichte.

Die Tester haben die Shirts einer Schadstoffprüfung unterzogen sowie auf Atmungsaktivität, Saugfähigkeit und Materialeigenschaften getestet. Auch der Nachweis über die Herkunft der verwendeten Materialien wurde kontrolliert. Und wie schon so oft, gilt auch bei diesem Test: Teuer heißt nicht automatisch gut. So stammt einer der beiden Testsieger von einer günstigen Modekette.

Keine geschlossenen Kreisläufe

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Branche zwar "Richtung Nachhaltigkeit in Bewegung gekommen ist", so das Resümee der Konsumentenschützer. Ein echtes Textilrecycling wurde aber wegen fehlender geschlossener Kreisläufe noch von keinem Hersteller angewendet, einige würden jedoch bereits versuchen, ihr Altkleider zu sammeln.

Auch wenn bei acht Oberteilen die Herkunft des Materials nicht angegeben war, stellten die Tester fest, dass der recycelte Kunststoff der Shirts überwiegend aus PET-Flaschen stammen, die in China oder Taiwan gesammelt, geschreddert und zu Garn verarbeitet werden. Wie die Untersuchung weiters zeigte, löste sich aus allen Synthetikfasern beim Waschen Mikroplastik.

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Der Test ist unter ooe.konsumentenschutz.at abrufbar.

Tierquälerei

Von den fünf Anbietern, die ihre Oberteile aus Merinowolle herstellen, verzichtete nachweislich nur einer auf die "tierquälerischen Praxis des 'Mulesing'", hieß es in dem Testergebnis. Bei dieser werden den faltenreichen Merinoschafen - meist ohne Betäubung - Hautstücke rund um den Schwanz herausgeschnitten, um das Einnisten von Parasiten zu verhindern.

Was die Produkteigenschaften angeht, konnten die Sport-Shirts durchaus überzeugen: alle sind atmungsaktiv und luftdurchlässig. Allerdings nehmen nur sechs Oberteile Flüssigkeiten schnell genug auf, um den nassen Schweiß rasch von der Haut weg zu transportieren.

Nervengift

In zwei Shirts wurden aber auch Schadstoffe, phosphororganische Verbindungen, feststellt. Diese Problemstoffe können als Nervengift wirken. Außerdem wurden in sieben Shirts halogenorganische Verbindungen gefunden, von denen viele als allergieauslösend gelten.

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