Im Alter von 91 JahrenModeschöpfer Hubert de Givenchy ist tot

Audrey Hepburn war sein Star: Am 10. März ist der Modeschöpfer Hubert de Givenchy im Alter von 91 Jahren gestorben.

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Etuikleider, aufspringende Röcke und Hüte, die oft das Gesicht verdeckten: Hubert de Givenchy kleidete Greta Garbo ein, Grace Kelly, Elizabeth Taylor, Jacqueline Kennedy und Marlene Dietrich, doch Audrey Hepburn war sein Star. Gemeinsam mit ihr schuf der französische Modeschöpfer eine neue Silhouette der Hollywoodstars: elegant und weiblich.

Im Alter von 91 Jahren ist der Modeschöpfer und Aristokrat, der als Graf Hubert James Marcel Taffin de Givenchy geboren wurde, nun gestorben. Er sei ein Gentleman gewesen, der über ein halbes Jahrhundert lang Pariser Chic und Eleganz symbolisiert habe, teilte das Pariser Modehaus Givenchy am Montag mit. Er werde sehr vermisst werden. Gestorben ist der Modestar am Samstag.

Unnahbare Eleganz: Diese Zauberformel machte de Givenchy berühmt. "Seine Modelle sind so einfach und vollendet gut geschnitten. Jedes Kleid folgt der Bewegung des Körpers", sagte die Schauspielerin Hepburn, die zu seiner Muse wurde. In ihrem Erfolgsfilm "Frühstück bei Tiffany" steckte der Modeschöpfer den Star in das berühmte kleine Schwarze. In "Sabrina" trat Hepburn in einem Traum aus Weiß auf.

"To Audrey with Love"

Im Jahr 2014 widmete er ihr sogar das Buch "To Audrey with Love". In dem Werk vereinte der Ästhet rund 150 Skizzen von Kleidern, die er für die 1993 gestorbene Hollywood-Schauspielerin entworfen hatte. Über 40 Jahre dauerte die gegenseitige Bewunderung und Freundschaft. "Sie hatte erstens die Figur eines Mannequins, dann hatte sie früher Ballettunterricht, sie wusste also, wie man sich bewegt, wie man geht. Sie hatte Klasse", sagte de Givenchy.

Der Liebhaber des Louis-14-Stils stammt aus einer wohlhabenden Familie. Sein Großvater war Direktor der historischen Gobelinfabrik im  nordfranzösischen Beauvais. "In meiner Familie achtete jedes Mitglied sehr auf seine Kleidung. Das hat mich schon als Kind fasziniert und veranlasste mich bald, auch die Modegeschäfte genau zu studieren", erzählte de Givenchy in einem Interview.

Hubert de Givenchy: Der Herr der Eleganz

Hubert de Givenchy bei seiner Retrospektive "To Audrey with Love". Givenchy stattete seit den 50er-Jahren unter anderem die US-Schauspielerin Audrey Hepburn aus, die als seine Muse galt. Zu seinen Kundinnen zählte auch die frühere First Lady yJackie Kennedy, Elizabeth Taylor und Marlene Dietrich.

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De Givenchy begann seine Karriere 1945. Sieben Jahre später gründete der Couturier sein eigenes Modehaus. Ein weiteres Jahr danach begann die Zusammenarbeit mit Hepburn. Vor mehr als 25 Jahren begann der Modeschöpfer, sich allmählich aus der schillernden Modewelt zurückzuziehen. Zunächst verkaufte er 1988 sein
Unternehmen, das Teil des Luxuskonzerns LVMH wurde.

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1995 nahm er dann schließlich auch als Designer mit einer
spektakulären Modeschau Abschied von der Schneiderkunst. Ihm folgten beim Modehaus Givenchy unter anderem die beiden exzentrischen Briten John Galliano und Alexander McQueen.

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Als geborener Graf Hubert James Marcel Taffin de Givenchy wurde ihm der gute Geschmack in die Wiege gelegt. Seine Familie war wohlhabend, sein Großvater Direktor der historischen Gobelinfabrik im nordfranzösischen Beauvais.

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Hubert de Givenchy wartet im Jahr 1952 hinter der Bühne bei einer Modenschau.

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De Givenchy mit  bei der Amfar-Gala mit Model Imam Abdulmajid.

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Designer-Freunde: Yves Saint Laurent und Hubert de Givenchy.

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Mit seiner Muse Audrey Hepburn.

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Mit 25 Jahren gehörte der Schöngeist in seiner Anfangszeit zu den Jüngsten seiner Zunft. Anfang der 50er-Jahre gründete er sein eigenes Haus. Bereits mit seiner ersten Kollektion aus eng anliegenden Jerseykleidern und Abendroben aus Leinen sorgte er 1952 für Aufsehen. Er schuf den berühmten "Ballonmantel", und seine grazilen Samtbustiers wurden gefeiert.

Vorliebe für Luxus

Auch die Vorliebe für Luxus hatte de Givenchy geerbt. Zu seinem Besitz gehörten das Renaissance-Schloss Jonchet bei Romilly-sur-Aigre, ein herrschaftliches Stadthaus in Paris und eine große Kunstsammlung.

De Givenchy feierte schon vor mehr als 20 Jahren Abschied von der Modewelt. Vor mehr als fünf Jahren fing er dann an, sich von einem Teil seiner Schätze zu trennen. Er wolle Ordnung bringen in sein Leben, sagte er.

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