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FrankreichDie Provence blüht nicht nur lila

Für die Lavendelblüte ist es heuer schon zu spät. Egal, die Provence bietet viel mehr, von der Metropole Marseille bis zu den schönsten Dörfern Frankreichs.

Der Jachthafen von Marseilleliegt gut geschützt in einer ausladenden Bucht
Der Jachthafen von Marseilleliegt gut geschützt in einer ausladenden Bucht © Sergii Figurny
 

Man kennt die Bilder der ausgedehnten Lavendelfelder. Lila durchziehen sie das sanft gewellte Land, durchbrochen von goldgelben Weizen- und Dinkelfeldern. Tausende Touristen kommen im Frühsommer in die Provence, um diese malerischen Eindrücke in sich aufzunehmen. Susanne Zürn-Seiller vom Comité Régional de Tourisme winkt ab: „Das ist nur eine Facette der Provence. Wir haben noch ganz anderes zu bieten!“

Schauriges Verlies vor der Stadt

Die gebürtige Bayerin sagt’s und schwingt sich in ein großes Schlauchboot im Hafen von Marseille, um ihren Gästen die Stadt vom Meer aus zu zeigen. Es geht zu einer kleinen Felseninsel, etwa drei Kilometer vor der Stadt. Edmond Dantès war dort 14 Jahre lang inhaftiert, der Graf von Monte Christo aus dem berühmten Roman von Alexandre Dumas. Dantès ist eine Romanfigur, das Gefängnis Château d’If aber echt. Die düsteren Verliese sind jedoch schnell vergessen, denn die kleine Crew des Bootes wartet schon mit Wein und einem Picknickkorb auf die Gäste.

Marseille ist mit 860.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Frankreichs und hat keinen guten Ruf. „Anderswo gibt es auch soziale Probleme, die sich in Gewalt entladen“, verteidigt Pia Leydolt-Fuchs „ihre“ Stadt. Die gebürtige Wienerin bietet in Marseille Stadtführungen an. Weil sie im Jahr 2009 Linz als europäische Kulturhauptstadt medial betreute, übersiedelte sie kurzerhand nach Marseille, als man sich dort für die Kulturhauptstadt 2013 rüstete.

Frankreich: Provence

1. Tipp

L'Isle sur la Sorgue: Zahlreiche alte Schaufelräder am Fluss Sorgue erinnern an die große Vergangenheit als Textilstadt. Heute produzieren nur nur noch zwei Betriebe. (Den Reisebericht lesen Sie hier)

(c) Pototschnig Franz

2. Tipp

L'Isle sur la Sorgue: 300 Geschäfte und Verkaufsstände für Antiquitäten und Kunst bieten für jeden Geschmack und jede Brieftasche das Passende. Unter Antiquitätenfreunden ist die Stadt sehr bekannt.

(c) Pototschnig Franz

3. Tipp

Gordes: Unter den "Sieben schönsten Dörfern Frankreichs" ist Gordes im Luberon allein schon durch seine Lage auf einem Hügel und seine gut erhaltene Bausubstanz eine Besonderheit.

(c) Pototschnig Franz

4. Tipp

Lormarin: Das Dorf Lourmarin ist mit seiner mächtigen Burg und seinen malerischen Gassen ein Anziehungspunkt für viele Touristen.

(c) Pototschnig Franz

5. Tipp

Lauris: Restaurant La Cuisine d'Amélie au Domaine de Fontenille. Vier-Sterne-Hotel mit exquisiten Restaurant in einem bezaubernden Garten gelegen. Eigene Bio-Weine kann man verkosten und mit dem Weinglas durch die weitläufige Gartenanlage spazieren.

(c) Pototschnig Franz

6. Tipp

Jouques: Weingut Chateau Revelette. Der deutsche Besitzer Peter Fischer ist seit den 1970er-Jahren in Frankreich und produziert außergewöhnliche, naturbelassene Weine.

(c) Pototschnig Franz

7. Tipp

Aix-en-Provence: Der ausgedehnte Markt im Zentrum der Stadt bietet Blumen, Obst, Gemüse, Kleidung und Kunsthandwerk in großer Auswahl. Nicht vergessen: Zu allererst eine geflochtene provenzalische Einkaufstasche kaufen!

(c) Pototschnig Franz

8. Tipp

Aix-en-Provence: Das Atelier von Paul Cézanne, etwas erhöht außerhalb der Stadt gelegen, wurde zu einem Museum umgebaut, das einen sehr schönen Einblick in den Alltag des Künstlers bietet.

(c) Pototschnig Franz

9. Tipp

Aix-en-Provence: Die Stadt ist bekannt für die Calissons, die 1473 vom Koch des Herzogs René von Anjou kreiert worden sind. In der "Confiserie du Roy René" werden sie, so sagt man, noch nach dem Originalrezept hergestellt. Aber auch andere Süßigkeiten sind empfehlenswert.

(c) Pototschnig Franz

10. Tipp

Marseille: Die Villa Méditerranée nahe dem Hafen steht für das neue Marseille. Sie bietet nicht nur Ausstellungen, sondern auch einen herrlichen Blick auf den Hafen.

(c) Pototschnig Franz

11. Tipp

Marseille: Zwei Kellner des Restaurants Miramar präsentieren stolz die Fischstücke, die gleich darauf in die Bouillabaisse kommen. Das Miramar an der Hafenpromenade gehört zu den besten Restaurants der Stadt und bietet neben der Fischsuppe eine große Vielfalt an Fischgerichten.

(c) Pototschnig Franz

12. Tipp

Marseille: Die Festung Chateau d'If liegt etwa drei Kilometer vor Marseille im Meer. Sie war lange Zeit ein Gefängnis, der "Graf von Monte Christo", die berühmte Romanfigur von Alexandre Dumas, war dort 14 Jahre inhaftiert. Man kann das ehemalige Gefängnis besuchen.

(c) Pototschnig Franz
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„Marseille hat die Chance genutzt wie kaum eine andere Stadt“, erläutert Leydolt-Fuchs. Die Stadt hatte 3,5 Milliarden Euro eingeplant, um als Kulturhauptstadt zu brillieren. Geworden sind es sieben. Drei Stadtteile wurden erneuert und den Hafen hat man mit modernem Wohnraum, Einkaufsmeilen, Büros, Hotels, Freizeitanlagen und Museen so frisiert, dass sie ein Besucher, der vor zehn Jahren dort war, nicht wiedererkennt. Manches Alte wurde behutsam bewahrt, aber man hat auch radikal Neues geschaffen. Die abenteuerliche Morbidität von früher ist weg.

Reise-Tipps

Hoteltipps:


Grand Hôtel Henri**** in L’Isle sur la Sorgue: www.grandhotelhenri.com mit hoteleigenem Restaurant Le Petit Henri


Hotel du Roi René MGallery by Sofitel in Aix-en-Provence


Hotel Golden Tulip Euromed**** in Marseille - www.goldentulip.com/fr/hotels/golden-tulip-marseille-euromed


Restauranttipps:
Restaurant La Cuisine d’Amélie im Domaine de Fontenille in Lauris (Lubéron), 4*-Hotel und Restaurant sowie Bio-Weinbau.

Restaurant Jardin Mazarin in Aix-en-Provence - www.jardinmazarin.com

Restaurant La Fromagerie du Passage in Aix-en-Provence - www.lafromageriedupassage.com

Restaurant Mickael Féval in Aix-en-Provence, seit 2017 1* Michelin - mickaelfeval.fr

Restaurant Miramar in Marseille, bekannt für seine authentische Bouillabaisse
www.lemiramar.fr

Die Fluglinie Volotea fliegt Wien-Marseille/retour donnerstags und sonntags: www.volotea.com

Diese Reise wurde unterstützt von Atout France.

Vom Flughafen "Marseille Provence" ist man in anderthalb Stunden im Département Vaucluse. Durch eine sanfte Hügellandschaft erreicht man die „7 schönsten Dörfer Frankreichs“. Unter ihnen nimmt das Bergdorf Gordes eine Sonderstellung ein. Alte Steinhäuser drängen sich um eine mittelalterliche Burg. Am Morgen sind die Straßen leer, da haben die Pensionisten noch Ruhe vor den Touristenbussen und erzählen sich beim Morgenkaffee den örtlichen Tratsch. Noch gehören die Cafés ihnen allein. Einige Maurer flicken bedächtig Paris in nichts nachsteht – oder zumindest nicht viel.

Stadt der 101 Brunnen

Zauberhaftes Flair bietet Aix-en-Provence, die „Stadt der 101 Brunnen“ und Heimat des Malers Paul Cézanne (1839–1906). Zeitlebens plagten ihn Geldsorgen, seinen Weltruhm erlebte er, wie viele andere Maler, nicht mehr. Man kann in Aix sein Atelier und jede Menge Gedenkstätten besuchen. Aix ist auch bekannt für die Calissons, ein Konfekt mit Mandeln und kandierten Orangen, das 1473 vom Koch des Herzogs René von Anjou kreiert wurde. Vincent Chastel von der Confiserie du Roy René ist stolz auf das Originalrezept. Seine Calissons stellt er auf uralten Maschinen her – aber nur für Gäste, auf diese Art könnte er den Bedarf längst nicht decken.

 

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