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Nicht so ''smart''Das ist die Horror-Puppe aus dem Tatort

Der Münchner Tatort thematisiert vernetztes Spielzeug - mit einem durchaus realistischen Bedrohungsszenario.

My Friend Cayla - in Deutschland verboten
My Friend Cayla - in Deutschland verboten © KK
 

Es ist Nacht und plötzlich beginnen die Augen der Puppe zu leuchten, sie beginnt zu sprechen und überzeugt das Mädchen, dem Einbrecher die Türe zu öffnen. Der Münchner Tatort bringt das Thema Smart-Toys, also intelligente Spielzeuge, wieder in den Fokus der Öffentlichkeit. Doch was ist wahr und was ist Fiktion?

Wahr ist: Es gibt ein Vorbild für die sprechende Puppe im Film. "My Friend Cayla" wurde im Februar 2017 in Deutschland als "Spionage-Gerät" eingestuft und darf dort nicht mehr verkauft werden. In Österreich ist der Verkauf von Spionage-Geräten nicht verboten, daher darf auch die Puppe verkauft werden. Aber faktisch kann man sie in keinem Geschäft kaufen.

Die Vorlage

Doch Cayla ist längst nicht das einzige Beispiel. Es gibt eine ganze Reihe von Stofftieren und Puppen, die sich mit dem Smartphone verbinden lassen. Und alle haben eines gemeinsam: Einmal verkauft, kümmern sich die Hersteller nur wenig um die Aktualisierung der Software oder das Beseitigen von Sicherheitslücken. Verbraucherschützer warnen eindringlich vor solchem Spielzeug.

"Die Hersteller lassen sich nicht in die Karten schauen. Keiner weiß, wo die Daten liegen. Nur auf der App oder doch auf einem Server im Ausland? Wie sicher ist die Bluetooth-Verbindung, lässt sie sich von außen knacken? Können die Kinder abgehört werden?", sagte Alexander Glowatschnig schon 2017 in einem Gespräch mit der Kleinen Zeitung.

Erst gehackt, dann Pleite

Aber wie einfach ist das Szenario des Münchner Tatorts? Können Hacker wirklich so leicht das Spielzeug "kapern"? Im Jänner des Vorjahres sorgte das Beispiel von "Cloud Pets" für Furore. Die Idee klingt reizend. Ist ein Elternteil gerade nicht zu Hause, wird die „Cloud Pet App“ gestartet. Nun kann man dem Kind süße Träume wünschen. Das Kind kann dann auf einen Knopf am Plüschtier drücken und hört die Gute-Nacht-Wünsche der Eltern. Es kann antworten, in dem es noch einmal auf den Knopf drückt. Allerdings waren die Server mit den Stimmaufzeichnungen nicht gesichert. Wer die Adresse kannte, konnte die Aufnahmen einfach herunterladen oder austauschen.

Für das Unternehmen war das der Todesstoß und zumindest diese angeblich so "smarten" Stofftiere gibt es nicht mehr.  Doch mit "Hello Barby", "My Friend Freddy" oder "Smart Toy" von Fisher-Price werden weiterhin Puppen und Stofftiere mit Internet-Verbindung angeboten. Und jedes von ihnen ist ein äußerst unsicherer Spion im Kinderzimmer.

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