Sättigungshormon LeptinWarum fehlender Schlaf Hungergefühle auslöst

Wenn wir lange Zeit zu wenig schlafen, sammeln sich Giftstoffe im Gehirn an.

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Guter Schlaf kann ein wunderbarer Jungbrunnen sein. Warum Schlaf wesentlich für die Gesundheit ist? „Während des Schlafs schwingt unser Gehirn ruhig und gleichmäßig, unsere Zellen werden gereinigt und regeneriert“, erklärt Chronobiologe Maximilian Moser im Magazin „Was uns stärkt, was uns schwächt“.

Neue Forschungen zeigen, dass die „Reinigung“ des Gehirns während des Schlafs tatsächlich von einer Durchspülung begleitet ist. „Feine Kanäle zwischen den Zellen, die man erst 2011 entdeckt hat, öffnen sich im Tiefschlaf und werden von der Gehirnflüssigkeit durchgespült. Dabei werden Stoffwechselendprodukte und Toxine mitgenommen“, erklärt Moser.

Was aber passiert, wenn es zu längeren Schlafstörungen kommt? „Wenn wir lange Zeit nicht oder zu wenig schlafen, sammeln sich diese Giftstoffe im Gehirn an und behindern die Übertragungsfähigkeit der Synapsen. Wir haben dann das Gefühl, mit dem Kopf im Schaumgummi zu stecken und uns nicht konzentrieren zu können“, warnt Moser vor länger anhaltenden Schlafstörungen.

Lesetipp

Mehr über die Bedeutung des Schlafs, die richtige Ernährung, um in Zeiten einer Pandemie immunfit zu bleiben, und die Entgiftungszentralen des Körpers lesen Sie im Magazin „Was uns stärkt, was uns schwächt“. 64 Seiten, 9,90 Euro. In Büros der Kleinen Zeitung, Trafiken, bei Spar. 

Schlafmangel kann aber auch Heißhunger auslösen. Während des Schlafs wird das Sättigungshormon Leptin gebildet. Bei zu wenig Schlaf sinkt der Leptinspiegel. Wer also über längere Zeit wenig schlaft, wird verstärkte Hungergefühle haben und zwangsläufig auch mehr als sonst essen.

Während des Schlafs durchstreifen Immunzellen den ganzen Körper, beseitigen eingedrungene fremde Zellen und abgestorbene eigene Zellen. „Auch Krebszellen werden in dieser Zeit entfernt. Dazu bildet das Immunsystem hochmolekularen Sauerstoff, der für diese Zellen sehr giftig ist“, erklärt Moser.

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