AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

WeltgesundheitstagArmut, die krank macht

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt: Immer mehr Europäer können sich Arztkosten oder Medikamente nicht leisten.

© Gina Sanders - stock.adobe.com
 

Überlebenswichtig oder lebensnotwendig? Soll das vorhandene Geld in Medikamente und medizinische Behandlungen investiert oder doch Lebensmittel gekauft und die Miete bezahlt werden? Eine bittere Entscheidung, vor der immer mehr Europäer stehen. Aus diesem Grund hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO), ihren 70. Geburtstag zum Anlass genommen, diese sich zuspitzende Problematik, in den Mittelpunkt zu rücken. „Es ist inakzeptabel, dass jemand – Pensionisten, Alleinerziehende, Arbeitslose, Ihr Nachbar oder meiner – in Armut getrieben wird, weil er für eine Behandlung bezahlen muss, die er braucht“, kritisiert WHO-Regionaldirektorin für Europa Zsuzsanna Jakab anlässlich des heutigen Weltgesundheitstages, der jährlich seit dem Jahr 1950 am 7. April ein anderes medizinisch brisantes Thema in den Fokus der Öffentlichkeit stellt.

Laut der Organisation wirke sich der erschwerte Zugang zu gesundheitlicher Grundversorgung nicht nur negativ auf den Gesundheitsstatus aus, sondern verschärfe auch bereits vorhandene Ungleichheiten und Armut. Schätzungen der WHO und Weltbank zufolge gaben im Vorjahr rund 800 Millionen Menschen weltweit mindestens zehn Prozent ihres Haushaltseinkommens für Gesundheitsausgaben aus.

Situation verschärft sich auch in Österreich

Auch in Österreich verschärfe sich die Lage, merken die Verantwortlichen von „AmberMed“ an. Die medizinische Einrichtung von Diakonie und Rotem Kreuz versorgt Menschen ohne Versicherungsschutz kostenlos und versucht ihnen einen Zugang zum Gesundheitssystem zu ermöglichen. „Der Bedarf wächst, das zeigt nicht nur unser volles Wartezimmer“, erklärt Carina Spak, Leiterin der Einrichtung. An Spitzentagen werden bis zu 65 Patientinnen und Patienten behandelt, etwa 3500 Personen nutzten das unentgeltliche Angebot 2017 – fast zehnmal so viele wie zu Beginn der Einrichtung im Jahr 2004.“ Das großteils ehrenamtliche Team sucht deshalb auch Verstärkung. Infos unter: www.amber-med.at/amber/ehrenamtliche-mitarbeiterinnen-gesucht

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren