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Gentest für MedikamenteWie vertrage ich diese Pille?

Apotheken bieten nun einen Gentest an, der zeigt, wie gut ein Wirkstoff im eigenen Körper wirkt – oder nicht wirkt.

Gentest
Gentest © BillionPhotos.com - Fotolia
 

Vor zwei Jahren ist ein vierjähriges Mädchen in Niederösterreich gestorben, nachdem es einen codeinhaltigen Hustensaft bekommen hat. Was weder Arzt noch Mutter wissen konnten: Das Mädchen gehörte aufgrund seiner genetischen Ausstattung zu jenen zwei Prozent der Bevölkerung, die Codein zu rasch in den Wirkstoff Morphin umwandeln. Es starb an einer Überdosis. Solche Fälle könnte ein neuer Gentest verhindern, den 250 Apotheken in Österreich ab sofort anbieten – und davor auch 500 Apotheker selbst getestet haben.

Individueller Test

„Wir sind keine Klone“, sagt Anna Eichhorn, die diese Tests herstellt. Daher können zwei Patienten, die sich rein äußerlich ähnlich sind, ganz unterschiedlich auf das gleiche Medikament reagieren. In den Zulassungsstudien werden die Medikamente an großen Patientengruppen getestet – nun geht man den anderen Weg und untersucht, wie der eigene Körper ein Medikament verarbeitet.

Gentest

Für den genetischen Test wird ein Abstrich der Mundschleimhaut gemacht und ins Labor geschickt. Dort werden 31 Gene untersucht, die mit der Verarbeitung von Medikamenten im Körper zu tun haben.
Kostenpunkt: 515 Euro.
Die Tests sagen nichts über Krankheitsrisiken aus!

Für die Untersuchung wird ein Abstrich der Mundschleimhaut gemacht und zur Analyse ins Labor geschickt (siehe Info). Ein genetischer Test kann zeigen, ob bestimmte Wirkstoffe besser oder weniger gut geeignet sind. Im Selbsttest der Apotheker zeigte sich zum Beispiel: Beinahe die Hälfte hatte ein Problem mit einem Betablocker, der bei Herzinsuffizienz eingesetzt wird. Durch eine genetische Besonderheit wird das Medikament bei diesen Menschen langsamer abgebaut, der Stoff sammelt sich im Körper, wodurch mehr Nebenwirkungen auftreten.

Dosis reduzieren

Die Empfehlung zum Testergebnis: Die Dosis um die Hälfte reduzieren oder auf ein anderes Präparat umsteigen, erklärte der Pharmazeut Theo Dingermann dazu. Entscheidend sei aber auch die Kommunikation mit dem Arzt, schließlich sei er es, der ein Medikament verschreibt. „Wir stehen erst am Anfang“, sagt Apothekerkammerpräsident Max Wellan.

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