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Nachgefragt

Was sind eigentlich Mizellen?

Reinigungs- und Gesichtswasser werden seit Neuestem mit der Mizellen-Technologie beworben – doch was ist das überhaupt? Nichts Neues, sagt der Experte.

Was können Mizellen?
Was können Mizellen? © Peter Atkins - Fotolia
 

Sie sollen Schmutz und Make-up anziehen wie ein Magnet und so Reinigung und Abschminken in einem Wisch erledigen, sagt die Werbung: Immer mehr Reinigungs- und Gesichtswasser mit Mizellen-Technologie bevölkern die Beauty-Regale. Doch was sind Mizellen überhaupt – und was können sie?

Mizellen

Mizellen sind die Strukturen, die entstehen, wenn ein Tensid auf Wasser trifft: Die Moleküle der Reinigungssubstanz ordnen sich dann in verschiedenen Formen an, die man Mizellen nennt.

Diese Strukturen sind meist nur Nanometer groß.

Struktur der Moleküle

„Mizellen sind nichts Neues“, sagt Andreas Zimmer vom Institut für pharmazeutische Wissenschaften der Uni Graz. „Immer wenn ein Waschmittel mit Wasser in Berührung kommt, entstehen Mizellen.“ Mizellen gibt es somit schon so lange, wie es Waschmittel gibt – sie beschreiben nur die Struktur, zu der sich die Seifenmoleküle zusammenlagern. Zimmer ortet hier einen Marketing-Gag: Eine Eigenschaft, die Reinigungsmittel seit Anbeginn haben, wird nun als moderne Technologie vermarktet. Die Wirksamkeit dieser Mizellen hänge von der Konzentration ab: je höher die Menge der enthaltenen Waschsubstanzen (Tenside), desto größer die Reinigungskraft.

Alles nano?

 

Nanopartikel

Nanoteilchen verdanken ihren Namen ihrer Größe: Sie sind meist nur wenige Nanometer groß. Ein Nanometer entspricht dabei einem Millionstel Millimeter.

In der Kosmetik werden diese Winzlinge unter anderem eingesetzt: Sie können tief in die Haut eindringen und so Wirkstoffe transportieren.

Wie die Partikel jedoch im Körper wirken, weiß man bis heute nicht.

Mizellen sind winzig-, nein, nano-klein: Sie messen 20 bis 50 Nanometer im Durchmesser, sagt Zimmer. „Nano“ ist ein viel diskutiertes Schlagwort in der Kosmetikbranche: „Um Produkte wirksamer zu machen, greifen die Hersteller zu Hightech-Methoden“, sagt Dermatologin Daisy Kopera (MedUni Graz). Einer der Renner: Nanopartikel.

Sie werden zum Beispiel in Sonnencremen eingesetzt, wobei sie das Sonnenlicht auf der Haut reflektieren. Aufgrund ihrer Größe können sie aber auch tief in die Haut eindringen und so Wirkstoffe einschleusen oder freie Radikale binden.

Wenig Wissen

„Bislang weiß man aber kaum, wie die winzigen Partikel im Körper wirken“, sagt Kopera. Daher müssen Hersteller seit 2013 auf der Verpackung vermerken, wenn ein Produkt Nanopartikel enthält: In der Liste der Inhaltsstoffe folgt auf den jeweiligen Stoff die Kennzeichnung „nano“. Da man bis heute nicht weiß, wie die Winzlinge im Körper wirken, überlasst die Gesetzgebung die Risikoeinschätzung den Konsumenten.

Dass diese großen Unbekannten überhaupt verwendet werden dürfen, liegt daran, dass Kosmetika dem Lebensmittel- und nicht dem Arzneimittelgesetz unterliegen: „Daher sind keine klinischen Tests vorgeschrieben“, sagt Kopera.

Lange erprobt

Was hat das nun mit Mizellen zu tun? Bis auf die Größe nicht viel. Denn da Mizellen in der Natur und auch im Körper vorkommen und bei jedem Waschvorgang entstehen, sind sie schon lange erprobt.

SONJA SAURUGGER

Kommentare (1)

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f1db6e66e8e161866eadab5eac5f5b4a
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3
Lesenswert?

derselbe schmäh wie

der mit bestimmten joghurts die ganz bestimmt ganz bestimmte regionen des körpers in gleichklang bringen *lol*

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