DIE FRAGE: Ich habe vor drei Jahren meine geliebte Frau verloren, nun hoffe ich, eine neue Beziehung aufbauen zu können. Nur stimmt es mit der Erektion nicht mehr so ganz. Ich bin 92 Jahre alt und habe ein funktionierendes Sexualleben gehabt. Ich möchte nicht unbedingt auf Viagra zurückgreifen, sehe aber nicht ein, nur mehr platonisch leben zu müssen. Zumal auch meine neue Partnerin sich neue Erfahrungen erhofft. In der Hoffnung auf Ihren guten Rat verbleibe ich hochachtungsvoll.

Elia Bragagna leitet die Praxis Sexmed in Graz, www.sexmed.at
Elia Bragagna leitet die Praxis Sexmed in Graz, www.sexmed.at
© kk

ELIA BRAGAGNA ANTWORTET: Wer - so wie Sie - immer ein funktionierendes Sexualleben hatte, wünscht sich das verständlicherweise auch weiterhin. Niemand verzichtet gerne auf etwas, das Erfüllung, Befriedigung und Nähe zur Partnerin gebracht hat. Sie wünschen sich allerdings, dass Sie dafür nicht auf Potenzmedikamente zurückgreifen müssen. Das können Sie versuchen, ich muss Ihnen aber gleich sagen, dass alle Alternativen nicht so unkompliziert und zuverlässig sind wie Potenzmittel. Sie könnten zum Beispiel nach kurzer Stimulation des Penis, sobald die gewünschte Penishärte erreicht ist, einen Silikonring anwenden. Den müssen Sie allerdings nach 30 Minuten entfernen, weil er sonst den Penis schädigt. Es gäbe noch die Möglichkeit der Vakuumpumpe - eine effektive Methode, aber nicht sehr erotisierend für das Paar. Sie können auch L-Argininpräparate verwenden. Diese sind aber leider nicht zuverlässig und auch nicht billig. Am unkompliziertesten und effektivsten sind Potenzmedikamente. Sie könnten zum Beispiel täglich die niedrigste Dosis des Langzeit-Potenzmedikaments nehmen. Das wirkt dann im Bedarfsfall, Sie müssen sich dann nicht mehr gedanklich darum kümmern. Ich kann aber aufgrund Ihrer sehr kurzen Anfrage nicht einschätzen, ob Sie für diese Medikation infrage kommen, denn ich weiß nicht, wie Ihr allgemeiner Gesundheitszustand ist, an welchen Erkrankungen Sie leiden, welche Medikamente Sie einnehmen. Daher empfehle ich Ihnen, Ihr Anliegen mit Ihrem Arzt zu besprechen.

Mehr zum Thema