1. Nur Schwarzer Tee enthält Koffein.
    Nein, alle "echten" Teesorten, also jene, die aus den getrockneten Bestandteilen der Teepflanze (Camellia sinensis) bestehen, enthalten Koffein. Dazu zählen neben Schwarzem Tee, auch Grüner, Weißer, Oolong und Pu Erh Tee. Je nach Teesorte, Anbau- und Verarbeitungsmethode variiert der Koffeingehalt jedoch beachtlich. Am meisten Koffein enthält Matcha-Tee, da hier die Teeblätter zermahlen und mitgetrunken werden. Früchte- und Kräutertee sind hingegen koffeinfrei, mit Ausnahme von Mate-Tee.

  2. Koffein im Tee wirkt anders als im Kaffee.
    Ja. Das Koffein aus Tee wirkt anders als jenes aus Kaffee. Im Tee ist das Koffein an Polyphenole gebunden, weshalb das Koffein auf das zentrale Nervensystem (und nicht wie beim Kaffee über den Blutkreislauf) wirkt. Dieses wird langsamer abgebaut, die Wirkung hält dafür länger an. Ähnlich wie beim Kaffee variiert auch beim Tee der Koffeingehalt, je nach Sorte und Zubereitungsart, wobei damit im Fall von Tee die Ziehdauer gemeint ist. Dies hat vor allem beim Schwarztee Auswirkungen, da sich zuerst das Koffein löst und dann die Polyphenole. Je länger Schwarztee zieht, desto mehr überlagern die Polyphenole das Koffein, der Tee wirkt damit weniger anregend.

  3. Je länger Tee zieht, umso intensiver schmeckt er.
    Fakt ist, wie die Wassertemperatur ist auch die Ziehdauer für die Teequalität in der Tasse ganz entscheidend. Wer seinen Tee einfach nach Lust und Gefühl ziehen lässt, bringt sich selbst um den echten Teegenuss. Die richtige Ziehdauer variiert von Sorte zu Sorte: Grüner, Oolong und Weißer Tee 1,5 bis 2 Minuten, Schwarzer Tee 4 Minuten, Kräuter- und Früchtetee 6 bis 10 Minuten. Bei einigen Sorten kann eine zu lange Ziehzeit sogar dazu führen, dass der Tee zu bitter (zum Beispiel manche Grüntee-Sorten) oder zu sauer wird (etwa bei manchen Früchtetee-Sorten). Wer seinen Tee gerne intensiv und stark trinken möchte, der erhöht die Dosierung. Faustregel ist, ein Beutel bzw. Teelöffel pro Tasse, drei Beutel bzw. Teelöffel pro Kanne.

  4. Tee muss mit kochendem Wasser aufgegossen werden.
    Jein, das hängt stark von der Sorte ab. Kräuter- und Früchtetees sollten mit kochend heißem Wasser aufgegossen werden, um Aroma und Wirkstoffe freizusetzen. Für Kräuter- und Früchtetees ist dies sogar vom Österreichischen Lebensmittelhandbuch vorgeschrieben, damit sich die Geschmacksstoffe optimal lösen. Ein wenig anders verhält es sich mit echtem Tee aus der Teepflanze Camellia sinensis. Schwarztee benötigt mindestens 95 Grad, sensiblere Sorten wie Grüner Tee, Weißer Tee oder Oolong werden oft mit geringeren Temperaturen aufgegossen, um – je nach Ziehdauer – unterschiedliche Geschmacksstufen zu erreichen. In diesem Fall Wasser aufkochen und auf die entsprechende Temperatur abkühlen lassen.

  5. Schwarzer und Grüner Tee haben nichts gemeinsam.
    Beide Teesorten werden aus dergleichen Pflanze, der Camelia sinensis, gewonnen. Aufgrund der unterschiedlichen Produktionsweise ergeben sich aber große Unterschiede in Farbe, Geschmack und auch Wirkung. Grundsätzlich gilt: Schwarzer Tee ist voll oxidiert. Grüner (wie auch weißer und Oolong) Tee ist nicht oxidiert (früher fermentiert). Für die Herstellung von Grünem Tee werden die Teeblätter gepflückt, dann welken gelassen (sonnentrocknen), gedämpft oder geröstet und dann getrocknet, keine Oxidation. Beim Schwarzen Tee werden die Teeblätter nach dem Rollen und Aufbrechen für ca. 2,5 Stunden oxidiert. Dadurch verfärbt sich das grüne Teeblatt zum kupferfarbenen Teeblatt. Durch die Trocknung wird die Oxidation gestoppt.

  6. Loser Tee ist hochwertiger als Beuteltee.
    Das stimmt so nicht. Die Qualität von Tee hängt von Herkunft, Ernte und Herstellung ab, nicht aber, ob er im Beutel oder "lose" gekauft wird. Die Besonderheit liegt im verwendeten Blattgrad: Der ist beim Beuteltee deutlich feiner, was aber auf die Qualität keine Auswirkung hat. Eine Zubereitung im Beutel oder von losem Tee bleibt also der individuellen Vorliebe überlassen.

  7. Tee schmeckt im Flugzeug anders.
    Ja. Tee wird üblicherweise mit kochendem Wasser aufgegossen, damit sich Geschmacks- und Wirkstoffe optimal lösen. Im Flugzeug ist das nicht möglich. Beim Luftdruck in der Kabine kocht das Wasser bereits bei etwa 90 °C. Dies kann dazu führen, dass Tee im Flugzeug genossen, etwas dünn und fade schmeckt. Aber auch die Geschmacksnerven verhalten sich in luftiger Höhe anders, auch Speisen müssen oft stärker gesalzen oder gewürzt werden.

  8. Früchtetee verträgt keine Milch, weil er von Natur aus Säure enthält.
    Dieser verträgt sich gar nicht mit Milch und kann dazu führen, dass die Milch gerinnt.

  9. Tee kann nicht ablaufen.
    Natürlich ist Frische auch bei Tee ein wichtiger Qualitätsfaktor. Insbesondere First Flush Darjeelings können nicht schnell genug nach der Ernte genossen werden. Man verschickt sie daher innerhalb weniger Tage als "Flugtees" von Indien nach Europa und in die Welt. Auch hochwertige Grüne Tees schmecken erntefrisch am besten. Prinzipiell ist Tee ein Produkt mit langer Haltbarkeit, das Mindesthaltbarkeitsdatum ist auf der Verpackung ausgewiesen. Voraussetzung ist die richtige Lagerung, die den Tee vor äußeren Einflüssen schützt und die Aromen erhält. Je nachdem ob lose oder als Beutel, sollte der Tee in einer aromadichten Dose oder Kiste aus hochwertigem Material, trocken und dunkel gelagert werden. Wärme und Feuchtigkeit können die Teequalität stark mindern. Und wie beim Wein gibt es auch Sorten, die durch lange Reifung und Lagerung besondere Nuancen entwickelten. Zu solchen Spezialitäten-Tees gehören manche Weiße Tees oder auch Pu Erhs.