Statt Paraffin und StearinTipps zum Kerzenkauf: Diese Kerzen sind nachhaltig

Interview. Harald Brugger von „Die Umweltberatung“ verrät, was beim Kerzenkauf zählt.

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Zu einer nachhaltigen Weihnachtsdekoration gehören auch die richtigen Kerzen. Was sollte man bei der üblichen Massenware bedenken?
HARALD BRUGGER: Kerzen beinhalten Wachse, die das Brennverhalten bestimmen. Die Klassiker sind Paraffin und Stearin. Ersteres ist ein Nebenprodukt aus der Erdölindustrie, zweiteres kann aus pflanzlichen oder tierischen Fetten hergestellt werden. Die pflanzlichen Fette stammen häufig aus Palmöl oder Kokosfett. Für den Anbau von Ölpalmen werden große Flächen des Regenwaldes gerodet.

Wie sehen die ökologischen Alternativen aus?
HARALD BRUGGER: Die beste Alternative sind Bienenwachskerzen direkt aus einer regionalen Imkerei. Außerdem gibt es Kerzen aus Raps- oder Sonnenblumenöl, das aus Europa kommt. Zusätzlich werden noch Nischenprodukte aus Biomasse angeboten: aus gebrauchten Fetten aus der Lebensmittelindustrie.

Wie erkennt man beim Einkauf, woraus eine Kerze besteht?
HARALD BRUGGER: Leider steht auf Kerzen nicht unbedingt drauf, aus welchen Materialien sie hergestellt sind. Wenn kein Stearin oder Paraffin enthalten ist, wird das aber sicher beworben. Am leichtesten erkennt man Bienenwachs. Aber Vorsicht: Wenn diese Kerzen großindustriell hergestellt werden, können sie auch Mischungen beinhalten.

Gibt es verlässliche Gütesiegel?
HARALD BRUGGER: Es gibt das RAL-Gütezeichen, das für eine bestimmte Qualität der Kerze steht: Hier geht es vor allem um den Gesundheitsaspekt, nachhaltige Rohstoffe sind dabei kein Thema. Aber es ist schon ein erster guter Hinweis.

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