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Blutdruck, Diabetes, Herzkrankheiten Forscher bestimmen Krankheitsrisiko anhand von Erbgutdaten

Die Risikoeinschätzungen sollen demnächst für Esten sogar im Gesundheitsregister eingetragen werden.

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Involved young woman using tonometer at home
© Viacheslav Iakobchuk - stock.ado
 

Anhand von Erbgut-Daten vieler Menschen aus Großbritannien und Estland haben niederösterreichische Forscher deren Risiko ermittelt, ab einem gewissen Alter an Bluthochdruck, Diabetes oder Herzkrankheiten zu leiden. In Estland sollen die Risikoeinschätzungen über das Gesundheitssystem an die Patienten weitergegeben werden, um sie zu Vorbeugemaßnahmen zu motivieren, wenn rechtliche und ethische Fragen geklärt sind. Die Studie erschien im Fachmagazin "Nature Communications".

Berechnung der Wahrscheinlichkeit

Ein Team um Matthew Robinson vom Institute of Science and Technology (IST) Austria erstellte ein mathematisches Modell, um mit großen Mengen von DNA-Daten das altersabhängige Krankheitsrisiko für Personen zu berechnen. "Das statistische Modell kann keine direkten Beziehungen zwischen bestimmten Genen und dem Ausbruch einer Krankheit etablieren, liefert aber eine verbesserte Vorhersage der Wahrscheinlichkeit für den Ausbruch der Krankheit", so die Forscher in einer Aussendung. Auf der Basis der Gene könne man demnach nicht mit Sicherheit vorhersagen, dass der Betreffende erkranken wird, aber seine Gefährdung abschätzen.

Nebst einem effektiven mathematischen Modell brauchten die Forscher dazu Sammlungen großer Erbgut-Datensätze. Diese bekamen sie - nachdem die jeweiligen Ethikkommissionen zugestimmt hatten - in Form von Patientendaten aus staatlichen Biobanken in Großbritannien und Estland. "Wir verwendeten die Daten aus Großbritannien, um das Modell zu erstellen, und die Daten aus Estland, um dessen Vorhersagekraft zu testen", berichten sie.

Erfolg bei Alter und Blutdruck

"Die Vorhersage klappt am besten für das Alter, bei dem Bluthochdruck auftritt", erklärte Robinson. Sie war auch für das Alter, bei dem Typ-2 Diabetes in Erscheinung tritt, akkurat. Bei Herzkrankheiten war der Zusammenhang zwischen den Genen und dem Auftreten der Beschwerden geringer, weil hier Risikofaktoren durch die Lebensweise und Umwelt bedeutender sind, als die genetischen Faktoren, sagte der Experte. Dennoch könne man hier aufgrund der DNA-Daten Menschen mit hohem und niedrigem Risiko unterscheiden.

Für die Menschen aus Estland habe man sogar die ersten personalisierten Risikoeinschätzungen für den Ausbruch der Krankheiten erstellt, schrieben die Forscher. Es handelt sich hierbei um Freiwillige, die an einer gratis Gentest-Aktion der estnischen Biobank teilgenommen hatten. Bis heute haben rund 3000 Leute ihr "genetisches Feedback" bekommen, so Robinson. Sie trafen dazu Experten, die ihnen die Resultate der individuellen Analyse erklärten. Dies wäre so gut angekommen, dass die Informationen ab 2023 im Gesundheitsregister eingetragen werden sollen. Dazu müssten aber zunächst noch rechtliche, ethische und Datenschutz-Angelegenheiten geklärt werden.

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