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Optimistisch in den Endspurt 2020 Momentaufnahmen aus dem Lockdown

Andrea Wagner, 57, Dietersdorf

Lockdown-Vorsätze: Dieses Mal habe ich sofort damit begonnen, viel Zeit in der Natur zu verbringen - und nicht wie beim letzten Mal, erstmal ein paar Tage in einer Art Schockstarre zu verharren. Ich habe eine sehr positive Lebenseinstellung und achte noch mehr auf Aktivitäten, die das positive Lebensgefühl stärken: zum Beispiel Bewegung im Freien, lesen, mit Freunden telefonieren.

Highlights 2020: Für mich gibt es täglich "kleine Highlights": Eines davon ist ja schon, am Morgen gesund und guter Dinge aufzuwachen. Positive Rückmeldungen von Schülern, heiße Diskussionen, ein wohltuendes Gespräch: Das sind für mich immer wieder ein Grund zur Freude. Ein absolutes Highlight ist es für mich auch, wenn es mir gelingt, meinen Schülern trotz der schwierigen Zeit, trotz aller Probleme und Ängste, den Glauben an das Schöne und Gute zu vermitteln.

KK/Privat

Markus Baurecht, 26, Ferlach

Lockdown-Vorsätze: Für mich wirkt der Lockdown momentan nicht wirklich wie ein Lockdown, zumindest nicht so wie der Erste. Jetzt kann man zumindest nach wie vor die Uni betreten. So gelingt es mir besser, einen gewissen Tagesrhythmus beizubehalten, um produktiv zu sein, anstatt nur daheim herumzusitzen. Für mich war es damals definitiv schwieriger, mich zu motivieren, etwas Produktives zu machen. Das habe ich mir vorgenommen, dieses Mal anders zu machen. Und: weiterhin natürlich brav Hände waschen, Abstand halten, Maske tragen und lüften.

Highlights 2020: Natürlich ist es immer sehr schwierig etwas Positives zu finden, wenn um einen herum die Welt unterzugehen scheint. Um leichter durch solche Zeiten zu kommen, ist es wichtig, sich der kleinen Momente und Erfolge bewusst zu werden. Mein Highlight ist es daher, dass meine Freundin und ich uns dazu entschieden haben, zusammenzuziehen. Das war für uns beide kein kleiner Schritt und hat mehr Hürden mit sich gebracht, als wir anfangs noch gedacht hatten. Mittlerweile sind wir aber auf Kurs und ziehen demnächst ein.

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Sonja Erlacher, 53, St. Georgen am Längsee

Lockdown-Vorsätze: Für mich fühlt es sich gerade nicht wie ein Lockdown an, meine Arbeit als Lehrerin, die Arbeit im Haushalt und in der Landwirtschaft bleiben. Ich als Person spüre den zweiten Lockdown eigentlich nicht, denn abends bin ich sowieso nicht unterwegs und ansonsten ist es doch überaus anders als im Frühling, da ich eben arbeiten kann und alle Geschäfte - nicht nur der Lebensmittelhandel - offen sind, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Highlights 2020: Dass wir als Familie mehr Zeit füreinander hatten und die Zeit wirklich genutzt haben, zum Beispiel mit Spielen, Reden und Zusammensitzen – das war für mich das Positive, was Corona mit sich gebracht hat.

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Edén Sánchez, 38, Graz

Lockdown-Vorsätze: Ich mache momentan eine Fortbildung, die ich auch während dem Lockdown weiterführe. Ich möchte die Zeit außerdem nutzen, um mein Deutsch weiter zu verbessern und noch mehr Zeit mit meinen Mitbewohnern zu verbringen.

Highlights 2020: Ich lebe seit 2005 von meiner Familie entfernt. Vor dem ersten Lockdown konnte ich einen Flug nach Spanien erwischen und drei Monate mit meiner Familie verbringen. Das war mein Highlight, weil es hat mir gezeigt, wie wichtig meine Familie für mich ist. Lange war ich nicht stolz darauf, aus einem kleinen Dorf zu kommen – es gibt viele Vorurteile, dass Leute vom Dorf weniger gebildet seien – im Lockdown habe ich gemerkt, wie viel Bewegungsfreiheit ich dort im Vergleich zu größeren Städten hatte.

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Elisa Reithofer, 23, Villach

Lockdown-Vorsätze: Mein Ziel ist es, während dem Lockdown meine körperliche Fitness noch weiter zu verbessern. Das hat beim ersten Lockdown schon ganz gut geklappt. Wenn man jetzt mehr Zeit hat, sollte man sie dafür nutzen, auf seine Gesundheit zu achten. Ansonsten möchte ich viel Zeit mit meiner Familie verbringen: Spieleabende fände ich zum Beispiel cool. Auf jeden Fall versuchen, die Zeit zu genießen und das positiv zu sehen.

Highlights 2020: Positive Erlebnisse verbinde ich bereits mit dem ersten Lockdown, wo man wirklich viel Zeit mit seiner Familie verbringen konnte. Mein Highlight heuer: Ich habe im Juni einen neuen Job bekommen. Viele haben leider ihren Job verloren – da hatte ich echt Glück. Ein weiteres Highlight war, dass ich trotz des Coronavirus jetzt im Oktober mit meinem Masterstudium beginnen konnte. Also ich fand 2020 wirklich nicht so negativ - Ich versuche immer, mich mehr aufs Positive zu konzentrieren.

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Birgit Putz, 41, Graz

Lockdown-Vorsätze: Jeder hat so seine Schubladen, Schränke oder einen Abstellraum in der Wohnung, die dringend mal ausgemistet werden müssten. Das habe ich mir auch vorgenommen. Mal wieder Ordnung schaffen und sich von Dingen zu trennen, die man gar nicht braucht oder etwas wiederzuentdecken, von dem man gar nicht mehr wusste, dass man es überhaupt noch hat. Das ist jetzt eine gute Gelegenheit dafür, vor allem da es draußen immer ungemütlicher wird, was Wetter und Temperaturen betrifft.

Highlights 2020: All die negativen Mitbringsel, die der Corona-Lockdown im März mit sich brachte, hatten für mich auch einen positiven Nebeneffekt. Schließung des Handels und der Schulen, die Ausgangsbeschränkungen, Home-Office inklusive Kurzarbeit: All diese Dinge veranlassten mich, mein Leben zu entschleunigen. Beruflich – wenn auch gezwungenermaßen - kürzer zu treten, bewusster Zeit mit meinem Sohn zu verbringen, wieder mal frisches Brot selbst backen, kein Freizeitstress. Trotz all der öffentlichen und wirtschaftlich negativen Auswirkungen war dies tatsächlich mein persönliches Highlight des Jahres.

KK/Privat
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