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Meine FamiliengeschichteRotraud Perner: "Eine Familie im eigentlichen Sinn waren wir nie"

Die Psychoanalytikerin Rotraud A. Perner über ihre Eltern, die ihr die Liebe zum Lernen vermittelt haben, prägende Jahre in einem Knabengymnasium und das dynamische Auf und Ab in der Ehe mit einem Frauenschwarm.

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Die Psychotherapeutin Rotraud A. Perner berät heute Politiker und Führungskräfte aller politischen Parteien und schreibt ein Buch nach dem anderen © SIMLINGER
 

Meine Kindheit in Laa/Thaya war eine weitgehend freizügige. Ich war sicher nicht das, was man sich üblicherweise unter einem Einzelkind vorstellt. Erstens hatte ich einen Bruder, der nur eine halbe Stunde gelebt hat, zweitens war mein Vater sehr sozial engagiert – das habe ich von ihm – er hat immer armen Kindern kostenlos Nachhilfe gegeben. Bei uns waren also immer Kinder im Haus. Und ich bin auf dem Land aufgewachsen, war also häufig irgendwo in der Wildnis strawanzen. Ich bin zwar ziemlich frei aufgewachsen, aber streng. Dass ich sehr diszipliniert bin, verdanke ich sicher dieser Strenge. Meine Eltern waren beide keine besonders liebevollen Menschen. Das hängt sicher damit zusammen, dass der Vater meiner Mutter am ersten Tag des Ersten Weltkriegs gefallen ist. Meine Großmutter konnte ihre zwei Töchter als Zitherlehrerin nicht erhalten und ging als Hausdame zu einem Baron, wodurch meine Mutter eine sehr gediegene Ausbildung erhielt. Sie war nicht nur Volksschullehrerin, sondern auch ausgebildete Pianistin. Ich saß immer bei ihr unter dem Flügel und bin heute noch ganz wild auf Klaviermusik. Meine Mutter konnte auch dichten und zeichnen, sie war ein sehr begabter, inspirierter Mensch.

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