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Studie zeigtKrebs ist in reichen Staaten bereits häufigste Todesursache

Erstmals wurde eine "vorausschauende" Studie in 21 Staaten mit unterschiedlichem BIP vorgenommen.

© Photographee.eu - stock.adobe.co
 

Krebs ist in einigen reichsten Staaten der Erde bereits die häufigste Todesursache. Länder mit niedrigem und mittlerem BIP hinken noch nach. "Die Welt erlebt einen neuen epidemiologischen Übergang", stellen die Autoren von zwei Studien fest, die in der medizinischen Fachzeitschrift "The Lancet" publiziert und aktuell beim Europäischen Kardiologenkongress in Paris präsentiert worden sind.

Bei den PURE-Studien handelt es sich um die ersten großen und vorausschauend konzipierten epidemiologischen Untersuchungen zur Entwicklung der Todesursachen in 21 ausgewählten Staaten der Erde mit rund 160.000 Menschen im Alter zwischen 35 und 70 Jahren, die zwischen 2005 und 2016 (im Mittel rund 9,5 Jahre) beobachtet wurden. Normalerweise werden solche Studien zumeist nur retrospektiv, also im Nachhinein, durchgeführt. Bei den Staaten mit dem höchsten BIP handelte es sich um Saudi-Arabien, die Vereinten Arabischen Emirate, Kanada und Schweden. In der Gruppe der Staaten mit mittlerem Einkommen befanden sich Länder wie die Philippinen, Kolumbien, China oder Argentinien, die Gruppe der ärmsten Länder machten Tansania, Bangladesch, Indien, Zimbabwe und Pakistan aus.

"Herz-Kreislauf-Erkrankungen bleiben weltweit insgesamt die häufigste Todesursache bei Menschen im mittleren Alter und sind für rund 40 Prozent der Todesfälle verantwortlich. Doch das trifft auf die reichsten Länder nicht mehr zu. Dort fordert Krebs bereits doppelt so häufig Todesopfer wie die Herz-Kreislauf-Erkrankungen", stellten die Experten fest.

Auf die Herz-Kreislauferkrankungen entfielen in den reichsten Staaten etwa 23 Prozent der Todesfälle, auf Krebs etwa 37 Prozent. In den Staaten mit mittlerem Einkommen waren es zu 41 Prozent Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die für die Mortalität verantwortlich waren, zu etwa 30 Prozent die Krebserkrankungen. In den Staaten mit dem geringsten BIP betrug der Anteil der Herz-Kreislauf-Leiden an der Gesamtsterblichkeit um die 43 Prozent, die Krebssterblichkeit bei etwa 17 Prozent, wie die diesbezüglichen Balkengrafiken zeigen.

Die Todesrate durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Relation zu den Krebs-Todesfällen lag in den reichsten Staaten bei einem Faktor von 0,4 (Staaten mittleren BIPs: 1,3; die ärmsten Länder: 3,0). Insgesamt sterben die Menschen in den ärmsten Ländern zweieinhalb Mal häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen als die Einwohner der reichsten Staaten.

Weltweit wurden 2017 rund 55 Millionen Todesfälle registriert. 17,7 Millionen davon waren (noch) auf die Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen. Das dürfte sich aber in den kommenden Jahren und Jahrzehnten laut der Entwicklung ausgehend von den reicheren Staaten ändern.

Klassische Risikofaktoren

Gerade Atherosklerose mit Herzinfarkt, Schlaganfall etc. als die häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen lässt sich zu einem hohen Anteil auf das Vorhandensein klassischer Risikofaktoren zurückführen: So sind etwa sechs Prozent der dadurch verursachten Todesfälle in den reichsten Staaten auf Bluthochdruck zurückzuführen, in den Ländern mit mittlerem BIP und bei den ärmsten Staaten sind es hingegen um die 13 Prozent. Das Rauchen bedingt in den reichsten Staaten etwa acht Prozent der Herz-Kreislauf-Todesfälle, in den Staaten mit mittlerem BIP etwa zwölf Prozent und in den ärmsten Ländern etwa 18 Prozent.

Wie sehr die Menschen in den ärmsten Staaten benachteiligt sind, zeigen folgende Zahlen, wie die Studienautoren schrieben: "Die Gesamtmortalität in den Staaten mit niedrigem BIP lag bei 13,3 Todesfällen pro 1.000 Personen-Lebensjahre, doppelt so hoch wie in den Staaten mit mittlerem Bruttoinlandsprodukt (6,9 Todesfälle pro 1.000 Lebensjahre) und vier Mal höher als in den reichsten Staaten (3,4 Todesfälle pro 1.000 Personen-Lebensjahre).

"Da die Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen in vielen Staaten sinkt, wird jene durch Krebs wohl die häufigste Todesursache werden. Die hohe Mortalität in den ärmeren Staaten ist nicht auf Risikofaktoren, aber viel eher auf einen schlechteren Zugang zur Gesundheitsversorgung zurückzuführen" schrieben die Autoren.

In Österreich sind die Herz-Kreislauf-Leiden weiterhin die häufigste Todesursache. 2018 starben in Österreich laut Statistik Austria 83.975 Personen (51 Prozent davon Frauen). Bedingt durch die stetig steigende Lebenserwartung erlagen sowohl Männer als auch Frauen häufiger Krankheiten, die im Alter vermehrt vorkommen. Die häufigsten Todesursachen waren Erkrankungen des Kreislaufsystems (38,9 Prozent) und Krebs (24,5 Prozent), auf sie entfielen damit zwei Drittel der Sterbefälle.

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Danke für Ihr Verständnis.

Panorama62
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Logisch gedacht

Dem Titel könnte man entnehmen, dass Krebs in reichen Ländern massiv zunimmt. Tatsächlich ist es aber wohl so, dass in reichen Ländern die Lebenserwartung höher ist und deshalb der Krebs die Todesursache Nr. 1, mangels anderer Risiken quasi.
Interessant wäre die Altersverteilung der Todesursachen gewesen, das hätte meine These bestätigt oder widerlegt.

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joe1406
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7
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also ich fasse mal so zusammen

desto älter man ist, desto größer ist das Sterberisiko!

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Rick Deckard
5
19
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Warum wohl?

Man braucht sich nur die Inhaltsangaben auf den Fertiggerichten anzuschauen.
Wir bringen uns mit dem Essen um.

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