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Experten-Livechat ab 18 UhrNeurodermitis: Was hilft wirklich?

Der Experte Peter Wolf beantwortet heute ab 18 Uhr Ihre Fragen zum Thema Neurodermitis im Live-Chat!

© Herrndorff - stock.adobe.com
 

Gene oder Umwelt: Was ist heute schon über die Ursachen der Neurodermitis bekannt?

„Ja, es gibt eine genetische Vorbelastung für die Neurodermitis“, sagt Peter Wolf, Dermatologe an der Med Uni Graz. Hatten ein oder beide Elternteile schon Neurodermitis, ist das Risiko des Kindes natürlich größer. „Daneben gibt es auch Umweltfaktoren, die auslösend wirken. Diese sind jedoch noch nicht bekannt“, sagt Wolf. So leiden Kinder mit Neurodermitis häufig auch an allergischen Krankheiten wie Asthma oder Heuschnupfen.

Wie kommt es überhaupt zu dem juckenden Hautausschlag?

Wolf beschreibt einen fatalen Teufelskreis aus zwei Problemen, die sich gegenseitig verstärken: Einerseits haben Menschen mit Neurodermitis eine gestörte Hautbarriere: Ihre Haut ist extrem trocken, der Schutz gegen die Umwelt dadurch beeinträchtigt. Gleichzeitig ist auch das Immunsystem der Betroffenen überaktiv und reagiert auf Einflüsse von außen zu stark. „So kommt es zu einer Entzündung sowie zur typischen Rötung und Schuppung der Haut“, sagt Wolf.

Der Experte im Live-Chat

Am 10. Juli ab 18 Uhr ist Dermatologe Peter Wolf zu Gast im Live-Chat der Kleinen Zeitung. In dem Gespräch, das in Kooperation mit Sanofi Aventis stattfindet, werden neue Therapien der Neurodermitis ebenso bewertet wie der Einfluss von Umweltfaktoren wie der Ernährung.

Ihre Fragen können Sie während des Livestreams über die Chatfunktion stellen oder ab sofort per Mail an unsere Gesundheitsredaktion senden:
sonja.krause@kleinezeitung.at

Den Chat finden Sie online unter: www.kleinezeitung.at/neurodermitis


Neurodermitis gilt als Kinderkrankheit – doch stimmt das überhaupt?

„Ja, der Großteil der Betroffenen erkrankt in der Kindheit und bei vielen verschwinden die Symptome mit der Pubertät auch wieder“, sagt Wolf. Doch gerade bei jenen Kindern, die eine besonders schwere Form der Neurodermitis haben, besteht das Risiko, dass die Beschwerden auch im Erwachsenenalter bestehen bleiben. Wolf spricht von etwa 30 Prozent dieser schwer betroffenen Patienten, die auch im Erwachsenenalter leiden. „Und selten, aber doch kann die Hauterkrankung auch erst im späteren Leben erstmalig auftreten“, sagt Wolf.

 

Welche Symptome sind typisch für die Krankheit?

Typisch sind die Hautveränderungen (Ekzeme), die sich durch Rötungen, Bläschenbildungen, Schuppen und Nässen äußern und an Wangen, Ellenbeugen, Kniekehlen und Händen auftreten. Diese Hautstellen können auch sehr stark jucken, das Kratzen verschlimmert die Hautschäden dann noch weiter. Die Haut von Menschen Neurodermitis ist insgesamt sehr trocken – und braucht daher besondere Pflege.

Welche Therapie brauchen die (kleinen) Patienten?

„Die Basistherapie ist die richtige Hautpflege“, sagt Wolf. Das bedeutet, dass die Haut nach jedem Bad und jeder Reinigung mit rückfettenden Lotionen gepflegt wird. Auch sollten bestimmte Reize vermieden werden, auf die Neurodermitis-Haut besonders stark reagiert: intensive Reinigungsprodukte, Kleidung aus Wolle, mechanische Irritationen wie das Spielen mit Sand. Doch nicht nur äußerliche Einflüsse können zu Reaktionen der Haut führen: Auch psychische Belastungen und Stress können die Reaktionen auslösen, sodass die Ekzeme wieder kurzzeitig aufflackern.

Peter Wolf, Dermatologe
Peter Wolf, Dermatologe Foto © LKH Graz

Welche Medikamente gibt es?

„Bei akuten Schüben kommen Salben mit Kortison zum Einsatz“, sagt Wolf. Werden diese Präparate richtig eingesetzt und nur über einen beschränkten Zeitraum verabreicht, sei das eine sichere Therapie. Die „Kortison-Angst“, die noch immer vorherrscht, ist heute nicht mehr begründet: Die gefürchteten Nebenwirkungen wie eine Verdünnung der Haut oder Schäden an den Gefäßen traten durch einen falschen, viel zu langen Einsatz des körpereigenen Hormons Kortison auf. Bei sehr schweren Formen können auch Therapien notwendig werden, die das Immunsystem unterdrücken und vergleichbar mit Medikamenten sind, die nach Organtransplantationen eingesetzt werden. „Diese Therapien können nur mit großer Vorsicht eingesetzt werden“, sagt Wolf. Alternativ gibt es nun neue zielgerichtete Therapien, die direkt in den Entzündungsprozess eingreifen und viel sicherer sind.

Warum wirken Aufenthalte am Meer positiv auf die Haut?

Es ist nicht das Meer, das den Betroffenen hilft, sondern das UV-Licht: Wolf erklärt, dass ein spezieller Wellenbereich des Lichts das überreagierende Immunsystem runterregulieren kann – die Balance wird quasi wieder hergestellt. Dieser Effekt kann auch mit künstlichen Lichttherapien erreicht werden.

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