Von welchem Beruf haben Sie als Kind geträumt?
Ich habe davon geträumt, Flugzeug-Pilot zu werden. Mein Onkel war bei der Lufthansa in Deutschland und hat mir immer tolle Geschichten von der Luftfahrt erzählt.

Was haben die Lehrer über Sie gesagt?
Meine Lehrer haben immer gesagt: „Er hat eh was in der Birne, aber er hat halt seinen eigenen Kopf.“ Ich war sicherlich nie der Bravste im Betragen. Sie wissen, was ich meine.

Auf welche außerschulische Leistung sind Sie heute noch stolz?
Dass ich mit meinen heutigen Firmenpartnern Hans Schwarzenhofer und Franz Städtler vor zwanzig Jahren den Mut gehabt habe, als Milchvieh-Bergbauer einen völlig neuen Weg einzuschlagen, obwohl uns die anderen für verrückt erklärt haben. Es wurde uns prophezeit, dass wir sowieso scheitern. Es hat niemand an uns geglaubt, wir wurden belächelt.

Wer hat Sie am meisten gefördert?
Eindeutig meine Adoptiveltern. Sie haben mich tun lassen, obwohl es um die Existenz unseres Bergbauernhofes ging. Und dann unser verstorbener Pfarrer Raimund Ochabauer. Er hat mich stets in meinem Tun bestärkt und hat mir sogar bei meinen ersten Geschäftsbriefen geholfen. Er hat mich auch bei ersten Geschäftsterminen begleitet.

Wo haben Sie das Führen gelernt?
Ich war ja selber als Hilfsarbeiter in einer Fabrik und Lkw-Fahrer bei Unternehmen. Da habe ich verschiedene Führungsstile kennengelernt. Ich habe gelernt, dass das wichtigste Kapital eines Unternehmens die Menschen sind. Deshalb habe ich mir einen sehr menschlichen Führungsstil angeeignet, der auf Vertrauen und Eigenverantwortung aufgebaut ist.

Auf wessen Rat hören Sie?
Ich habe zwar ganz klare Vorstellungen, was ich will. Wenn ich jedoch etwas nicht weiß, scheue ich mich nicht zu fragen. Im Unternehmen ist mir der Rat meiner Partner, Kinder, aber auch Mitarbeiter äußerst wichtig. Meine drei Kinder sind alle freiwillig in die Firma gekommen und sind heute in führenden Positionen im Unternehmen, bis hin zur Geschäftsführung. Das macht mich stolz und sehr glücklich. Man muss die Ansichten der jungen Generation zulassen können. Sie sind unsere Zukunft.

Was zeichnet einen guten Chef aus?
Ich versuche, die Leidenschaft für unser Unternehmen an die Mitarbeiter weiterzugeben und lebe das auch vor. Wir sind im Unternehmen alle per Du, obwohl wir mittlerweile über 500 sind. Das ist mir äußerst wichtig. Ich will damit sagen, dass wir im Unternehmen alle gleich wichtig sind. Jeder hat seine Verantwortung. Bei meinen Entscheidungen fließt stets die menschliche Komponente mit ein. Ich stehe zu hundert Prozent hinter den Mitarbeitern, wenn es hart auf hart geht.

Was schätzen Sie an Mitarbeitern?
Ehrlichkeit, Eigenverantwortung und ein gewisses Brennen für das Unternehmen. Ich schätze es aber auch, wenn der Schmäh läuft, denn die Freude und ein Lächeln dürfen nicht zu kurz kommen. Ich sage immer, wir haben die besten MitarbeiterInnen. Ohne sie wären wir nicht dort, wo wir heute sind.

Wann haben Sie zuletzt etwas Neues gelernt?
Ich lerne ständig dazu, sowohl fachlich als auch menschlich. Das Obst- und Gemüsegeschäft ist sehr kurzlebig und von vielen Unsicherheitsfaktoren geprägt. Da kommt beinahe tagtäglich etwas Neues auf einen zu, insbesondere wenn man - so wie wir - in 40 Ländern der Welt tätig ist. Ich durfte und darf von den Partnern aus diesen Ländern viel lernen.

Wie bewältigen Sie Stress?
Ich habe seit gut fünf Jahren meinen Lebensstil radikal geändert. Durch die widrigen Umstände unseres Projekts Frutura-Thermal-Gemüsewelt war ich körperlich und geistig sprichwörtlich an der Kippe. Das war Stress pur. Ich habe meine Ernährung komplett umgestellt, trinke keinen Tropfen Alkohol und bin leidenschaftlicher Läufer geworden. Ich hätte mir nie gedacht, dass das Leben dadurch so schön sein kann.

Wie nutzen Sie soziale Netzwerke?
Meine sozialen Netzwerke sind die Menschen, mit denen ich persönlich rede und mich treffe, sowohl privat als auch beruflich. Ich nutze die neuen Medien nur zum Teil. Ich fühle mich dadurch aber nicht „altmodisch“. Ich bevorzuge das persönliche Gespräch, das macht mir viel mehr Freude.