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Von November bis JännerFast die Hälfte aller Verkehrsunfälle passieren bei Dämmerung und Dunkelheit

Bekleidung und Beleuchtung machen den Unterschied: Der ÖAMTC empfiehlt deshalb Fußgängern, sich mit Reflektoren ausstatten. Der Grund: Jeder achte Autofahrer sei mit mangelhafter Beleuchtung unterwegs.

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Ein Viertel aller Verkehrsunfälle passiert bei Dämmerung und Dunkelheit, von November bis Jänner ist es sogar fast die Hälfte. Auch 30 Prozent der Unglücke mit Fußgängern ereignen sich laut Statistik Austria in diesen Monaten. "Deshalb ist die Bekleidung der Menschen auf der Straße ganz wichtig", erläuterte ÖAMTC-Fahrtechnik-Geschäftsführer Karl-Martin Studener am Mittwochabend in Teesdorf.

Während eine überwiegend dunkel gekleidete Person schon rund 40 Meter vor einem stehenden Lkw in der Dunkelheit der Nacht verschwindet, wird ein Fußgänger mit blauer Jeans und heller Jacke für den Fahrer schon aus deutlich größerer Entfernung sichtbar. Noch besser zu erkennen ist Kleidung mit Reflektoren, oder gar eine übergezogene Warnweste.

Die Nacht zum Tag machen

Verschiedene Licht- und Assistenzsysteme helfen Fahrzeuglenkern dabei, Gefahren besser zu erkennen. Anfang der 1970er-Jahre eingeführte Halogenscheinwerfer haben eine Reichweite von rund 140 Metern, mit Xenon oder LED-Licht sind es bereits rund 250 Meter und mit dem noch relativ neuen Laser-Fernlicht bis zu 600 Meter, berichtete ÖAMTC-Experte Roland Frisch. Die Fahrzeughersteller würden immer mehr versuchen, "die Nacht zum Tag zu machen".

"Egal welches Lichtsystem man hat, es ist wichtig, dass es gewartet wird", betonte Studener. Aus einer Auswertung von "Pickerl"-Überprüfungen an den ÖAMTC-Stützpunkten ging hervor, dass jeder achte Autofahrer mit mangelhafter Beleuchtung unterwegs ist. Auch das beste Licht hilft allerdings nichts beim Phänomen des sogenannten Blindflugs, das entsteht, wenn ein Auto bei Dunkelheit an einem entgegenkommenden Fahrzeug vorbeifährt. Genau an dem Punkt, wo sich die beiden Fahrzeuge begegnen, tut sich für die Lenker trotz eingeschalteter Scheinwerfer für kurze Zeit quasi ein schwarzes Loch auf.

Ein unbeleuchtetes Hindernis auf der Fahrbahn ist an dieser Stelle erst sehr spät zu sehen. Auf der Übungsstrecke handelte es sich zum Glück nur um einen Schaumstoffwürfel, der von den Lenkern reihenweise überfahren wurde. Bei Dunkelheit muss man die Geschwindigkeit immer der Sichtweite anpassen, rieten die ÖAMTC-Experten. Hier sei "Fahren auf Sicht" angesagt. Ebenfalls schwer zu sehen sind knapp vor zweispurigen Kfz fahrende Motorräder. Diese verschwinden häufig im stärkeren Lichtkegel des Nachfolgers und sind erst spät zu erkennen, wie bei einer nachgestellten Kreuzungssituation am Fahrtechnikgelände deutlich wurde. Lenker sollten sich laut ÖAMTC bewusst fragen: "Was kommt da entgegen und wie schnell?"

Was die Zukunft bringt

Neuere Fahrzeuge mit höherer Ausstattung verfügen aktuell auch über Lichtassistenten. Einfache Systeme wechseln automatisch zwischen Abblend- und Fernlicht, modernere sparen aktiv Teilbereiche aus, um niemanden zu blenden, erläuterte Pkw-Experte Frisch. Nachtsichtassistenten erkennen Menschen oder Tiere auf der Strecke und zeigen diese dem Fahrer an. Das funktionierte bei Personen und einem Hund am Fahrbahnrand ganz gut. Zwei Feldhasen, die auf der Übungsstrecke in Teesdorf über die Fahrbahn hoppelten, blieben für das System allerdings unerkannt.

Für die Zukunft arbeiten die Autohersteller sehr stark an Projektionen, berichtete Frisch. Mit den Scheinwerfern lassen sich Symbole wie Verkehrszeichen oder Navi-Ansagen "auf die Straße schmeißen", beschrieb es der Experte. Das Head-Up-Display könnte also nicht mehr auf die Windschutzscheibe, sondern auf die Fahrbahn projiziert werden.

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