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Österreichischer Bauherrenpreis 2018 Das sind die Sieger

Der Bauherrenpreis der Zentralvereinigung der Architektinnen und Architekten Österreichs würdigt seit 1967 herausragende Bauten, Freiraumgestaltungen sowie heuer erstmals städtebauliche Lösungen der letzten drei Jahre, die sich besonders durch die intensive Zusammenarbeit zwischen Bauherr und Architekt auszeichnen. Aus insgesamt 106 Einreichungen wurden heuer diese Siegerprojekte gewählt.

Kärnten. "Häuser im Wald" auf der Turracher Höhe.
Bauherr: Lago Immobilien,  Architektur: Winkler + Ruck.

Die drei Blockhäuser, denen der passionierte Bauherr die Namen seiner Kinder gab sowie eine straßenseitig in Holzständerbauweise errichtete Gemeinschaftsscheune samt Garage bilden in 1700 m Seehöhe ein hotelähnlich geführtes Refugium, das seinen Gästen die Erfahrung gönnt, inmitten eines Waldes zu wohnen.

Winkler+Ruck Architekten

Aus dem Urteil der Jury: "Der pure handwerkliche Umgang mit Material, Raumorganisation und Konstruktion ist in jedem der drei Häuser fühlbar, die mit Stube, Eckbank und Ofen Intimität und Geborgenheit ausstrahlen. Eine unbändige Liebe zum Detail ist vonseiten des Bauherrn in das Projekt eingeflossen, der den Beruf des Gastgebers mit Leib und Seele verkörpert."

Winkler+Ruck Architekten

Steiermark. "Prinzessin Veranda" in der Grüne Gasse in Graz. Bauherrin: Prolend Projektentwicklung,  Architektur: Pentaplan, Graz.

Auf den Grundstücken eines ehemaligen Tischlereibetriebs unweit des Lendplatzes wurde ein 6-geschossiges Wohn- und Geschäftshaus errichtet. Zwei miterworbene denkmalgeschützte Bestandsbauten begrenzen im Norden und Süden den polygonalen Bauplatz an der Schnittstelle von Gewerbe- und Wohngebiet.

(c) © paul ott photografiert (Paul Ott)

Aus dem Urteil de Jury: "Das Projekt mit dem klingenden Namen „Prinzessin Veranda“ beweist in heterogen bebauter Umgebung, dass nicht nur gute Grundrisse, konsequente Materialisierung und hochwertige Ausstattungs-details den Stellenwert eines Stadtbausteins bestimmen, sondern vor allem seine städtebauliche Strahlkraft im Kontext der Entfaltungsmöglichkeiten eines Quartiers."

(c) © paul ott photografiert (Paul Ott)

Vorarlberg. Georunde Rindberg. Bauherr: Gemeinde Sibratsgfäll,  Architektur: Innauer-Matt Architekten. Konzeption und Idee: Super–Büro für Gestaltung

Ausgehend von „Felbers schiefem Haus“, bei dessen Betreten der konditionierte Raumsinn aus dem Gleichgewicht kippt, wurden an ausgewählten Punkten in der Landschaft acht Objekte platziert, die das Leben in der Schräge, die Kraft der Natur und die Akzeptanz der steten Veränderung sinnlich erlebbar machen. Die Stationen des Rundwegs sind als scharfkantige Installationen in Edelstahl ausgeführt, einem Material, das dem Zugriff von Zeit und Witterung standhält und keine Patina annimmt.

Adolf Bereuter

Aus dem Urteil der Jury: "Die Spuren der Hangrutschung, der Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft und ihr Bemühen, sich mit den Kräften der Natur zu arrangieren, sind auf eindrückliche Weise in die abstrakten Settings eingeflossen, die sich Einheimischen wie Gästen mit der gleichen Selbstverständlichkeit erschließen."

Adolf Bereuter

Vorarlberg. Volksschule Dorf Lauterach. Bauherrin: Marktgemeinde Lauterach,  Architektur: Feyferlik/Fritzer Graz.

Ein ebenerdiges Pavillon-Gefüge, locker zwischen die ehrwürdigen Bäume gestreut, umspielt das alte Schulhaus, verschafft Bewegungsfreiheit, breitet Lern- und Erlebnisräume aus, in denen Kinder uneingeschränkte Entfaltung genießen.

(c) © paul ott photografiert (Paul Ott)

Aus dem Urteil der Jury: "Die begrünten, von alten Bäumen beschatteten Dächer geben den Kindern die verbaute Bodenfläche als Spielwiese zurück. Im durchlässigen Kontinuum des Holz-Beton-Hybridbaus mit seinen abwechslungsreichen Nutzungsangeboten ist auch der Umgang mit Materialien unverkrampft. Sie bleiben haptisch präsent, sind was sie sind. Die Architektur macht den Kindern nichts vor, sondern schenkt ihnen einfach Raum für Erfahrung."

(c) © paul ott photografiert (paul ott)

Wien. Bundesschule Aspern. Bauherrin: Bundesimmobiliengesellschaft Wien, Architektur: fasch&fuchs.architekten

Der terrassierte lichtdurchlässige Baukörper, durch dessen Membranhaut die schlanke Stahlkonstruktion schimmert, wurde an drei Seiten direkt an die Grundgrenze gerückt.

(c) Hertha Hurnaus

Aus dem Urteil der Jury: "Zahlreiche Blickbeziehungen, etwa zwischen Cafeteria und den eingesenkten Turnsälen, verknüpfen konzentrierte und offene, sitzende und bewegte Szenarien in einem gemeinsamen Erfahrungsraum. Die „moderate Palette“ von Gustav Deutsch und Hanna Schimek setzt farbige Akzente und schafft Orientierung in einem Raumgefüge, das das Attribut Lernlandschaft wirklich verdient."

(c) Hertha Hurnaus

Oberösterreich. Paneum – Wunderkammer des Brotes. Bauherr: backaldrin International.

Der Entwurf für das kleine Spezialmuseum stammt von Coop Himmelb(l)au Architekten, die das uneingeschränkte Vertrauen des Auftraggebers genossen. Schon beim ersten Treffen habe Wolf D. Prix sofort die richtigen Fragen gestellt und eine Skizze angefertigt, die die wesentlichen Parameter des Konzepts definierte.

Markus Pillhofer

Aus dem Urteil der Jury: "Die exzellent präsentierten Gegenstände einer ungewöhnlichen Sammlung und der sie bergende Raum bilden ein Ganzes, das die Besucher vereinnahmt. Der Bauherr hat seinen Deal mit dem Architekten gewiss nicht bereut, als er ihm zugestand: „Was immer Sie vorschlagen, ich sage ja.“

Markus Pillhofer
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